{"id":397,"date":"2019-07-11T10:39:39","date_gmt":"2019-07-11T08:39:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=397"},"modified":"2019-07-16T11:25:45","modified_gmt":"2019-07-16T09:25:45","slug":"der-bfh-klaert-streitfragen-zum-antrag-auf-rueckbeziehung-nach-%c2%a7-20-abs-5-satz-1-umwstg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2019\/07\/11\/der-bfh-klaert-streitfragen-zum-antrag-auf-rueckbeziehung-nach-%c2%a7-20-abs-5-satz-1-umwstg\/","title":{"rendered":"Der BFH kl\u00e4rt Streitfragen zum Antrag auf R\u00fcckbeziehung nach \u00a7 20 Abs. 5 Satz 1 UmwStG"},"content":{"rendered":"<p>Mit seinem Urteil vom 19.12.2018 (I R 1\/17) hat der BFH einige ganz grundlegende Fragen zum R\u00fcckbeziehungsantrag nach \u00a7 20 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 6 UmwStG gestellt. Das Urteil enth\u00e4lt vier zentrale Aussagen:<\/p>\n<ol>\n<li>Der Antrag ist von der \u00fcbernehmenden Gesellschaft zu stellen.<\/li>\n<li>Der Antrag ist nicht fristgebunden.<\/li>\n<li>Ein Formerfordernis besteht nicht.<\/li>\n<li>Die nachtr\u00e4gliche \u00c4nderung eines gestellten Antrags ist unzul\u00e4ssig.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In den ersten drei Punkten ist dem BFH zuzustimmen. Begr\u00fc\u00dfenswert ist v.a. die Ansicht, dass der Antrag keiner Frist unterliegt. Die Konsequenz ist, dass die R\u00fcckbeziehung bis zum Eintritt der materiellen Bestandskraft geltend gemacht werden kann. M.E. ist die weitere Folge, dass durch die Stellung des R\u00fcckbeziehungsantrags u.U. auch ein bereits ausge\u00fcbtes Bewertungswahlrecht nach \u00a7 20 Abs. 2 Satz 2 UmwStG nochmals ge\u00e4ndert werden kann, wenn sich durch die \u00c4nderung des Einbringungszeitpunkts auch der Zeitpunkt der ma\u00dfgeblichen Schlussbilanz \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Dass der BFH den einmal gestellten R\u00fcckbeziehungsantrag f\u00fcr nicht mehr \u00e4nderbar h\u00e4lt, \u00fcberzeugt hingegen nicht. Der BFH argumentiert, dass sich durch die R\u00fcckbeziehung der f\u00fcr die Besteuerung relevante Sachverhalt \u00e4ndere und der \u00fcbernehmenden Gesellschaft eine nachtr\u00e4gliche Einwirkung auf den damit verbundenen Steueranspruch verwehrt sei. Dabei verkennt der BFH m.E., dass die einzige Sachverhalts\u00e4nderung, die bei einer Antrags\u00e4nderung eintritt, eben diese \u00c4nderung des Antrags ist. Der Sachverhalt selbst bleibt unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><em>Anzeige:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.otto-schmidt.de\/die-unternehmensumwandlung-9783504623234.html?utm_source=home_top_120619&amp;utm_medium=Banner&amp;utm_content=stre4_9\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-413 size-full\" src=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-content\/uploads\/sites\/12\/2019\/07\/STRE-4_9-Ban-510x120-05_19-1.png\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-content\/uploads\/sites\/12\/2019\/07\/STRE-4_9-Ban-510x120-05_19-1.png 510w, https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-content\/uploads\/sites\/12\/2019\/07\/STRE-4_9-Ban-510x120-05_19-1-300x71.png 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Gestaltungsberatung bringt die Entscheidung wenig Neues. Hier gilt \u2013 wie schon bislang \u2013 dass der Antrag auf R\u00fcckbeziehung wohl \u00fcberlegt sein und schriftlich bei dem f\u00fcr die Gesellschaft zust\u00e4ndigen Finanzamt gestellt werden sollte. So lassen sich unn\u00f6tige Diskussion mit dem Finanzamt vermeiden. Es verwundert daher auch nicht, dass es\u00a012 Jahre gebraucht hat, bis der BFH zu solch grundlegenden Fragen des UmwStG 2006 Stellung nehmen konnte. In der Regel gelingt es der Beraterschaft \u2013 unterst\u00fctzt durch Fachseminare und Praxishandb\u00fccher (wie z.B. den gerade in 9. Auflage erschienenen <a href=\"https:\/\/www.otto-schmidt.de\/die-unternehmensumwandlung-9783504623234.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSchwedhelm, Die Unternehmensumwandlung\u201c<\/a>) \u2013 den Mandanten den sichersten Weg durch den Steuerdschungel zu bahnen. Der Weg zu Gericht ist dann entbehrlich. Kommt es dennoch zum Streit, kann die Ansicht des BFH, dass der R\u00fcckbeziehungsantrag nicht fristgebunden ist, ein Rettungsanker sein.<\/p>\n<p>Umfassend zu dieser Entscheidung: <em>Stenert<\/em> in\u00a0<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ubg.2019.07.i.0409.01.e\">Ubg 2019, 409 (411).<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem Urteil vom 19.12.2018 (I R 1\/17) hat der BFH einige ganz grundlegende Fragen zum R\u00fcckbeziehungsantrag nach \u00a7 20 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 6 UmwStG gestellt. Das Urteil enth\u00e4lt vier zentrale Aussagen: Der Antrag ist von der \u00fcbernehmenden Gesellschaft zu stellen. Der Antrag ist nicht fristgebunden. Ein Formerfordernis besteht nicht. 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