{"id":1902,"date":"2024-08-28T10:25:17","date_gmt":"2024-08-28T08:25:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=1902"},"modified":"2024-08-28T10:25:17","modified_gmt":"2024-08-28T08:25:17","slug":"refezufing2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2024\/08\/28\/refezufing2\/","title":{"rendered":"Zukunftsfinanzierungsgesetz: die zweite Runde"},"content":{"rendered":"<p>Ungef\u00e4hr neun Monate nach dem <a href=\"https:\/\/www.recht.bund.de\/bgbl\/1\/2023\/354\/VO.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Inkrafttreten des Zukunftsfinanzierungsgesetzes<\/a> (ZuFinG I) hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) den <a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Gesetzestexte\/Gesetze_Gesetzesvorhaben\/Abteilungen\/Abteilung_VII\/20_Legislaturperiode\/2024-08-27-ZuFinG-II\/2-Referentenentwurf.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Referentenentwurf eines Zweiten Zukunftsfinanzierungsgesetzes<\/a> (ZuFinG II) ver\u00f6ffentlicht. Das Gesetzespaket setzt die am 17.7.2024 vom Bundeskabinett beschlossene <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/bundesregierung\/gesetzesvorhaben\/haushalt-2025-wachstumsinitiative-2299130\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wachstumsinitiative<\/a> um und verfolgt auch dieses Mal das Ziel, private Investitionen anzukurbeln sowie den Finanzstandort Deutschland zu st\u00e4rken. Im Folgenden soll eine erste Einordnung des Entwurfs erfolgen, deren Fokus sich auf das Delisting, die Penny Stocks, die Mehrstimmrechtsaktie und die emittentenfinanzierten Analysen richtet.<\/p>\n<p><strong>Kleine Reform des Delistings<\/strong><\/p>\n<p>Der Paukenschlag f\u00fcr die Unternehmensrechtler kommt gleich im Art. 1 ZuFinG II-RefE, in dem \u00c4nderungen des Spruchverfahrensgesetzes (SpruchG) vorgesehen sind. Nach \u00a7 1 Nr. 8 SpruchG-E sollen Streitigkeiten \u00fcber die \u201eH\u00f6he der Gegenleistung beim Widerruf der Zulassung von Wertpapieren zum Handel auf Antrag des Emittenten\u201c \u2013 also beim Delisting \u2013 im Spruchverfahren ausgetragen werden (S. 7 des Entwurfs). Diese partielle R\u00fcckkehr zu den Macrotron-Grunds\u00e4tzen (zur Statthaftigkeit des Spruchverfahrens in Delisting-Altf\u00e4llen s. BGH v. 25.11.2002 \u2013 II ZR 133\/01, BGHZ 153, 47, 57 f. = AG 2003, 273) wird flankiert durch \u00c4nderungen der \u00a7\u00a7 3, 4, 5, 14 SpruchG und des \u00a7 39 B\u00f6rsG (vgl. S. 120 f., 147 ff. des Entwurfs; zur Delisting-Reform etwa <em>Mohamed<\/em>, ZIP 2023, 1975; <em>Redenius-H\u00f6vermann<\/em>, ZIP 2021, 485, 488\u00a0ff.).<\/p>\n<p>Mit einem kleinen Eingriff in \u00a7 39 Abs. 2 Satz 1 B\u00f6rsG \u2013 die B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung <em>hat<\/em> (und nicht <em>kann<\/em>) die Zulassung der Wertpapiere zum Handel im regulierten Markt auf Antrag des Emittenten zu widerrufen (vgl. S. 49 des Entwurfs) \u2013 will der Gesetzgeber deutlich machen, dass die B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung eine gebundene Delisting-Entscheidung trifft (vgl. S.\u00a0147 des Entwurfs; f\u00fcr eine solche dogmatische Einordnung bereits <em>Habersack<\/em> in Habersack\/\u200bM\u00fclbert\/\u200bSchlitt, Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 4.\u00a0Aufl. 2019, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=hms.07.40.iii.1.d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a040.31<\/a>; <em>Harnos<\/em>, ZHR 179 [2015], 750, 775\u00a0f.; f\u00fcr eine Ermessensentscheidung <em>Eckhold<\/em> in Marsch-Barner\/Sch\u00e4fer, Hdb. b\u00f6rsennotierte AG, 5.\u00a0Aufl. 2022, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=fms.63.iv.1.b&amp;q=%23fms.63.r63_0012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a063.12<\/a>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=fms.63.iv.1.f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">63.56<\/a>). Aus der Emittentenperspektive gesprochen: Der Emittent hat einen Anspruch auf den Widerruf der B\u00f6rsenzulassung, wenn die Voraussetzungen des \u00a7 39 Abs.\u00a02-3 B\u00f6rsG vorliegen (<em>Gro\u00df<\/em>, AG 2015, 812, 815). Gestrichen werden soll die Vorgabe des \u00a7\u00a039 Abs. 2 Satz 2 B\u00f6rsG, wonach der Widerruf der B\u00f6rsenzulassung nicht dem Schutz der Anleger widersprechen darf. Der Wegfall dieser Generalklausel f\u00fchrt nicht zur Absenkung des Anlegerschutzniveaus, weil sich die Delisting-Voraussetzungen ohnehin aus den detaillierten Regelungen des \u00a7 39 Abs.\u00a02-6 B\u00f6rsG ergeben.<\/p>\n<p>In konzeptioneller Hinsicht h\u00e4lt der Gesetzgeber daran fest, dass ein Delisting ein Erwerbsangebot nach Wp\u00dcG-Vorschriften voraussetzt (\u00a7 39 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 B\u00f6rsG-E) und dass ein partielles Delisting ohne ein solches Angebot m\u00f6glich ist (\u00a7 39 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 B\u00f6rsG-E). Es kommen aber zwei weitere Ausnahmen vom angebotspflichtigen Delisting hinzu (zum teleologischen Hintergrund vgl. S. 147 des Entwurfs): Wenn die Wertpapiere weiterhin zum Handel an einem KMU-Wachstumsmarkt einbezogen sind (\u00a7 39 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 B\u00f6rsG-E) und wenn \u00fcber das Verm\u00f6gen des Emittenten ein Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet wurde (\u00a7 39 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 B\u00f6rsG-E; s. hierzu einerseits <em>H\u00e4ller<\/em>, ZIP 2016, 1903; <em>Korch<\/em>, BKR 2020, 285, andererseits <em>Heidel<\/em>, BKR 2021, 530; vgl. ferner <em>Schulz<\/em>, ZIP 2024, 1110). Die KMU-Wachstumsmarkt-Ausnahme wird flankiert durch \u00a7\u00a076 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 WpHG-E, \u00a7 48a Abs. 1 Satz\u00a01 Nr. 8 B\u00f6rsG-E, die die Betreiber von KMU-Wachstumsm\u00e4rkten f\u00fcr den Fall, dass der Emittent die Einbeziehung von Wertpapieren zum Handel an dem KMU-Wachstumsmarkt k\u00fcndigt, dazu verpflichten, \u00a7 39 Abs.\u00a02-6 B\u00f6rsG entsprechende Vorschriften vorzusehen. Damit soll das Anlegerschutzniveau des \u00a7 39 B\u00f6rsG auch auf \u201eprivaten\u201c M\u00e4rkten gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Mit \u00a7 39 Abs. 3 Satz 2 B\u00f6rsG-E will der Gesetzgeber die Geltung des \u00a7 11 Wp\u00dcG dahingehend einschr\u00e4nken, dass eine Delisting-Angebotsunterlage nicht alle Angaben enthalten muss, die in sonstigen \u00dcbernahmesituationen erforderlich sind (vgl. S. 147 des Entwurfs). Mit \u00a7\u00a039 Abs. 3 Satz\u00a03 B\u00f6rsG-E bestimmt sich die Angebotsh\u00f6he im Ausgangspunkt weiterhin nach dem gewichteten durchschnittlichen inl\u00e4ndischen B\u00f6rsenkurs der Wertpapiere w\u00e4hrend der letzten sechs Monate vor der Delisting-Ank\u00fcndigung. Allerdings macht der Gesetzgeber in \u00a7\u00a039 Abs.\u00a03 Satz 4 B\u00f6rsG-E deutlich, dass eine Ausnahme vom B\u00f6rsenkurs-Grundsatz \u2013 und damit eine Bemessung der Angebotsh\u00f6he nach dem inneren Unternehmenswert \u2013 nicht nur in drei enumerativ aufgez\u00e4hlten F\u00e4llen in Betracht kommt, sondern schon dann veranlasst ist, wenn \u201ebesondere Umst\u00e4nde den B\u00f6rsenkurs dieses Zeitraums derart beeinflusst, dass dieser zur Bestimmung einer angemessenen Gegenleistung ungeeignet ist.\u201c (vgl. S. 147 f.\u00a0des Entwurfs; daf\u00fcr de lege ferenda bereits <em>Koch<\/em>\/<em>Harnos<\/em>, NZG 2015, 729, 732\u00a0f.; f\u00fcr eine solche Deutung des \u00a7 39 Abs. 3 Satz 2 B\u00f6rsG de lege lata <em>Eckhold<\/em> in Marsch-Barner\/Sch\u00e4fer, Hdb. b\u00f6rsennotierte AG, 5.\u00a0Aufl. 2022, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=fms.63.iv.1.c&amp;q=%23fms.63.r63_0012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a063.41<\/a>; <em>Koch<\/em>, AG 2021, 249 Rz.\u00a09\u00a0ff.; dagegen <em>Habersack<\/em> in Habersack\/\u200bM\u00fclbert\/\u200bSchlitt, Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 4.\u00a0Aufl. 2019, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=hms.07.40.iii.1.c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a040.24<\/a>; <em>Harnos<\/em>, ZHR 179 [2015], 750, 771\u00a0f.). Die besonderen Umst\u00e4nde sind als Regelbeispiele in \u00a7 39 Abs. 3 Satz\u00a05 B\u00f6rsG-E aufgez\u00e4hlt:<\/p>\n<ul>\n<li>Verletzung der Ad-hoc-Mitteilungspflicht nach Art. 17 MAR (Nr. 1);<\/li>\n<li>Marktmanipulation seitens des Emittenten oder des Bieters (Nr. 2);<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem gilt \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 4 B\u00f6rsG-E bei Marktenge i.S.d. \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 6 B\u00f6rsG-E entsprechend, d.h. bei Marktenge ist \u2013 wie bereits nach geltender Rechtslage (s. \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 B\u00f6rsG und <em>Harnos<\/em>, ZHR 179 [2015], 750, 770\u00a0f.) \u2013 eine Unternehmensbewertung durchzuf\u00fchren. \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 7 B\u00f6rsG-E er\u00f6ffnet den Weg in das Spruchverfahren, korrespondiert also mit \u00a7 1 Nr. 8 SpruchG-E. \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 8 B\u00f6rsG-E stellt sicher, dass Anleger, die das Abfindungsangebot wegen einer zu niedrigen Gegenleistung nicht annehmen, nicht von einer sp\u00e4teren gerichtlichen Erh\u00f6hung profitieren (vgl. S. 148 des Entwurfs). Schlie\u00dflich folgt aus einer unscheinbaren \u00c4nderung des \u00a7\u00a039 Abs.\u00a05 Satz 3 B\u00f6rsG-E, dass die B\u00f6rsenordnungen n\u00e4here Bestimmungen \u00fcber das Widerrufs<em>verfahren<\/em> (und nicht den Widerruf als solchen) treffen (vgl. S. 148 des Entwurfs).<\/p>\n<p>Zu Recht h\u00e4lt das BMF davon Abstand, die Delisting-Entscheidung in die H\u00e4nde der Aktion\u00e4re zu legen; sie bleibt nach wie vor eine Ermessensentscheidung des Vorstands (dazu <em>Wieneke<\/em>\/<em>Schulz<\/em>, AG 2016, 809, 814\u00a0ff.). Allerdings h\u00e4tte der Gesetzgeber in den Materialien andeuten k\u00f6nnen, ob Aktion\u00e4re trotz \u00a7 23 Abs. 5 AktG eine Hauptversammlungszust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das Delisting qua Satzung begr\u00fcnden k\u00f6nnen (daf\u00fcr <em>Eckhold<\/em> in Marsch-Barner\/Sch\u00e4fer, Hdb. b\u00f6rsennotierte AG, 5.\u00a0Aufl. 2022, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=fms.63.iv.2.a&amp;q=%23fms.63.r63_0012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a063.61<\/a>; <em>Kubis<\/em> in M\u00fcnchKomm\/AktG, 5.\u00a0Aufl. 2022, \u00a7\u00a0119 AktG Rz.\u00a096; <em>M\u00fclbert<\/em> in Gro\u00dfkomm\/AktG, 5.\u00a0Aufl. 2017, \u00a7\u00a0119 AktG Rz.\u00a0151; sympathisierend <em>Harnos<\/em>, ZHR 182 [2018], 363, 370; dagegen die h.M., s. nur <em>Bayer<\/em>, NZG 2015, 1169, 1178; <em>Gro\u00df<\/em>, AG 2015, 812, 814; <em>Koch<\/em>, 18. Aufl. 2024, \u00a7\u00a0119 AktG Rz.\u00a045; <em>von der Linden<\/em>, NZG 2015, 176; <em>Scholz<\/em>, BB 2015, 2248, 2249\u00a0ff.; <em>Spindler<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5.\u00a0Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0119.x05x.x02x.x02x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7\u00a0119 AktG Rz.\u00a052<\/a>).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte der Gesetzgeber \u00a7\u00a01 Abs. 1 Nr.\u00a03 KapMuG, wonach die Streitigkeiten \u00fcber die Angebotsh\u00f6he in Delisting-F\u00e4llen KapMuG-f\u00e4hig sind, im Lichte der \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 7 B\u00f6rsG-E, \u00a7 1 Nr. 8 SpruchG-E anpassen. Anderenfalls entsteht der Eindruck, dass die Aktion\u00e4re unabh\u00e4ngig von den Fristen nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr. 8 SpruchG-E, \u00a7 39 Abs.\u00a03 Satz 8 B\u00f6rsG-E eine Klage auf Erh\u00f6hung der Gegenleistung vor dem Landgericht erheben und ein KapMuG-Verfahren anstrengen k\u00f6nnen. Eine solche Klage ist derzeit im Rahmen der \u00fcblichen Verj\u00e4hrungsfristen m\u00f6glich (s. <em>Harnos<\/em>, ZHR 179 [2015], 750, 779\u00a0f.).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sollte der Gesetzgeber \u00fcberlegen, ob er den (im Zuge des ZuFinG I geschaffenen) \u00a7\u00a0255 Abs.\u00a05 Satz\u00a03 AktG anpasst (Einzelheiten zu dieser Vorschrift bei <em>Bayer<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0255.x05x.x03x.x04x&amp;q=%23ea.aktg.k0255..05...02.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 255 AktG Rz. 47 ff.<\/a>). Das Regelungsvorbild f\u00fcr \u00a7 255 Abs. 5 Satz 3 AktG war die bisherige Delisting-Regelung in \u00a7 39 Abs. 3 Satz 3 und 4 B\u00f6rsG (s. nur <em>Harnos<\/em>, AG 2024, 348 Rz.\u00a028). Wenn die Vorschriften \u00fcber die Angebotsh\u00f6he in \u00a7 39 Abs. 3 B\u00f6rsG-E ge\u00e4ndert werden sollen, sollte dies konsequent auch im Rahmen des aktienrechtlichen Wertverw\u00e4sserungsschutzes beim Bezugsrechtsausschluss ber\u00fccksichtigt werden. Bei dieser Gelegenheit sollte der Gesetzgeber das Redaktionsversehen in \u00a7 255 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 AktG beheben: \u201eAbsatz 4 Satz 2\u201c gibt es nicht (s. dazu <em>Bayer<\/em> in K.\u00a0Schmidt\/Lutter, 5.\u00a0Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0255.x05x.x03x.x02x&amp;q=%23ea.aktg.k0255..05...02.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7\u00a0255 AktG Rz.\u00a042 Fn.\u00a0183<\/a>). Anspruchsvoller als die Korrektur des Redaktionsversehens, aber im Hinblick auf den Aktion\u00e4rsschutz dringlicher w\u00e4re die Schlie\u00dfung der Rechtsschutzl\u00fccke, die in F\u00e4llen des vereinfachten Bezugsrechtsausschlusses droht (zu Problem und L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen s. etwa <em>Bayer<\/em> in K.\u00a0Schmidt\/Lutter, 5.\u00a0Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0255.x06x&amp;q=%23ea.aktg.k0255..05...02.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7\u00a0255 AktG Rz.\u00a054\u00a0ff.<\/a>; <em>Heidel<\/em>, AG 2024, 310 Rz.\u00a026\u00a0ff.; <em>Koch<\/em>, 18.\u00a0Aufl. 2024, \u00a7\u00a0255 AktG Rz.\u00a09 ff.).<\/p>\n<p>Ceterum censeo: Die Vorgaben zur (marktorientierten) Unternehmensbewertung sollten anlass\u00fcbergreifend \u2013 also auch im Vertragskonzern, beim Squeeze-out und bei Umwandlungen \u2013 in ein stimmiges gesetzliches Gesamtsystem \u00fcberf\u00fchrt werden (s. bereits <em>Harnos<\/em>, AG 2024, 348 Rz.\u00a032).<\/p>\n<p><strong>Weitere \u00c4nderungen des B\u00f6rsenrechts<\/strong><\/p>\n<p>Im B\u00f6rsenrecht will das BMF zum einen das B\u00f6rsG, zum anderen die B\u00f6rsenzulassungs-Verordnung (B\u00f6rsZulV) \u00e4ndern. Die Vorschl\u00e4ge zum B\u00f6rsG haben zum Gegenstand:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Pr\u00fcfungsbefugnisse der B\u00f6rsenaufsichtsbeh\u00f6rde nach \u00a7 3 Abs. 4 B\u00f6rsG-E (vgl. S.\u00a044\u00a0f., 143\u00a0f. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Pflichten des B\u00f6rsentr\u00e4gers, etwa im Zusammenhang mit der Auslagerung von Bereichen, die f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des B\u00f6rsenbetriebs wesentlich sind (s. \u00a7 5 Abs. 3 Satz\u00a03 B\u00f6rsG-E), oder hinsichtlich der Organisationsanforderungen (s. \u00a7 5 Abs.\u00a04b B\u00f6rsG-E und S. 45, 144 des Entwurfs). In diesem Kontext ist auch die Einf\u00fchrung einer neuen Nr.\u00a014 im Katalog der Pflichten der MTF- und OTF-Betreiber in \u00a7 72 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 WpHG zu beachten (vgl. S. 14, 127 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Pflichten des B\u00f6rsentr\u00e4gers gegen\u00fcber der B\u00f6rsenaufsichtsbeh\u00f6rde hinsichtlich der Beteiligungspublizit\u00e4t nach \u00a7 6 Abs. 6 B\u00f6rsG, der wegen MiFID\u00a0II-\u00c4nderungen umformuliert werden soll (vgl. S. 53, 149 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Synchronisierung von im Gesch\u00e4ftsverkehr verwendeten Uhren: \u00a7 22a B\u00f6rsG wird aufgehoben, weil sich die Vorgaben aus Art. 22c MiFIR ergeben (vgl. S. 46, 145 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Vorschrift \u00fcber den B\u00f6rsenpreis (\u00a7 24 B\u00f6rsG), die redaktionell an MiFID II-\u00c4nderungen angepasst wird (vgl. S. 46, 145 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Informationspflichten der B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung gegen\u00fcber der B\u00f6rsenaufsichtsbeh\u00f6rde und der Bundesanstalt nach \u00a7 25 Abs. 1b B\u00f6rsG, der an die ge\u00e4nderten MiFID\u00a0II-Vorgaben angepasst werden soll (vgl. S.\u00a054, 145 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Mindestpreis\u00e4nderungsgr\u00f6\u00dfe nach \u00a7 26b B\u00f6rsG, der an die ge\u00e4nderten MiFID\u00a0II-Vorgaben angepasst werden soll (vgl. S.\u00a046, 145 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Positionsmanagementkontrollen nach \u00a7 26f B\u00f6rsG, der an die ge\u00e4nderten MiFID\u00a0II-Vorgaben angepasst werden soll (vgl. S.\u00a046, 146 des Entwurfs); in diesem Zusammenhang sind auch die \u00c4nderungen der \u00a7 54 Abs. 6, \u00a7 57 WpHG zu beachten (vgl. S.\u00a013 f., 126 f. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die \u00dcbermittlung von Daten nach \u00a7 26g B\u00f6rsG, der sprachlich an Art. 25 Abs. 2 MiFIR angeglichen werden soll (vgl. S. 46, 146 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Einf\u00fchrung von Wertpapieren (B\u00f6rsennotierung): Die Neufassung des \u00a7 38 Abs. 1 B\u00f6rsG (\u201eDer Emittent teilt den beabsichtigten Zeitpunkt und die Merkmale f\u00fcr die Aufnahme der Notierung von zum regulierten Markt zugelassener Wertpapiere (Einf\u00fchrung) der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung mit. Das N\u00e4here regelt die B\u00f6rsenordnung.\u201c) soll zur Folge haben, dass die B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung nicht mehr durch Verwaltungsakt \u00fcber die Aufnahme der Notierung zugelassener Wertpapiere im regulierten Markt entscheidet (vgl. S. 48\u00a0f., 147 des Entwurfs); damit geht wohltuende Entb\u00fcrokratisierung einher.<\/li>\n<li>Die Pflichten der Betreiber von KMU-Wachstumsm\u00e4rkten, die ein Segment eines Freiverkehrs (s. \u00a7 48a Abs.\u00a01a B\u00f6rsG-E und S.\u00a051, 148\u00a0f. des Entwurfs) bzw. eines multilateralen Handelssystems (MTF) sind (\u00a7\u00a076 Abs. 1a WpHG-E und S. 21, 132 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Bu\u00dfgeldvorschriften in \u00a7 50 B\u00f6rsG (vgl. S. 46 ff., 146 des Entwurfs).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Vorschl\u00e4ge hinsichtlich der B\u00f6rsZulV gehen auf die \u00c4nderungen der unionsrechtlichen Grundlagen, insb. des Art. 51a MiFID II, zur\u00fcck. Sie betreffen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Aufhebung des \u00a7 2 Abs. 4 B\u00f6rsZulV, wonach die B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung geringere Betr\u00e4ge als in 2 Abs. 1-3 B\u00f6rsZulV vorgeschrieben zulassen kann, wenn sie \u00fcberzeugt ist, dass sich f\u00fcr die zuzulassenden Wertpapiere ein ausreichender Markt bilden wird (vgl. S. 11, 123 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Aufhebung des \u00a7 3 B\u00f6rsZulV, der bislang die Dauer des Bestehens des Emittenten geregelt hat (vgl. S. 11, 123 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Vorgaben zur Streuung von Aktien in \u00a7 9 B\u00f6rsZulV (vgl. S. 11 f., 124 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Ver\u00f6ffentlichung der B\u00f6rsenzulassung, die nach \u00a7 51 B\u00f6rsZulV-E nicht mehr im Bundesanzeiger, sondern von der B\u00f6rsengesch\u00e4ftsf\u00fchrung unverz\u00fcglich auf der Internetseite der B\u00f6rse oder des B\u00f6rsentr\u00e4gers ver\u00f6ffentlicht werden soll (vgl. S. 12, 124 des Entwurfs).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn schon das B\u00f6rsenrecht angefasst wird, w\u00e4re die Beseitigung von Unklarheiten in \u00a7\u00a7 44\u00a0ff. B\u00f6rsG w\u00fcnschenswert, die die B\u00f6rsenmantelaktiengesellschaft (BMAG) betreffen (s. dazu <em>Harnos<\/em>, <a href=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2023\/10\/03\/baustellen-im-spacs-regime-nach-dem-regierungsentwurf-des-zukunftsfinanzierungsgesetzes\/\">Blog-Beitrag v. 3.10.2023<\/a> [<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=y-wpgesr.1593\">GESRBLOG0001593<\/a>] und <em>Harnos<\/em>, AG 2024, S53).<\/p>\n<p><strong>Zul\u00e4ssigkeit von Penny Stocks<\/strong><\/p>\n<p>Im Aktienrecht will der Gesetzgeber \u2013 den Rufen aus dem Schrifttum folgend (s. <em>DAV-HRA<\/em>, NZG 2023, 738 Rz.\u00a081\u00a0ff.;<em> Lieder<\/em>\/<em>Singhof<\/em> in VGR, Reformbedarf im Aktienrecht, 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=vgr30.14.04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a014.25\u00a0f.<\/a>; kritisch aber <em>Beneke<\/em>\/<em>Heidel<\/em>\/<em>Lochner<\/em>, AG 2024, 528 Rz.\u00a042) \u2013 mit der Einf\u00fchrung des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a07 AktG-E die sog. \u201ePenny Stocks\u201c erm\u00f6glichen (vgl. S.\u00a055, 151 des Entwurfs): Nach \u00a7 8 Abs.\u00a07 Satz 1 AktG-E kann die Satzung vorsehen, dass Nennbetragsaktien einen geringeren Nennwert haben d\u00fcrfen. In diesem Fall m\u00fcssen sie gem. \u00a7 8 Abs.\u00a07 Satz 2 AktG-E auf mindestens einen Eurocent lauten. F\u00fcr St\u00fcckaktien kann die Satzung gem. \u00a7 8 Abs.\u00a07 Satz 3 AktG-E vorsehen, dass der auf die einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals einen Eurocent betragen darf. Im \u00dcbrigen findet \u00a7 8 Abs. 2 Satz 2 und 3 AktG gem. \u00a7 8 Abs.\u00a07 Satz 4 AktG-E entsprechende Anwendung. Das bedeutet, dass Aktien \u00fcber einen geringeren Nennbetrag als ein Eurocent nichtig sind und dass f\u00fcr den Schaden aus der Ausgabe die Ausgeber den Inhabern als Gesamtschuldner verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Der Vorschlag des BMF, der die Unternehmensfinanzierung erleichtern d\u00fcrfte, ist generell zu begr\u00fc\u00dfen. Es leuchtet aber nicht ein, warum die Zul\u00e4ssigkeit von \u201ePenny Stocks\u201c in der Satzung vorgesehen sein muss. Die Materialien f\u00fchren insoweit aus, dass durch eine ausdr\u00fcckliche Satzungsregelung, die zur Ausgabe entsprechender Aktien mit geringeren Nennbetr\u00e4gen erm\u00e4chtigt, der potenziellen Gefahr der Irref\u00fchrung der Anleger vorgebeugt werden soll (vgl. S.\u00a0151 des Entwurfs). Wieso ausgerechnet eine Satzungsklausel die Irref\u00fchrungsgefahr verringern soll, ist indes nicht ganz verst\u00e4ndlich, wenn man bedenkt, dass die Standardisierung der Satzung, die in \u00a7\u00a023 Abs. 5 AktG vorgeschrieben ist, die Verkehrsf\u00e4higkeit der Aktie sicherstellen und die Transaktionskosten senken soll (s. nur <em>Seibt<\/em> in K.\u00a0Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0023.x06x.x01x&amp;q=%23ea.aktg.k0023..06...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 23 AktG Rz.\u00a053<\/a>). Vor dem Hintergrund des \u00a7\u00a023 Abs. 5 AktG erscheint es zweifelhaft, ob Anleger \u2013 die durch den Zwang zur Satzungsregelung gesch\u00fctzt werden sollen \u2013 die Satzungen nach einer Klausel zur Zul\u00e4ssigkeit von \u201ePenny Stocks\u201c durchsuchen werden. Es dr\u00e4ngt sich nicht auf, wieso sie es tun sollten, wenn sie generell davon ausgehen d\u00fcrfen, dass die Satzung ein Standarddokument ist. Mit \u00a7 8 Abs. 7 AktG-E setzt das BMF f\u00fcr die Aktion\u00e4re einen Anreiz, die Satzungen zu studieren und damit die Transaktionskosten zu erh\u00f6hen. Dies l\u00e4uft dem Zweck des \u00a7 23 Abs. 5 AktG zuwider.<\/p>\n<p>Insoweit erscheint es \u00fcberzeugender, \u00a7 8 Abs. 7 AktG-E zu streichen und im Anschluss an die Vorschl\u00e4ge aus dem Schrifttum \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 und 4, Abs. 3 Satz\u00a03 AktG dergestalt zu \u00e4ndern, dass Nennbetragsaktien mindestens auf einen Eurocent und h\u00f6here Aktiennennbetr\u00e4ge auf volle Eurocent lauten m\u00fcssen bzw. dass der anteilige Betrag des Grundkapitals einen Eurocent nicht \u00fcberschreiten darf (daf\u00fcr <em>DAV-HRA<\/em>, NZG 2023, 738 Rz.\u00a081; <em>Lieder<\/em>\/<em>Singhof<\/em> in VGR, Reformbedarf im Aktienrecht, 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=vgr30.14.04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rz.\u00a014.25<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Kapitalmarktrechtliche Regelungen zur Mehrstimmrechtsaktie<\/strong><\/p>\n<p>Einige Regelungsvorschl\u00e4ge haben die Mehrstimmrechtsaktie zum Gegenstand, wobei das BMF den \u00a7\u00a0135a AktG nicht \u00e4ndern will. Vielmehr fokussiert sich das Ministerium auf kapitalmarktrechtliche Vorschriften, die u.a. der Umsetzung der Mehrstimmrechtsaktien-RL dienen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mit \u00a7 76a WpHG-E, \u00a7 48b B\u00f6rsG-E will der Gesetzgeber die Transparenz hinsichtlich der Mehrstimmrechtsaktienstrukturen bei Gesellschaften erh\u00f6hen, deren Aktien in multilateralen Handelssystemen (MTF) und KMU-Wachstumsm\u00e4rkten gehandelt werden (vgl. S. 22\u00a0f., 132 und S. 51\u00a0f. des Entwurfs).<\/li>\n<li>In \u00a7 74 Abs. 6 WpHG-E soll geregelt werden, dass Betreiber eines multilateralen Handelssystems die Zulassung der Aktien eines Emittenten zum Handel nicht mit der Begr\u00fcndung verhindern d\u00fcrfen, dass die AG eine Struktur mit Mehrstimmrechtsaktien nach \u00a7\u00a0135a AktG eingef\u00fchrt hat (vgl. S. 20, 131 des Entwurfs). Eine Parallelregelung soll f\u00fcr B\u00f6rsentr\u00e4ger, die einen Freiverkehr betreiben, in \u00a7 48 Abs. 6 B\u00f6rsG-E eingef\u00fchrt werden (vgl. S.\u00a050, 148 des Entwurfs). Diese Vorschl\u00e4ge \u00fcberzeugen, weil sie die partielle Satzungsautonomie, die \u00a7 135a AktG schafft, vor mittelbaren b\u00f6rsenrechtlichen Einschr\u00e4nkungen sch\u00fctzen. Die Materialien sprechen treffend von einem Diskriminierungsverbot (vgl. S. 131 und 148 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Nach \u00a7 5 Abs. 2 Satz 2 EGAktG-E soll \u00a7 135a Abs.\u00a01 Satz\u00a02 AktG \u2013 der die Beschr\u00e4nkung des maximalen Stimmgewichts einer Mehrstimmrechtsaktie auf das Zehnfache des Stimmrechts einer Stammaktie regelt (s. nur <em>Harnos<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0135a.x03x.x02x.x01x&amp;q=%23ea.aktg.k0135a..03...02...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 135a AktG Rz. 12 ff.<\/a>) \u2013 auch dann gelten, wenn die Aktien einer Altgesellschaft i.S.d. \u00a7 5 Abs. 2 EGAktG nach dem Inkrafttreten des ZuFinG II in den Handel an einem multilateralen Handelssystem nach \u00a7 2 Abs. 6 B\u00f6rsG einbezogen werden, das kein Freiverkehr ist, und die Altgesellschaft zu diesem Zeitpunkt noch nicht b\u00f6rsennotiert ist und noch keine Aktien in den Handel an einem multilateralen Handelssystem einbezogen hatte (vgl. S. 56 des Entwurfs). Damit will der Gesetzgeber Art. 4 Abs. 1 lit. b) Ziff. i) Mehrstimmrechtsaktien-RL umsetzen, der auch f\u00fcr Gesellschaften gilt, deren Aktien in sonstigen MTF als dem Freiverkehr handelbar sind (vgl. S. 153 des Entwurfs).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens sollten das Kabinett und das Parlament pr\u00fcfen, ob kleinere Ausbesserungen des \u00a7 135a AktG vorgenommen werden sollten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Verfallsklauseln des \u00a7 135a Abs. 2 AktG gelten auch dann, wenn die Aktien des Emittenten ohne einen Antrag in den Freiverkehr einbezogen wurden. Dies ist nicht sachgerecht. Vorzugsw\u00fcrdig w\u00e4re es, wenn \u00a7 135a Abs. 2 AktG nur auf Gesellschaften anwendbar w\u00e4re, deren Aktien mit Zustimmung des Emittenten in den Handel im Freiverkehr einbezogen wurden (so der begr\u00fc\u00dfenswerte Vorschlag von <em>Ceesay<\/em>, AG 2024, S2 Rz. 42 ff.; s. ferner zum Problem und zu L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen <em>Harnos<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0135a.x04x.x01x&amp;q=%23ea.aktg.k0135a..03...02...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 135a AktG Rz. 34 f.<\/a>).<\/li>\n<li>Die \u00fcbertragungsbezogene Verfallsklausel des \u00a7 135a Abs. 2 Satz 1 AktG ist einerseits zu weit, weil sie auch Umstrukturierungsf\u00e4lle erfasst, in denen der Inhaber der Mehrstimmrechtsaktie sich formell ge\u00e4ndert hat, in wirtschaftlicher Hinsicht aber gleich geblieben ist (hierzu etwa <em>Denninger<\/em>\/<em>von B\u00fclow<\/em>, AG 2023, 417 Rz.\u00a033; <em>Gebhard<\/em>\/<em>Herzog<\/em>, ZIP 2023, 1161, 1166; <em>Harnos<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0135a.x04x.x02x.x01x&amp;q=%23ea.aktg.k0135a..04...02...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 135a AktG Rz. 37<\/a>). Andererseits ist sie zu eng, weil sie dem Wortlaut nach nicht eingreift, wenn eine rechtsf\u00e4hige Personenvereinigung die Mehrstimmrechtsaktien h\u00e4lt und die Mitglieder jener Personenvereinigung wechseln (vgl. dazu <em>Harnos<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0135a.x04x.x02x.x02x&amp;q=%23ea.aktg.k0135a..04...02...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 135a AktG Rz. 40 ff.<\/a> m.w.N. zu L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen). Diese Konstellationen k\u00f6nnte der Gesetzgeber im Wortlaut des \u00a7 135a Abs. 2 Satz 1 AktG abbilden.<\/li>\n<li>Die Position der Mehrstimmrechtsaktion\u00e4re kann infolge von Kapitalma\u00dfnahmen verw\u00e4ssern. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf \u00a7 135a Abs. 1 Satz 3 AktG, der auch die (nachtr\u00e4gliche) Emission von Mehrstimmrechtsaktien im Rahmen einer Kapitalerh\u00f6hung von der Zustimmung s\u00e4mtlicher betroffenen Gesellschafter abh\u00e4ngig macht (zum Problem <em>Ceesay<\/em>, AG 2024, S2 Rz.\u00a057\u00a0f.; <em>Florstedt<\/em>, ZGR 2024, 321, 343\u00a0f.; <em>Harnos<\/em> in K. Schmidt\/Lutter, 5. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ea.aktg.k0135a.x07x.x02x&amp;q=%23ea.aktg.k0135a..04...02...01.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 135a AktG Rz. 70 ff.<\/a>). Der Gesetzgeber k\u00f6nnte sich auch \u00a0dieses Problems (ergebnisoffen) annehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Emittentenfinanzierte Analysen<\/strong><\/p>\n<p>Mit \u00a7 63a WpHG-E will der Gesetzgeber in Umsetzung des Art. 24 Abs. 3a-3d MiFID II, der ein Bestandteil des <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:52022PC0760\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Listing Acts<\/a> ist, die Vorschriften \u00fcber die Analysen (Research), die bislang in \u00a7 70 Abs. 2 Satz\u00a02-5, Abs. 3, Abs. 6a WpHG verortet waren, um weitere Vorgaben erg\u00e4nzen (vgl. S. 19, 131 des Entwurfs). So wird in \u00a7 63a Abs. 1 Satz 1 WpHG-E angeordnet, dass Analysen redlich eindeutig sein m\u00fcssen und nicht irref\u00fchrend sein d\u00fcrfen. Au\u00dferdem m\u00fcssen Analysen nach \u00a7 63a Abs. 1 Satz 2 WpHG-E eindeutig als solche erkennbar sein, es sei denn, sie sind aufgrund von WpHG oder VO (EU) 2017\/565 als Marketingmitteilungen zu kennzeichnen.<\/p>\n<p>\u00a7 63a Abs. 2 und 3 WpHG-E enth\u00e4lt Vorschriften \u00fcber Analysen, die ganz oder teilweise durch Emittenten finanziert wurden (emittentenfinanzierte Analysen). In \u00a7 63a Abs. 2 WpHG-E geht es im Wesentlichen um die Kennzeichnungspflichten und die Einhaltung eines EU-Verhaltenskodex f\u00fcr emittentenfinanzierte Analysen, der nach Art. 24 Abs. 3d MiFID II erlassen werden kann. \u00a7 63a Abs. 3 WpHG-E statuiert Organisationspflichten, deren Erf\u00fcllung gew\u00e4hrleisten soll, dass die emittentenfinanzierten Analysen den Vorgaben des \u00a7 63a Abs. 1 und 2 WpHG-E entsprechen und unter Einhaltung des EU-Verhaltenskodex f\u00fcr emittentenfinanzierte Analysen erstellt wurden.<\/p>\n<p>Zudem will das BMF \u00a7 70 Abs. 6a WpHG, der bislang die Analysen \u00fcber Unternehmen mit geringer oder mittlerer Kapitalausstattung regelt (dazu <em>Beule<\/em> in Assmann\/Uwe H. Schneider\/M\u00fclbert, Wertpapierhandelsrecht, 8.\u00a0Aufl. 2023, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=asw.wphg.k0070.x02x.x04x.x04x&amp;q=%23asw.wphg.k0070..02...04...03.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7\u00a070 WpHG Rz.\u00a026a<\/a>), neu fassen (vgl. S. 20 des Entwurfs). Die \u00c4nderungen f\u00fchren dazu, dass \u00a7 70 Abs. 6a WpHG den Charakter einer Sondervorschrift f\u00fcr Unternehmen mit geringer oder mittlerer Kapitalausstattung verliert: Nach \u00a7 70 Abs. 6a Satz 1 Nr. 3 WpHG-E soll es nicht mehr darauf ankommen, ob die Analysen &#8222;Emittenten betreffen, die in den 36 Monaten vor der Bereitstellung der Analysen eine Marktkapitalisierung von 1 Milliarde Euro nicht \u00fcberschritten haben&#8220;. Neu eingef\u00fcgt wird zudem \u00a7 70 Abs. 6b WpHG-E, in dem geregelt werden soll, wann die Bereitstellung von Analysen keine Zuwendung darstellt (zum unionsrechtlichen Hintergrund der \u00c4nderungen vgl. S. 131 des Entwurfs).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich soll die BaFin nach \u00a7 6 Abs. 2h WpHG-E die Befugnis haben, die \u00d6ffentlichkeit zu warnen oder die Verbreitung von emittentenfinanzierten Analysen durch Wertpapierdienstleistungsunternehmen auszusetzen, wenn emittentengesponserte Analysen nicht im Einklang mit dem nach Art. 24 Abs. 3d MiFID erlassenen EU-Verhaltenskodex f\u00fcr emittentengesponserte Analysen erstellt wurden (vgl. S. 18, 130 des Entwurfs).<\/p>\n<p><strong>Weitere \u00c4nderungen des Wertpapierhandelsrechts<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Regelungsvorschl\u00e4ge, die das Wertpapierhandelsrecht zum Gegenstand haben, betreffen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Anpassung der Kataloge der \u00a7\u00a7 2, 3 WpHG an die \u00c4nderungen der MiFID II und MiFIR (vgl. S. 12 ff., 125 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Befugnisse der BaFin nach \u00a7 6 WpHG (vgl. S. 13, 18 f., 125 f., 130 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Anpassung der \u00a7\u00a7 40, 41, 46, 49-51, 114-116 WpHG an die ge\u00e4nderte Transparenz-RL (vgl. S.\u00a024 f., 133\u00a0f. des Entwurfs); diese \u00c4nderungen stehen im Zusammenhang mit dem European Single Access Point (s. dazu noch unter Varia).<\/li>\n<li>Die Selbstauskunft bei der Vermittlung des Vertragsschlusses \u00fcber Wertpapiere i.S.d. \u00a7\u00a06 WpPG: \u00a7 65a WpHG und \u00a7 6 WpPG sollen aufgehoben werden (S. 19, 43, 131, 142 des Entwurfs; aufschlussreich und mit Anpassungsvorschl\u00e4gen zu \u00a7 6 WpPG, \u00a7 65a WpHG <em>Schmoll<\/em>, WM 2024, 631).<\/li>\n<li>Die Aufhebung einer Reihe von Vorschriften \u00fcber den Einsatz von Mitarbeitern der Wertpapierdienstleistungsunternehmen in \u00a7 87 WpHG (vgl. dazu S. 15, 128 des Entwurfs). Au\u00dferdem sollen Vorschriften, die bislang in \u00a7\u00a7 1 bis 6 WpHG-Mitarbeiteranzeigeverordnung (WpHGMaAnzV) verortet waren und die die Sachkunde der Mitarbeiter der Wertpapierdienstleistungsunternehmen betreffen, in \u00a7\u00a7 14-21 WpDVerOV-E \u00fcberf\u00fchrt werden, die (vgl. S.\u00a029 ff., 136\u00a0f. des Entwurfs)<\/li>\n<li>Die Erleichterung des Zugangs zu Drittstaatenhandelspl\u00e4tzen: Die \u00a7\u00a7 102-105 WpHG sollen ersatzlos gestrichen werden (zum teleologischen Hintergrund vgl. S.\u00a0129 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die Bu\u00dfgeldtatbest\u00e4nde des \u00a7 120 WpHG sollen an die materiell-rechtlichen WpHG-\u00c4nderungen angepasst werden (vgl. S. 16\u00a0ff., 23\u00a0f. des Entwurfs). Bei dieser Gelegenheit k\u00f6nnte der Gesetzgeber die Unklarheiten beseitigen, die mit \u00a7\u00a0120 Abs.\u00a02 Nr. 14 WpHG einhergehen (Sanktionierung der Verst\u00f6\u00dfe gegen \u00a7 86 Abs. 1 WpHG; zum Problem <em>Harnos<\/em> in BeckOK\/WpHR, Ed. 12 Stand: 1.4.2024, \u00a7\u00a086 WpHG Rz.\u00a023.1).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Investitionsfreundliches Einkommensteuerrecht<\/strong><\/p>\n<p>In den Ministerialentw\u00fcrfen zum ZuFinG I war eine Erh\u00f6hung des Freibetrags in \u00a7\u00a03 Nr. 39 EStG von 1.440 \u20ac auf 5.000 \u20ac vorgesehen (vgl. RefE ZuFinG I, S.\u00a027, 109, RegE ZuFinG I, BT-Drucks. 20\/8292, 33, 129). Der Bundestag hat auf Beschlussempfehlung des Finanzausschusses hin die Freibetragsgrenze auf 2.000 \u20ac im Hinblick auf die haushalterischen Auswirkungen herabgesetzt (vgl. BeschlussE FinanzA ZuFinG I, BT-Drucks. 20\/9363, 56; krit. dazu <em>Harnos<\/em>, AG 2023, 873 Rz.\u00a024).<\/p>\n<p>Nunmehr schl\u00e4gt das BMF abermals eine Erh\u00f6hung des Freibetrags in \u00a7\u00a03 Nr. 39 EStG auf 5.000\u00a0\u20ac vor, die durch \u00c4nderungen der \u00a7\u00a7 17, 20, 43a EStG flankiert werden soll (vgl. S.\u00a062, 174 ff. des Entwurfs). Es bleibt zu hoffen, dass der Vorsto\u00df diesmal das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren \u00fcberlebt. Zudem w\u00e4re es zweckm\u00e4\u00dfig, wenn die Konzernklausel, die noch in \u00a7\u00a019a Abs. 1 Satz\u00a03 AktG-RegE ZuFinG I vorgesehen war (vgl. RefE ZuFinG I, S.\u00a028, 110, RegE ZuFinG I, BT-Drucks. 20\/8292, 34, 130), wieder Eingang in das Gesetzgebungsverfahren f\u00e4nde (zur Streichung s. BeschlussE FinanzA ZuFinG I, BT-Drucks. 20\/9363, 57; krit. dazu <em>Harnos<\/em>, AG 2023, 873 Rz.\u00a024).<\/p>\n<p><strong>Energiewende im Investmentrecht<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dferdem sieht der Entwurf einige \u00c4nderungen des Investmentsteuergesetzes (InvStG) vor, die namentlich das Ziel verfolgen, die Fondsverwalter durch steuerliche Erleichterungen f\u00fcr die Energiewende zu begeistern (vgl. S. 57\u00a0ff., 156 ff. des Entwurfs). Die Vorschl\u00e4ge entsprechen im Wesentlichen dem Diskussionsentwurf, den das BMF im Mai 2024 pr\u00e4sentiert hat (hierzu <em>Dahmen<\/em>\/<em>Schneider-Deters<\/em>, AG 2024, R188, R189 f.).<\/p>\n<p>Auch die Anpassungen des KAGB betreffen die Energiewende (zur Streichung des gr\u00fcnen Investmentrechts im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren zum ZuFinG I s. <em>Harnos<\/em>, AG 2023, 873 Rz.\u00a026\u00a0f.). So soll \u00a7\u00a01 Abs. 19 KAGB im Gleichlauf mit dem InvStG um eine neue Definition in Nr. 6a erweitert werden. Nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a019 Nr. 6a KAGB-E soll die Bewirtschaftung von erneuerbaren Energien i.S.d. KAGB erfassen: die Erzeugung, die Umwandlung, den Transport oder die Speicherung von Energie oder Energietr\u00e4gern aus erneuerbaren Energien nach \u00a7 3 Nr. 21 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und nach \u00a7 3 Abs.\u00a01 Nr. 15 des W\u00e4rmeplanungsgesetzes (WPG) sowie den Transport oder die Speicherung von Abw\u00e4rme nach \u00a7 3 Nr. 21 des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Darauf aufbauend sollen die materiell-rechtlichen Vorschriften in \u00a7\u00a7 231, 261 KAGB im Sinne der Energiewende angepasst werden (vgl. S. 81 ff., 195 ff. des Entwurfs; hierzu auch bereits <em>Dahmen<\/em>\/<em>Schneider-Deters<\/em>, AG 2024, R188\u00a0f.).<\/p>\n<p><strong>Varia<\/strong><\/p>\n<p>Ansonsten betreffen die Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<ul>\n<li>Das zentrale europ\u00e4ische Zugangsportal (European Single Access Point \u2013 ESAP), das mit der ESAP-VO (EU) 2023\/2859 eingerichtet wird und dessen registerrechtliche Grundlage in Deutschland in \u00a7 9d HGB-E verankert werden soll (vgl. S. 8\u00a0f., 121 f. des Entwurfs). Weitere Regelungen sollen die ESAP-VO (EU) 2023\/2859 und den \u00a7\u00a09d HGB-E erg\u00e4nzen (s. etwa \u00a7\u00a7 325, 328b HGB, \u00a7\u00a7\u00a024b, 76 Abs. 1a, \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a05, \u00a7\u00a0125 Abs.\u00a05 WpHG-E, \u00a7\u00a7 9a, 14, 27 Wp\u00dcG-E, \u00a7\u00a023 WpPG-E, \u00a7\u00a7 10a, 48a Abs.\u00a01b, \u00a7\u00a050a B\u00f6rsG-E, \u00a7\u00a7 120a, 130, 134b-134d AktG-E, \u00a7\u00a7 11a, 35, 38, 42, 51, 66a, 77, 140, 174 SAG-E, \u00a7\u00a7 37, 69 WPO-E, \u00a7 34d Abs. 11 GewO-E, \u00a7 7c KWG-E, \u00a7 8a WpIG-E, \u00a7 3b PfandBG-E, \u00a7 330a VAG-E).<\/li>\n<li>Das Wertpapierprospektgesetz (WpPG), das insbesondere an die Regelungen des Listing Acts angepasst werden soll (zum Hintergrund vgl. S. 139 ff. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die prospektfreie Schwarmfinanzierung durch Ausgabe von Genossenschaftsanteilen, die Verm\u00f6gensanlagen i.S.d. \u00a7 1 Abs. 2 Nr. 1 VermAnlG sind (s. die Erg\u00e4nzung des \u00a7\u00a02a Abs. 1 VermAnlG und S. 54 f., 150 des Entwurfs).<\/li>\n<li>Das REIT-Gesetz, das f\u00fcr die Zwecke der Energiewende eingespannt werden soll (vgl. S.\u00a056, 153\u00a0ff. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die elektronischen Wertpapiere: \u00a7 20 eWpG, der diverse Ver\u00f6ffentlichungen im Bundesanzeiger vorsieht (dazu etwa <em>Gleske<\/em>\/\u200b<em>Klingenbrunn<\/em> in Hopt\/\u200bSeibt, Schuldverschreibungsrecht, 2. Aufl. 2023, \u00a7\u00a020 eWpG Rz.\u00a01\u00a0ff.), soll komplett gestrichen werden (vgl. S. 57, 155 des Entwurfs). Flankiert wird die Streichung durch Art. 55 ZuFinG II-E, der das ZuFinG I hinsichtlich des \u00a7 20 eWpG \u00e4ndern soll (vgl. S. 95, 208\u00a0f. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Die \u00c4nderungen des KWG (vgl. S.\u00a066 ff., 179\u00a0ff. des Entwurfs) und die damit verbundene Anpassung des Millionenkreditmeldeverfahrens (s. \u00a7 15 Abs. 1a Gro\u00dfkredit- und Millionenkredit-VO-E sowie S. 71, 185 des Entwurfs); auch das WpIG soll angepasst werden (vgl. S. 78\u00a0ff., 192 ff. des Entwurfs).<\/li>\n<li>Das Zahlungsdiensterecht: Einige ZAG-Vorschriften sollen ge\u00e4ndert werden (vgl. S.\u00a073\u00a0ff., 187 ff. des Entwurfs).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungef\u00e4hr neun Monate nach dem Inkrafttreten des Zukunftsfinanzierungsgesetzes (ZuFinG I) hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) den Referentenentwurf eines Zweiten Zukunftsfinanzierungsgesetzes (ZuFinG II) ver\u00f6ffentlicht. Das Gesetzespaket setzt die am 17.7.2024 vom Bundeskabinett beschlossene Wachstumsinitiative um und verfolgt auch dieses Mal das Ziel, private Investitionen anzukurbeln sowie den Finanzstandort Deutschland zu st\u00e4rken. 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