{"id":2291,"date":"2026-05-11T16:32:00","date_gmt":"2026-05-11T14:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=2291"},"modified":"2026-05-11T16:32:00","modified_gmt":"2026-05-11T14:32:00","slug":"olg-frankfurt-zur-genehmigung-und-handelsregistereintragung-eines-nichtigen-gmbh-gesellschafterbeschlusses-analog-%c2%a7-242-abs-2-satz-4-aktg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2026\/05\/11\/olg-frankfurt-zur-genehmigung-und-handelsregistereintragung-eines-nichtigen-gmbh-gesellschafterbeschlusses-analog-%c2%a7-242-abs-2-satz-4-aktg\/","title":{"rendered":"OLG Frankfurt zur Genehmigung und Handelsregistereintragung eines nichtigen GmbH-Gesellschafterbeschlusses analog \u00a7 242 Abs. 2 Satz 4 AktG"},"content":{"rendered":"<h2>I. Der Fall des OLG Frankfurt<\/h2>\n<p>In dem der Entscheidung des 20.\u00a0Zivilsenats des OLG Frankfurt vom 27.10.2025 (OLG Frankfurt v. 27.10.2025 \u2013 20 W 151\/25, GmbHR 2026, 518 m. Anm. <em>Wertenbruch<\/em>) zugrundeliegenden Fall hatte das Registergericht festgestellt, dass die Y\u00a0AG als Gesellschafterin nicht zu der am 31.3.2025 durchgef\u00fchrten GmbH-Gesellschafterversammlung geladen worden war, in der die am 17.4.2025 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldete Abberufung des bis dahin amtierenden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers und die Bestellung eines neuen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers beschlossen wurden. Die Eintragung der in Rede stehenden Ver\u00e4nderungen in das Handelsregister wurde vom Registergericht mit Beschluss vom 2.7.2025 abgelehnt, weil eine wirksame Beschlussfassung durch die Gesellschafterversammlung wegen Nichtladung der Y\u00a0AG nicht habe erfolgen k\u00f6nnen. Die GmbH und der neu bestellte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hatten sich gegen\u00fcber dem Registergericht unzutreffend und vergeblich auf eine Entbehrlichkeit der Ladung der Y\u00a0AG wegen Insolvenz berufen. Denn in der Insolvenz eines GmbH-Gesellschafters werden dessen Mitgliedschaftsrechte vom Insolvenzverwalter wahrgenommen (vgl. BGH v. 24.10.2017 \u2013 II ZR 16\/16, GmbHR 2018, 92 Rz.\u00a015; <em>K.\u00a0Schmidt\/Bochmann<\/em> in Scholz, 13.\u00a0Aufl. 2024, \u00a7\u00a045 GmbHG Rz.\u00a0219; <em>Wertenbruch<\/em> in M\u00fcnchKomm\/GmbHG, 5.\u00a0Aufl. 2026, Anh. \u00a7\u00a047 GmbHG Rz.\u00a0388\u00a0ff.). In Bezug auf eine Beschlussm\u00e4ngelklage ist der Insolvenzverwalter als sog. Partei kraft Amtes aktivlegitimiert und kann einem anh\u00e4ngigen Rechtsstreit als Nebenintervenient beitreten. Im Fall des OLG Frankfurt erhielt die GmbH von der Insolvenzverwalterin der Y\u00a0AG am 3.7.2025 allerdings eine E-Mail mit folgendem Inhalt: <em>\u201eWir werden gegen die uns \u00fcbermittelten Beschl\u00fcsse trotz fehlender Ladung zur Gesellschafterversammlung im M\u00e4rz diesen Jahres kein Rechtsmittel ergreifen.\u201c<\/em> Der auf diese Mitteilung der Insolvenzverwalterin gest\u00fctzten Beschwerde der GmbH und des neu bestellten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers half das Registergericht mit Beschluss vom 30.7.2025 nicht ab, weil die nunmehr von den Beschwerdef\u00fchrern geltend gemachte \u201eNachgenehmigung\u201c nicht unverz\u00fcglich erfolgt sei.<\/p>\n<h2>II. Der schwerwiegende Einberufungsmangel als rechtsform\u00fcbergreifender Nichtigkeitsgrund<\/h2>\n<p>Nach \u00a7\u00a0241 Nr.\u00a01 AktG ist ein Beschluss der Hauptversammlung nichtig, wenn er in einer Hauptversammlung gefasst worden ist, die unter Versto\u00df gegen \u00a7\u00a0121 Abs.\u00a02 und 3 Satz\u00a01 oder Abs.\u00a04 und 4b Satz\u00a01 AktG einberufen war. \u00a7\u00a0241 Nr.\u00a01 AktG wurde vom BGH in st\u00e4ndiger Rechtsprechung auf bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) gefasste Gesellschafterbeschl\u00fcsse analog angewendet (BGH v. 7.2.1983 \u2013 II ZR 14\/82, BGHZ 87, 1, 2\u00a0= GmbHR 1983, 267\u00a0f.; BGH v. 14.12.1961 \u2013 II ZR 97\/59, BGHZ 36, 207, 210\u00a0f.\u00a0= GmbHR 1962, 48; BGH v. 30.3.1987 \u2013 II ZR 180\/86, BGHZ 100, 264, 265\u00a0= GmbHR 1987, 424; BGH v. 19.1.1978 \u2013 II ZR 133\/77, WM 1978, 551, 552; BGH v. 24.6.1996 \u2013 II ZR 56\/95, GmbHR 1997, 165\u00a0f.; BGH v. 20.9.2004 \u2013 II ZR 334\/02, ZIP 2004, 2186, 2189; BGH v. 13.2.2006 \u2013 II ZR 200\/04, GmbHR 2006, 538 Rz.\u00a09). Die f\u00fcr die Personenhandelsgesellschaften als Regelmodell und f\u00fcr die rechtsf\u00e4hige GbR i.S.d. \u00a7\u00a0705 Abs.\u00a02 Var.\u00a01 BGB sowie die PartG als durch Gesellschaftsvertrag w\u00e4hlbare Option geltenden Vorschriften der \u00a7\u00a7\u00a0110\u00a0ff. HGB \u00fcber die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen Gesellschafterbeschl\u00fcsse entfalten zwar prinzipiell eine Ausstrahlungswirkung auf das bislang nicht gesetzlich geregelte Beschlussm\u00e4ngelrecht der GmbH (vgl. Begr\u00fcndung MoPeG, BT-Drucks. 19\/27635, S.\u00a0228; Wertenbruch, GmbHR 2026, 520\u00a0f.). Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 HGB ist aber ein Gesellschafterbeschluss der OHG und KG nur dann nichtig, wenn er \u201edurch <em>seinen Inhalt<\/em> Rechtsvorschriften verletzt, auf deren Einhaltung die Gesellschafter nicht verzichten k\u00f6nnen\u201c. Verfahrensfehler f\u00fchren daher nach MoPeG grunds\u00e4tzlich nur zur Anfechtbarkeit des Gesellschafterbeschlusses nach \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a01 HGB. Die amtliche Begr\u00fcndung zum MoPeG \u00fcberl\u00e4sst es der Entwicklung durch die Rechtsprechung, ob \u201ebei besonders gewichtigen Einberufungsm\u00e4ngeln\u201c, die das Teilnahmerecht des Gesellschafters tangieren, der Gesellschafterbeschluss nicht nur anfechtbar, sondern vielmehr nichtig ist (Begr\u00fcndung MoPeG, BT-Drucks. 19\/27635, S.\u00a0228\u00a0f.; vgl. dazu Wertenbruch, GmbHR 2026, 520\u00a0f.). In der zur Rechtsanwalts-PartG ergangenen Entscheidung vom 16.7.2024 (BGH v. 16.7.2024 \u2013 II ZR 100\/23, GmbHR 2024, 1087 Rz.\u00a013\u00a0f.) konstatiert der BGH zutreffend, dass die Einberufung der Gesellschafterversammlung durch einen Unbefugten \u201erechtsform\u00fcbergreifend\u201c zur Unwirksamkeit der Einladung und zur Nichtigkeit nachfolgend gefasster Gesellschafterbeschl\u00fcsse f\u00fchrt, weil ein \u201eMindesterfordernis der Gesellschafterversammlung\u201c fehlt und die Ladung durch einen Unbefugten der Nichtladung eines Gesellschafters gleichkommt (BGH v. 16.7.2024 \u2013 II ZR 100\/23, GmbHR 2024, 1087 Rz.\u00a014). Die Nichtladung eines Gesellschafters hat demnach also wegen Nichtvorliegens eines Mindesterfordernisses der Gesellschafterversammlung auch bei der OHG und KG die Nichtigkeit des betreffenden Gesellschafterbeschlusses zur Folge (Vgl. Wertenbruch, GmbHR 2026, 520\u00a0f.; im Ergebnis auch OLG Hamm v. 25.6.2025 \u2013 8 U 75\/24, ZIP 2026, 37, 43). Diese Nichtigkeitsfolge bei Vorliegen eines gravierenden Einberufungsmangels kann aber bei der OHG und KG wegen der tatbestandlichen Beschr\u00e4nkung des \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 HGB auf inhaltliche M\u00e4ngel des Gesellschafterbeschlusses gerade nicht unmittelbar aus dieser Vorschrift abgeleitet werden (<em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520\u00a0f.; nicht eindeutig insoweit OLG Hamm v. 25.6.2025 \u2013 8 U 75\/24, ZIP 2026, 37, 43).<\/p>\n<p>Da ein schwerwiegender Einberufungsfehler, also insbesondere die Nichtladung eines Gesellschafters und die Ladung durch einen Unbefugten, bei allen Gesellschaftsformen auch ohne explizite gesetzliche Regelung zur Nichtigkeit der in der betreffenden Gesellschafterversammlung gefassten Gesellschafterbeschl\u00fcsse f\u00fchrt, war es aufseiten des MoPeG-Gesetzgebers nicht geboten, dies f\u00fcr Gesellschafterbeschl\u00fcsse der OHG und KG <em>expressis verbis<\/em> klarzustellen (<em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520\u00a0f.). Die aktienrechtliche Regelung des \u00a7\u00a0241 Nr.\u00a01 AktG ist eine Auspr\u00e4gung des vom BGH anerkannten rechtsform\u00fcbergreifenden Prinzips der Nichtigkeit des Gesellschafterbeschlusses bei Vorliegen eines gravierenden Ladungsmangels. Das OLG Frankfurt hat daher zu Recht \u00a7\u00a0241 Nr.\u00a01 AktG analog auf den nach Inkrafttreten des MoPeG gefassten Gesellschafterbeschluss der GmbH angewendet (daf\u00fcr auch <em>Noack<\/em> in Noack\/Servatius\/Haas, 24.\u00a0Aufl. 2025, \u00a7\u00a049 GmbHG Rz.\u00a037; <em>Wertenbruch<\/em> in M\u00fcnchKomm\/GmbHG, 5.\u00a0Aufl. 2026, Anh. \u00a7\u00a047 GmbHG Rz.\u00a035, 36; <em>Schikorra<\/em>, Das Beschlussm\u00e4ngelrecht der GmbH nach dem MoPeG, 2024, S.\u00a0127; <em>Sch\u00fctz<\/em>, Nichtigkeit und Anfechtbarkeit von Beschl\u00fcssen bei fehlerhafter Einberufung der GmbH-Gesellschafterversammlung, 2025, S.\u00a0227\u00a0ff.; <em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520\u00a0f.; a.A. <em>Kaulbach<\/em>, ZHR 186 (2022), 729, 753\u00a0f.).<\/p>\n<h2>III. Genehmigung des nichtigen Gesellschafterbeschlusses analog \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 S.\u00a04 AktG durch Verzicht auf die R\u00fcge des Einberufungsmangels<\/h2>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG kann in dem Fall, in dem ein Hauptversammlungsbeschluss wegen Versto\u00dfes gegen \u00a7\u00a0121 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 AktG gem. \u00a7\u00a0241 Nr.\u00a01 AktG nichtig ist, die Nichtigkeit dann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn der nicht geladene Aktion\u00e4r den Beschluss genehmigt. \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG ist auch nach Inkrafttreten des MoPeG weiterhin entsprechend auf die Gesellschafterbeschl\u00fcsse der GmbH anzuwenden (OLG Frankfurt v. 27.10.2025 \u2013 20 W 151\/25, GmbHR 2026, 518, 519\u00a0f.; <em>Wertenbruch<\/em> in M\u00fcnchKomm\/GmbHG, 5.\u00a0Aufl. 2026, Anh. \u00a7\u00a047 GmbHG Rz.\u00a0197, 198; <em>Kaulbach<\/em>, ZHR 186 (2022), 729, 766; <em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520\u00a0ff.; a.A. <em>Schikorra<\/em>, Das Beschlussm\u00e4ngelrecht der GmbH nach dem MoPeG, 2024, S.\u00a0131\u00a0f.). Nach dem Wortlaut des \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG h\u00e4ngt die Heilung der Nichtigkeit zwar von einer auf den betreffenden nichtigen Gesellschafterbeschluss gerichteten Genehmigung ab. Es war aber auch schon bislang anerkannt, dass einer derartigen explizit beschlussbezogenen Genehmigung durch den nicht geladenen Gesellschafter der nicht ausdr\u00fccklich von \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG erfasste Verzicht dieses Gesellschafters auf die R\u00fcge des Ladungsmangels gleichsteht (BGH v. 7.2.1983 \u2013 II ZR 14\/82, BGHZ 87, 1, 4\u00a0= GmbHR 1983, 267\u00a0f.; OLG Frankfurt v. 27.10.2025 \u2013 20 W 151\/25, GmbHR 2026, 518, 519\u00a0f.; <em>Bayer<\/em> in Lutter\/Hommelhoff, 21.\u00a0Aufl. 2023, Anh. \u00a7\u00a047 GmbHG Rz.\u00a028; <em>Wertenbruch<\/em> in M\u00fcnchKomm\/GmbHG, 5.\u00a0Aufl. 2026, Anh. \u00a7\u00a047 GmbHG Rz.\u00a0198; <em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520\u00a0f.). Im Fall des OLG Frankfurt stellte die E-Mail der Insolvenzverwalterin der Y\u00a0AG vom 3.7.2025 einen Verzicht auf die R\u00fcge des Einberufungsmangels in Form der Nichtladung dar. Dadurch ist analog \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG eine Genehmigung des nichtigen Gesellschafterbeschlusses eingetreten.<\/p>\n<h2>IV. Nichtgeltung einer Frist f\u00fcr die Genehmigung des Gesellschafterbeschlusses nach \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG<\/h2>\n<p>Eine Frist f\u00fcr die Genehmigung des nichtigen Gesellschafterbeschlusses sieht \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG nicht vor. Das OLG Frankfurt geht zutreffend davon aus, dass die Genehmigung auch nicht \u201eunverz\u00fcglich\u201c i.S.d. \u00a7\u00a0121 Abs.\u00a01 BGB erfolgen muss (OLG Frankfurt v. 27.10.2025 \u2013 20 W 151\/25, GmbHR 2026, 518, 519\u00a0f.). Daf\u00fcr spricht sowohl in Bezug auf Hauptversammlungsbeschl\u00fcsse der AG als auch \u2013 im Rahmen der analogen Anwendung \u2013 bei Gesellschafterbeschl\u00fcssen der GmbH der Umkehrschluss aus \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG (<em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520, 521\u00a0f.). Die Genehmigung des nichtigen Hauptversammlungsbeschlusses bzw. des nichtigen GmbH-Gesellschafterbeschlusses muss also nicht gem. \u00a7\u00a0121 Abs.\u00a01 BGB \u201eohne schuldhaftes Z\u00f6gern\u201c erfolgen.<\/p>\n<h2>V. Nichtvorliegen der Voraussetzungen einer Verwirkung im Fall des OLG Frankfurt<\/h2>\n<p>Das Nichtbestehen einer gesetzlichen Genehmigungsfrist schlie\u00dft aber eine Anwendung des allgemeinen Rechtsinstituts der Verwirkung sowohl bei der direkten Anwendung des \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 S.\u00a04 AktG auf die AG als auch bei der analogen Anwendung auf die GmbH nicht aus (Wertenbruch, GmbHR 2026, 520, 521\u00a0f.). Die Geltung dieses Rechtsinstituts auch im Aktienrecht ist anerkannt (vgl. BGH v. 17.5.1993 \u2013 II ZR 89\/92, BGHZ 122, 342\u00a0= ZIP 1993, 1079, 1080\u00a0ff. zum Eintritt der Verwirkung des Rechts eines Mitglieds des Aufsichtsrats der AG auf Erhebung einer Klage auf Feststellung der Nichtigkeit eines Aufsichtsratsbeschlusses; Wertenbruch, Beschlussm\u00e4ngel bei Aufsichtsratsbeschl\u00fcssen, 11. Deutsch-\u00d6sterreichisch-Schweizerisches Symposium zum Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht \u201eAufsichtsrat \u2013 Verwaltungsrat \u2013 Beirat\u201c, 2022, S.\u00a0259, 268\u00a0ff.). Im Rahmen der analogen Anwendung des \u00a7\u00a0242 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 AktG auf die Gesellschafterbeschl\u00fcsse der GmbH kann es ebenfalls zu einer Verwirkung kommen. Allein der Ablauf eines gewissen Zeitraums (Zeitmoment) f\u00fchrt allerdings noch nicht zum Eintritt der Verwirkung. Hinzukommen muss, dass die Gesellschaft aufgrund der Gesamtumst\u00e4nde nicht mehr mit einer Genehmigung rechnen musste (Umstandsmoment, vgl. dazu <em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520, 522). Im Fall des OLG Frankfurt war der nichtige Gesellschafterbeschluss der GmbH bez\u00fcglich der Abberufung eines Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers und die Bestellung eines neuen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers am 31.3.2025 gefasst worden. Der Verzicht der Insolvenzverwalterin der nicht geladenen Gesellschafterin (Y AG) erfolgte per E-Mail am 3.7.2025. Da die Insolvenzverwaltung insbesondere bei einer AG die Bearbeitung einer Vielzahl von Gesch\u00e4ftsvorg\u00e4ngen erfordert, ist im Falle einer Genehmigung des Gesellschafterbeschlusses drei Monate nach der Beschlussfassung jedenfalls das Umstandsmoment der Verwirkung nicht erf\u00fcllt (<em>Wertenbruch<\/em>, GmbHR 2026, 520, 522).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. 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Wertenbruch) zugrundeliegenden Fall hatte das Registergericht festgestellt, dass die Y\u00a0AG als Gesellschafterin nicht zu der am 31.3.2025 durchgef\u00fchrten GmbH-Gesellschafterversammlung geladen worden war, in der die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":484,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[10],"tags":[78,334,1103,1105,79,1106,162,39,158,1102,1104,1107,1108],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/users\/484"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2291"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2293,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions\/2293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}