{"id":1150,"date":"2019-03-18T08:51:16","date_gmt":"2019-03-18T07:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1150"},"modified":"2019-03-18T08:53:55","modified_gmt":"2019-03-18T07:53:55","slug":"verstoesse-gegen-die-dsgvo-abmahnfaehig-aktueller-rechtsprechungsueberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2019\/03\/18\/verstoesse-gegen-die-dsgvo-abmahnfaehig-aktueller-rechtsprechungsueberblick\/","title":{"rendered":"Verst\u00f6\u00dfe gegen die DSGVO abmahnf\u00e4hig? Aktueller Rechtsprechungs\u00fcberblick"},"content":{"rendered":"<p><strong>Update: 18. M\u00e4rz 2019 mit Entscheidung des LG Magdeburg<\/strong><\/p>\n<p>Durch eine aktuelle Entscheidung des OLG Hamburg kommt wieder Bewegung in die Diskussion. Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung haben Unternehmer zum 25. Mai 2018 viele neue Pflichten auferlegt bekommen. Eine vollkommen rechtskonforme Umsetzung sollte gut durchdacht sein. Gerade die Verarbeitung personenbezogener Daten kumuliert zwei Risiken: Einerseits sind Tools zur Verarbeitung personenbezogener Daten teils \u00e4u\u00dferst innovativ und somit wenig transparent, sodass Pflichtinformationen gem. Art. 13 DSGVO nur schwierig erteilt werden k\u00f6nnen und auch eine Beurteilung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Verarbeitung schwerer f\u00e4llt. Andererseits ist gerade eine Verarbeitung personenbezogener Daten an der Au\u00dfenflanke eines Unternehmens auch der meistens h\u00e4ufigste Ber\u00fchrungspunkt Dritter zu einem Unternehmen und damit Einfallstor f\u00fcr ein genaueres Hinsehen durch Wettbewerber, Aufsichtsbeh\u00f6rden oder Verb\u00e4nde.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Verst\u00f6\u00dfe gegen Vorgaben der DSGVO von Wettbewerbern und Verb\u00e4nden abgemahnt (und sp\u00e4ter gerichtlich verfolgt) werden? Hierzu ist zu kl\u00e4ren, ob die Regelungen der DSGVO Marktverhaltensnormen nach \u00a7 3a UWG sind.<\/p>\n<p>Es war zu erwarten, dass nach Inkrafttreten der Neuregelungen Abmahnungen ausgesprochen werden, wenn auch der Umfang der Abmahnt\u00e4tigkeit erstaunlich niedrig blieb. Auch die ersten gerichtlichen Entscheidungen liegen vor.<\/p>\n<p><strong>LG W\u00fcrzburg: Ja grunds\u00e4tzlich wettbewerbswidriges Verhalten<\/strong><\/p>\n<p>Das LG W\u00fcrzburg bejahte ohne ausschweifende Begr\u00fcndung lediglich durch Verweis auf fr\u00fcher zum BDSG ergangene Entscheidungen einen Versto\u00df gegen Marktverhaltensnormen bei einer unzureichenden Aufkl\u00e4rung gem. Art. 13 DSGVO (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-bayern.de\/(X(1)S(2jnhf2bqmzncfaa4jr5bxzlv))\/Content\/Document\/Y-300-Z-BECKRS-B-2018-N-22735?hl=true&amp;AspxAutoDetectCookieSupport=1\" target=\"_blank\">LG W\u00fcrzburg, Beschluss v. 13.09.2018, 11 O 1741\/18<\/a>).<\/p>\n<p><strong>LG Bochum: Nein, kein lauterkeitsrechtliche Relevanz der Vorgaben des Datenschutzrechts<\/strong><\/p>\n<p>Hiernach war das LG Bochum anderer Meinung, verwies dabei auf einen Aufsatz von K\u00f6hler. Das dortige Hauptargument ist der Umstand, dass die Art. 77 bis 84 der DSGVO abschlie\u00dfend Regelungen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe enthalte, Wettbewerber dort jedoch unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst (<a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/lgs\/bochum\/lg_bochum\/j2018\/I_12_O_85_18_Teil_Versaeumnis_und_Schlussurteil_20180807.html\" target=\"_blank\">LG Bochum, Urt. v. 07.08.2018, I-12 O 85\/18<\/a>).<\/p>\n<p><strong>OLG Hamburg: Ja, aber&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Nunmehr hat das OLG Hamburg die Ansicht des LG W\u00fcrzburg, dass ein abmahnf\u00e4higer Wettbewerbsversto\u00df vorliegen kann und damit auch seine fr\u00fcher zum BDSG ergangene Rechtsprechung best\u00e4tigt. Dies gilt aber nur dann, wenn der Versto\u00df tats\u00e4chlich zu einem unmittelbaren Wettbewerbsvorteil erfolgt (OLG Hamburg Urt. v. 25.10.2018 , 3 U 66\/17, <a href=\"http:\/\/Urt. v. 25.10.2018 - Az.: 3 U 66\/17\" target=\"_blank\">auszugsweise bei Dr. Bahr<\/a>)<\/p>\n<p><strong>LG Magdeburg: Nein<\/strong><\/p>\n<p>Das LG Magdeburg d\u00fcrfte die j\u00fcngste Entscheidung hierzu verk\u00fcndet haben und h\u00e4lt die Regelungen der DSGVO nicht f\u00fcr solche, die von Wettbewerbern im Rahmen des \u00a7 3a UWG herangezogen werden k\u00f6nnen. Das Sanktionssystem der DSGVO sei abschlie\u00dfend, lauterkeitsrechtliche Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden die Vorgaben des Verordnungsgebers unterlaufen.<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.landesrecht.sachsen-anhalt.de\/jportal\/portal\/t\/buq\/page\/bssahprod.psml?doc.hl=1&amp;doc.id=JURE190001056&amp;showdoccase=1&amp;doc.part=L&amp;paramfromHL=true\" target=\"_blank\">LG Magdeburg, Urt. v. 18.01.2019, 36 O 48\/18<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Praxistipp:<\/strong><br \/>\nInsbesondere dann, wenn durch den Umgang mit personenbezogenen Daten Wettbewerbsvorteile entstehen, ist ein besonders sorgf\u00e4ltiges Vorgehen des Unternehmers angezeigt. Klassische Beispiele d\u00fcrften hier Webanalysetools und das Direktmarketing sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Update: 18. M\u00e4rz 2019 mit Entscheidung des LG Magdeburg Durch eine aktuelle Entscheidung des OLG Hamburg kommt wieder Bewegung in die Diskussion. Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung haben Unternehmer zum 25. 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