{"id":1035,"date":"2022-03-16T08:30:07","date_gmt":"2022-03-16T07:30:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=1035"},"modified":"2022-03-16T08:31:08","modified_gmt":"2022-03-16T07:31:08","slug":"aenderung-der-agb-der-deutsche-boerse-ag-fuer-den-freiverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2022\/03\/16\/aenderung-der-agb-der-deutsche-boerse-ag-fuer-den-freiverkehr\/","title":{"rendered":"\u00c4nderung der AGB der Deutsche B\u00f6rse AG f\u00fcr den Freiverkehr"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche B\u00f6rse AG hat neue Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen f\u00fcr den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierb\u00f6rse (\u201eAGB\u201c) ver\u00f6ffentlicht, die zum 1.4.2022 in Kraft treten. Die \u00c4nderungen betreffen zun\u00e4chst verschiedene eher technische Details, wie die Integration zu bestimmten Antrags- und Losverfahren zur Einbeziehung von Aktien in das Quotation Board, die bisher au\u00dferhalb der AGB geregelt waren. Dar\u00fcber hinaus wurden zwei \u00c4nderungen der Einbeziehungsvoraussetzungen f\u00fcr das Segment Scale umgesetzt, die sich praxisrelevant f\u00fcr B\u00f6rseng\u00e4nge in diesem Bereich auswirken. Scale ist das sogenannte qualifizierte Freiverkehrssegment an der Deutschen B\u00f6rse. An der B\u00f6rse M\u00fcnchen ist vergleichbar das Segment m:access; an der B\u00f6rse D\u00fcsseldorf ist das vergleichbare Segment der Prim\u00e4rmarkt.<\/p>\n<p>Bisher war in \u00a7 17 Abs. 1 e) AGB geregelt, dass einzubeziehende Aktien im Falle von Nennbetragsaktien einen Mindestnennbetrag in H\u00f6he von 1,00 \u20ac bzw. bei St\u00fcckaktien einen rechnerischen Wert von mindestens 1,00 \u20ac haben m\u00fcssen. Diese Voraussetzung wurde nunmehr gestrichen. Auf deutsche Aktiengesellschaften hat dies keine Auswirkung, da diese nach \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 AktG (Nennbetragsaktien) bzw. \u00a0\u00a7 8 Abs. 3 Satz 3 AktG (St\u00fcckaktien) schon kraft Gesetzes diese Voraussetzung, die jetzt in den AGB gestrichen wurde, erf\u00fcllen m\u00fcssen. Die Streichung zielt demgem\u00e4\u00df auf ausl\u00e4ndische Emittenten ab, da in vielen anderen L\u00e4ndern eine solche Untergrenze nicht bekannt ist. Die Deutsche B\u00f6rse will damit ausl\u00e4ndischen Emittenten die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen, ihre Aktien entsprechend den f\u00fcr sie geltenden nationalen aktienrechtlichen Vorschriften im Segment Scale einbeziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Des Weiteren m\u00fcssen Emittenten ab dem 1.4.2022 f\u00fcr ihre Aktien einen Researchbericht (Finanzanalyse) erstellen und ver\u00f6ffentlichen lassen. Bislang war vorgesehen, dass sowohl bei Notierungsaufnahme als auch fortlaufend ein Researchbericht (Finanzanalyse) durch einen von der Deutsche B\u00f6rse beauftragten Analysten erstellt und ver\u00f6ffentlicht wird. Dies galt sowohl bei <em>Einbeziehung in Scale <\/em>(\u00a7 15 Abs. 1 g) AGB) als auch fortlaufend (\u00a7 21 Abs. 1 c) AGB). Nunmehr muss entsprechendes Research durch die Emittenten selbst beauftragt werden. Beauftragt werden k\u00f6nnen dabei nur Finanzanalysten, die als Deutsche B\u00f6rse Capital Market Partner zugelassen sind. Das initiale Research muss sp\u00e4testens sechs Wochen nach der Einbeziehung in Scale ver\u00f6ffentlicht werden, das Research-Update sp\u00e4testens zwei Wochen nach Ablauf der \u00dcbermittlungsfrist f\u00fcr den Jahresabschluss bzw. den Halbjahresabschluss. Die entsprechenden Reports m\u00fcssen auf der Internetseite des Emittenten f\u00fcr mindestens 24 Monate eingestellt werden. Emittenten m\u00fcssen der B\u00f6rse den Capital Market Partner bekanntgeben, der hiermit beauftragt wurde. Bereits in Scale notierte Emittenten haben hierf\u00fcr bis zum 1.4.2022 Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche B\u00f6rse AG hat neue Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen f\u00fcr den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierb\u00f6rse (\u201eAGB\u201c) ver\u00f6ffentlicht, die zum 1.4.2022 in Kraft treten. Die \u00c4nderungen betreffen zun\u00e4chst verschiedene eher technische Details, wie die Integration zu bestimmten Antrags- und Losverfahren zur Einbeziehung von Aktien in das Quotation Board, die bisher au\u00dferhalb der AGB geregelt waren. 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