{"id":487,"date":"2020-02-28T09:48:15","date_gmt":"2020-02-28T08:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/?p=487"},"modified":"2020-02-28T09:48:15","modified_gmt":"2020-02-28T08:48:15","slug":"update-frauenquote-das-fuepog-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/2020\/02\/28\/update-frauenquote-das-fuepog-ii\/","title":{"rendered":"\u201eUpdate Frauenquote\u201c \u2013 das F\u00fcPoG II"},"content":{"rendered":"<p>Das Familien- und das Justizministerium arbeiten am Entwurf eines Gesetzes zur Erg\u00e4nzung und \u00c4nderung der Regelungen f\u00fcr die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an F\u00fchrungspositionen in der Privatwirtschaft und im \u00f6ffentlichen Dienst, kurz genannt \u201eF\u00fcPoG II\u201c. Der aktuell zirkulierende Gesetzentwurf ist punktuell spektakul\u00e4r:<\/p>\n<ul>\n<li>Vorst\u00e4nde bo\u0308rsennotierter und parita\u0308tisch mitbestimmter Unternehmen m\u00fcssen ku\u0308nftig mit wenigstens einer Frau besetzt werden, sofern dieser mehr als drei Mitglieder hat.<\/li>\n<li>Die bew\u00e4hrten Regelungen zur fixen Aufsichtsratsquote sollen einen breiteren Anwendungsbereich erhalten und auf alle parita\u0308tisch mitbestimmten Unternehmen ausgeweitet werden, also etwa auch auf entsprechende Familienunternehmen.<\/li>\n<li>Die bisherige \u201eGeschlechterquote\u201c wird durch eine Fokussierung auf eine \u201eFrauenquote\u201c abgel\u00f6st.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Angesichts der vielerorts in den Unternehmen gew\u00e4hlten Zielgr\u00f6\u00dfe \u201e<em>null<\/em>\u201c zu erwarten war hingegen die nun geplante Einfu\u0308hrung einer Begru\u0308ndungspflicht sowie die Nachsch\u00e4rfung des Sanktionsmechanismus bei Verletzung von Berichtspflichten im Zusammenhang mit der \u201eflexiblen Quote\u201c. Bei der Kritik an der \u201e<em>null<\/em>\u201c wird mitunter \u00fcbersehen, dass in der Erstanwendung des F\u00fcPoG I die Unternehmen auch damit umgehen mussten, dass obere F\u00fchrungsebenen angefangen vom Aufsichtsrat in der damaligen Realit\u00e4t vielfach m\u00e4nnlich dominiert waren. Insoweit lag es nahe und war vielleicht auch ein Gebot der Ehrlichkeit, dass man dort, wo beispielsweise m\u00e4nnlich besetzte Vorst\u00e4nde langlaufende Vertr\u00e4ge hatten, nicht reine Luftschl\u00f6sser mit \u201esexy\u201c Quoten baute, sondern die Realit\u00e4ten geltender Anstellungsvertr\u00e4ge abbildete.<\/p>\n<p>Auch die Abl\u00f6sung der Geschlechterquote durch eine Frauenquote ist weniger gewichtig als es vermeintlich klingt. Sie war mit der Entscheidung des BVerfG zum dritten Geschlecht (BVerfG v. 10.10.2017 \u2013 1 BvR 2019\/16, BVErfGE 147, 1\u201330) aufgrund des Diskriminierungsverbotes aus Art. 3 Abs. 3 GG vorgezeichnet. Denn als reine \u201eFrauenquoten\u201c hat man mit Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG eine feste Rechtsgrundlage (vgl. <em>Mutter<\/em> in FS Vetter, 2019, S. 489, 494).<\/p>\n<p>Demgem\u00e4\u00df d\u00fcrfte der Schwerpunkt der Beratungen im Gesetzgebungsverfahren auf der Ausweitung der Quotenregelungen und der neuen Vorstandsquote liegen.<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrlichere Darstellung erfolgt im AG-Report 6\/2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Familien- und das Justizministerium arbeiten am Entwurf eines Gesetzes zur Erg\u00e4nzung und \u00c4nderung der Regelungen f\u00fcr die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an F\u00fchrungspositionen in der Privatwirtschaft und im \u00f6ffentlichen Dienst, kurz genannt \u201eF\u00fcPoG II\u201c. Der aktuell zirkulierende Gesetzentwurf ist punktuell spektakul\u00e4r: Vorst\u00e4nde bo\u0308rsennotierter und parita\u0308tisch mitbestimmter Unternehmen m\u00fcssen ku\u0308nftig mit wenigstens einer Frau besetzt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[2,8,58],"tags":[88,152,153,154,77],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=487"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":488,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487\/revisions\/488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/gesellschaftsrecht\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}