{"id":1085,"date":"2018-08-06T12:22:38","date_gmt":"2018-08-06T10:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1085"},"modified":"2018-08-06T12:22:38","modified_gmt":"2018-08-06T10:22:38","slug":"montagsblog-096","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2018\/08\/06\/montagsblog-096\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Um die formellen Mindestanforderungen an den Inhalt eines Beschlusses gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 ZPO geht es in dieser Woche.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erkennbarkeit der Berufungsantr\u00e4ge in Zur\u00fcckweisungsbeschluss<\/strong><br \/>\nUrteil vom 12.\u00a0Juni 2018 \u2013 II\u00a0ZR\u00a0229\/16<\/p>\n<p><em>Der II. Zivilsenat stellt klar, dass ein mit Rechtsmitteln anfechtbarer Beschluss, mit dem eine Berufung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 zur\u00fcckgewiesen wird, denselben formellen Inhaltsanforderungen unterliegt wie ein Berufungsurteil.<\/em><\/p>\n<p>Der klagende Insolvenzverwalter verlangt von der Mehrheitsgesellschafterin der insolventen GmbH und deren ehemaligem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ersatz wegen einer Zahlung aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Verm\u00f6gens. Das LG verurteilte die beiden Beklagten unter Abweisung der weitergehenden Klage zur Zahlung von 24.750 Euro. Das OLG wies die Berufung der Beklagten nach vorherigem Hinweis durch Beschluss gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 ZPO als offensichtlich unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der BGH verweist die Sache aus formellen Gr\u00fcnden an das OLG zur\u00fcck. Um eine \u00dcberpr\u00fcfung in der Revisionsinstanz zu erm\u00f6glichen, muss ein mit Revision oder Nichtzulassungsbeschwerde anfechtbares Berufungsurteil erkennen lassen, was der Berufungskl\u00e4ger mit seinem Rechtsmittel begehrt hat. Diese Anforderungen gelten auch f\u00fcr einen mit der Nichtzulassungsbeschwerde anfechtbaren Beschluss, mit dem die Berufung nach \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 ZPO zur\u00fcckgewiesen wird. Hierbei reicht es aus, wenn der nach \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 ZPO zu erteilende Hinweis die erforderlichen Angaben enth\u00e4lt und das Gericht im Zur\u00fcckweisungsbeschluss darauf Bezug nimmt. Im Streitfall lie\u00df sich weder dem Zur\u00fcckweisungs- noch dem Hinweisbeschluss entnehmen, was die Beklagten mit ihrer Berufung anstrebten. Deshalb war der Beschluss ohne Sachpr\u00fcfung aufzuheben und die Sache an das OLG zur\u00fcckzuverweisen. In seiner &#8222;Segelanweisung&#8220; f\u00fchrt der BGH erg\u00e4nzend aus, dass die vom LG angestellten Erw\u00e4gungen rechtlich nicht tragf\u00e4hig sind, der geltend gemachte Anspruch nach entsprechender Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts unter anderen rechtlichen Gesichtspunkten aber dennoch begr\u00fcndet sein kann.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000\">Praxistipp:<\/span> Nach der derzeit bis 31.12.2019 befristeten Regelung in \u00a7\u00a026 Nr.\u00a08 EGZPO ist eine Nichtzulassungsbeschwerde in Zivilsachen statthaft, wenn der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 Euro \u00fcbersteigt. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die formellen Mindestanforderungen an den Inhalt eines Beschlusses gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0522 Abs.\u00a02 ZPO geht es in dieser Woche. Erkennbarkeit der Berufungsantr\u00e4ge in Zur\u00fcckweisungsbeschluss Urteil vom 12.\u00a0Juni 2018 \u2013 II\u00a0ZR\u00a0229\/16 Der II. 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