{"id":62,"date":"2016-09-01T15:27:55","date_gmt":"2016-09-01T13:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/?p=62"},"modified":"2022-06-23T11:51:09","modified_gmt":"2022-06-23T09:51:09","slug":"interview_kreuter-kirchhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/2016\/09\/01\/interview_kreuter-kirchhof\/","title":{"rendered":"Vier Fragen an Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-63\" src=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2021\/01\/charlotte-kreuter-kirchhof-300x259.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2021\/01\/charlotte-kreuter-kirchhof-300x259.jpg 300w, https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2021\/01\/charlotte-kreuter-kirchhof-768x663.jpg 768w, https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2021\/01\/charlotte-kreuter-kirchhof-1024x884.jpg 1024w, https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/cfmueller\/wp-content\/uploads\/sites\/18\/2021\/01\/charlotte-kreuter-kirchhof.jpg 1240w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Warum raten Sie Jurastudierenden zum Auslandsaufenthalt?<\/strong><br \/>\nEin Auslandsstudium erweitert den Horizont und erschlie\u00dft neue Blickwinkel, nicht nur auf das Recht. Wer im Ausland studiert gewinnt Einblicke in ein fremdes Rechtssystem, erlernt eine Fremdsprache und begegnet Menschen und Lebensformen in einer anderen Region. Im Idealfall finden Studierende im Ausland neue Freunde und tragen zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung bei. Die meisten Studierenden, die einen Teil ihres Studiums im Ausland verbracht haben, kommen begeistert zur\u00fcck und m\u00f6chten die Erfahrungen, die sie im Ausland gemacht haben, und die Freunde, die sie gefunden haben, nicht missen.<\/p>\n<p><strong>Was erwidern Sie, wenn Ihnen jemand sagt: \u201eF\u00fcr deutsche Studierende gen\u00fcgt es doch, das deutsche Recht zu kennen\u201c?<\/strong><br \/>\nUnsere Rechtsordnung ist keine rein nationale. Deutschland ist Mitglied der Europ\u00e4ischen Union und Teil der internationalen Staatengemeinschaft. Diese Mitwirkung an der europ\u00e4ischen Integration und die Einbindung in die V\u00f6lkerrechtsgemeinschaft fordert auch unsere Verfassung. Unser Grundgesetz ist europa- und v\u00f6lkerrechtsfreundlich. Damit sind das Europarecht und das V\u00f6lkerrecht Teil unserer Rechtsordnung und deswegen Gegenstand des Studiums an unseren Universit\u00e4ten. Die Einfl\u00fcsse des Europarechts auf unsere Rechtsordnung etwa lernen die Studierenden in allen Rechtsgebieten kennen. Mit dieser Europ\u00e4isierung und Internationalisierung reagiert das Recht auf die gro\u00dfen Aufgaben, vor denen wir heute stehen. Diese \u00fcberschreiten Grenzen und betreffen die ganze Staatengemeinschaft. Ich will nur ein paar Beispiele nennen: Menschen fliehen und verlassen ihre Heimat, um Schutz und Aufnahme in einem anderen Staat zu finden. Die Wirtschaft ist international verflochten. Die Kommunikationsnetze sind heute weltweit bis in die letzten Winkel der Erde gespannt. Auch der Schutz der Umwelt ist eine globale Herausforderung, die wir gemeinsam angehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern ist Ihr Fachgebiet, das Umweltv\u00f6lkerrecht, ein gutes Beispiel f\u00fcr die heutige Verquickung von nationalem und internationalem Recht?<\/strong><br \/>\nWir stehen heute vor globalen Umweltschutzproblemen. Wenn Sie etwa an den Klimaschutz denken, wird deutlich, dass hier die einzelstaatliche Souver\u00e4nit\u00e4t an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft. Kein Staat der Welt kann das Klimasystem der Erde allein erhalten. Die Staaten m\u00fcssen international zusammenarbeiten, wenn sie die Erdatmosph\u00e4re wirksam sch\u00fctzen wollen. Deswegen ist das Pariser Klimaschutzabkommen ein so wichtiger Schritt. In diesem Abkommen, das im vergangenen Dezember geschlossen wurde, sagten zum ersten Mal alle Staaten der Welt in einem v\u00f6lkerrechtlichen Vertrag zu, Ma\u00dfnahmen zum Schutz des Klimas zu ergreifen.<\/p>\n<p><strong>Was haben Sie durch Ihre eigenen Auslandserfahrungen gelernt?<\/strong><br \/>\nIm Ausland bin ich in eine andere Kultur eingetaucht, habe eine andere Rechtsordnung kennengelernt und nicht zuletzt neue Freundschaften gekn\u00fcpft. Ich habe mich zum ersten Mal mit Fragen des V\u00f6lkerrechts befasst und konnte an einem wissenschaftlichen Projekt mitwirken. Dies hat mich begeistert. Meine Auslandsaufenthalte waren f\u00fcr mich ein gro\u00dfer pers\u00f6nlicher Gewinn. F\u00fcr die Studierenden bieten sich heute vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, im Rahmen des Studiums ins Ausland zu gehen. Als Auslandsbeauftragte der Fakult\u00e4t m\u00f6chte ich unsere Studierenden nachdr\u00fccklich dazu ermutigen, diese Chancen auch zu nutzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jura.hhu.de\/lehrstuehle-und-institute\/professuren-und-lehrstuehle-im-oeffentlichen-recht\/lehrstuhl-fuer-deutsches-und-auslaendisches-oeffentliches-recht-voelkerrecht-und-europarecht\/prof-dr-kreuter-kirchhof\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof<\/a> ist Inhaberin des Lehrstuhls f\u00fcr Deutsches und Ausl\u00e4ndisches \u00d6ffentliches Recht, V\u00f6lkerrecht und Europarecht an der Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf. Au\u00dferdem ist sie die Auslandsbeauftragte der rechtswissenschaftlichen Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p>Zu den Titeln der Autorin bei C.F. M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum raten Sie Jurastudierenden zum Auslandsaufenthalt? Ein Auslandsstudium erweitert den Horizont und erschlie\u00dft neue Blickwinkel, nicht nur auf das Recht. 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