{"id":1850,"date":"2024-06-03T11:50:15","date_gmt":"2024-06-03T09:50:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=1850"},"modified":"2024-06-03T11:50:15","modified_gmt":"2024-06-03T09:50:15","slug":"olg-hamburg-und-olg-koeln-zur-gesellschaftsregistereintragung-der-rechtsfaehigen-gbr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2024\/06\/03\/olg-hamburg-und-olg-koeln-zur-gesellschaftsregistereintragung-der-rechtsfaehigen-gbr\/","title":{"rendered":"OLG Hamburg und OLG K\u00f6ln zur Gesellschaftsregistereintragung der rechtsf\u00e4higen GbR"},"content":{"rendered":"<p>Nach der MoPeG-Regelung des \u00a7\u00a0707a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 BGB ist die rechtsf\u00e4hige Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR) i.S.d. \u00a7\u00a0705 Abs.\u00a02 Var.\u00a01 BGB mit der Eintragung verpflichtet, <em>als Namenszusatz die Bezeichnungen \u201eeingetragene Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts\u201c oder \u201eeGbR\u201c zu f\u00fchren<\/em>. In der Literatur ist umstritten, ob bei der Eintragung einer GbR in das neue Gesellschaftsregister der Rechtsformzusatz \u201eeGbR\u201c zwingend am Ende des Gesellschaftsnamens stehen muss. Das Hanseatische OLG Hamburg hat mit Beschluss vom 22.4.2024 &#8211; 11 W 19\/24 die Eintragung einer GbR unter dem Namen \u201eeGbR &#8230;\u201c, also mit vorangestelltem Rechtsformzusatz, als zul\u00e4ssig angesehen. Das AG Hamburg hatte als Registergericht die Eintragung abgelehnt, weil der Rechtsformzusatz am Ende angef\u00fcgt, also dem Namen nachgestellt werden m\u00fcsse. Mit <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.olgkoeln.20240424.4wx4\/24\">Beschluss vom 24.4.2024\u00a0 &#8211; 4 Wx 4\/24<\/a> hat das OLG K\u00f6ln die Eintragung einer GbR unter dem Namen \u201eO. eGbR D.-stra\u00dfe N01\u201c sanktioniert. Der Rechtsformzusatz ist hier in den Gesellschaftsnamen integriert. Das AG K\u00f6ln hatte \u2013 wie das AG Hamburg \u2013 im Rahmen der Ablehnung des Eintragungsantrags die Auffassung vertreten, dass der Rechtsformzusatz \u201eeGbR\u201c dem Namen immer nachgestellt sein m\u00fcsse und daher auch nicht in der Mitte des Namens platziert sein d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Das OLG Hamburg und das OLG K\u00f6ln reklamieren zu Recht f\u00fcr ihre Auffassung, dass \u00a7\u00a0707a Abs.\u00a02 BGB \u2013 ebenso wie \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 HGB \u2013 eine bestimmte Platzierung des Rechtsformzusatzes nicht vorschreibt, sondern vielmehr insoweit eine Gestaltungsfreiheit statuiert, solange die zur Eintragung angemeldete Namenskonfiguration keinen irref\u00fchrenden Charakter aufweist. Die in der Literatur vertretene und von den Vorinstanzen zugrunde gelegte abweichende Auffassung, nach der \u2013 in Abweichung von dem f\u00fcr OHG und KG geltenden \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 HGB \u2013 der Rechtformzusatz \u201eeGbR\u201c immer dem Gesellschaftsnamen als Kernbestandteil der Eintragung nachgestellt sein m\u00fcsse, wurde in den OLG-Beschwerdeentscheidungen zu Recht abgelehnt. Zul\u00e4ssig sind demnach in Bezug auf die Platzierung des Rechtsformzusatzes beispielsweise folgende GbR-Eintragungen: \u201eeGbR Schlossallee 1\u201c sowie \u201eA\u00a0&amp; B eGbR Parkstra\u00dfe 2\u201c oder \u201eC\u00a0&amp; D Verm\u00f6gensverwaltung eGbR\u201c.<\/p>\n<p>Die im Gesellschaftsregister als Subjektregister bis zur Grenze der Irref\u00fchrung des Rechts- und Gesch\u00e4ftsverkehrs freigestellte Platzierung des Rechtsformzusatzes \u201eeGbR\u201c determiniert die Art und Weise der nach \u00a7\u00a047 Abs.\u00a02 GBO, \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02\u00a0GBV erfolgenden Eintragung der eGbR in das Grundbuch als Objektregister (vgl. dazu Begr\u00fcndung Regierungsentwurf MoPeG, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/19\/276\/1927635.pdf\">BT-Drucks. 19\/27635<\/a>, S.\u00a0206, 208; Mauracher Entwurf der Expertenkommission MoPeG, S.\u00a0148\u00a0ff. [<a href=\"https:\/\/www.bmj.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Gesetzgebung\/Dokumente\/MauracherEntwurf.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=%203\">https:\/\/www.bmj.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Gesetzgebung\/Dokumente\/MauracherEntwurf.pdf?__blob=publicationFile&amp;v= 3<\/a>, zuletzt abgerufen am 3.6.2024]). Das Gleiche gilt f\u00fcr die Aufnahme der eGbR als Inhaberin eines GmbH-Gesch\u00e4ftsanteils in die gem. \u00a7\u00a040 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GmbHG nach Wirksamwerden jeder Ver\u00e4nderung in den Personen der Gesellschafter oder des Umfangs ihrer Beteiligung neu zu erstellende Gesellschafterliste. Auch die GmbH-Gesellschafterliste hat mit Inkrafttreten des MoPeG f\u00fcr die GbR nur noch die Funktion eines Objektregisters, das in Bezug auf die Eintragung der GbR an das Gesellschaftsregister als Subjektregister ankn\u00fcpft (vgl. Begr\u00fcndung Regierungsentwurf MoPeG, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/19\/276\/1927635.pdf\">BT-Drucks. 19\/27635<\/a>, S.\u00a0108\u00a0f.; Mauracher Entwurf, S.\u00a0197; zu den Einzelheiten der Eintragung in die Gesellschafterliste unter Ber\u00fccksichtigung des Voreintragungserfordernisses <em>Wertenbruch\/Alm<\/em>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=gmbhr.2024.05.i.0225.01.a\">GmbHR 2024, 225<\/a>). Entsprechendes gilt f\u00fcr die Eintragung der GbR in das Aktienregister nach \u00a7\u00a067 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 AktG und in das Gesellschaftsregister oder Handelsregister gem. \u00a7\u00a0707a Abs.\u00a01 Satz\u00a02 BGB beziehungsweise i.V.m. \u00a7\u00a0105 Abs.\u00a03 HGB als Gesellschafterin einer anderen rechtsf\u00e4higen Personengesellschaft. Die unter obligatorischer Vergabe einer Registernummer vollzogene Eintragung der GbR im Gesellschaftsregister als Subjektregister entfaltet daher in Bezug auf den GbR-Namen einschlie\u00dflich Positionierung des Rechtsformzusatzes \u201eeGbR\u201c eine Tatbestandswirkung bei der nachfolgenden Eintragung in ein Objektregister.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der MoPeG-Regelung des \u00a7\u00a0707a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 BGB ist die rechtsf\u00e4hige Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR) i.S.d. \u00a7\u00a0705 Abs.\u00a02 Var.\u00a01 BGB mit der Eintragung verpflichtet, als Namenszusatz die Bezeichnungen \u201eeingetragene Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts\u201c oder \u201eeGbR\u201c zu f\u00fchren. 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