{"id":1313,"date":"2019-04-06T16:41:20","date_gmt":"2019-04-06T14:41:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1313"},"modified":"2019-04-06T16:41:20","modified_gmt":"2019-04-06T14:41:20","slug":"montagsblog-129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2019\/04\/06\/montagsblog-129\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>P\u00fcnktlich zum Beginn der Wachstumsperiode hat der BGH einen Nachbarstreit entschieden. <\/em><\/p>\n<p><strong>Anspruch auf Zur\u00fcckschneiden her\u00fcberragender \u00c4ste<br \/>\n<\/strong>Urteil vom 22.\u00a0Februar 2019 \u2013 V\u00a0ZR\u00a0136\/18<\/p>\n<p><em>Mit der Prozessf\u00fchrungsbefugnis auf Seiten des Beklagten und der Verj\u00e4hrung befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat in einem Nachbarstreit. <\/em><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger nahm den Beklagten auf Zur\u00fcckschneiden von in sein Grundst\u00fcck hineinragenden \u00c4sten einer Fichte in Anspruch. Die Grundst\u00fccke der Parteien sto\u00dfen rechtwinklig aufeinander. Der Baum, um den es geht, steht teilweise auf dem Grundst\u00fcck des Beklagten und teilweise auf dem Grundst\u00fcck eines weiteren Nachbarn. Die Klage blieb in den beiden ersten Instanzen erfolglos.<\/p>\n<p>Die Revision des Kl\u00e4gers hat ebenfalls keinen Erfolg. Mit dem LG sieht der BGH die Klage allerdings als zul\u00e4ssig an. Die Eigent\u00fcmer der beiden Grundst\u00fccke, auf denen der Baum steht, sind nicht notwendige Streitgenossen im Sinne von \u00a7\u00a062 Fall\u00a01 ZPO. Nach \u00a7\u00a0923 BGB ist jeder Nachbar alleiniger Eigent\u00fcmer des jeweils auf seinem Grundst\u00fcck stehenden Teils des Baums. Deshalb darf der Kl\u00e4ger jeden von ihnen gesondert auf Beseitigung derjenigen St\u00f6rungen in Anspruch nehmen, die von dem im Eigentum des jeweiligen Beklagten stehenden Teil des Baums ausgehen. Ob die her\u00fcberragenden \u00c4ste die Benutzung des kl\u00e4gerischen Grundst\u00fccks beeintr\u00e4chtigen und ob der Kl\u00e4ger eine solche Beeintr\u00e4chtigung nach \u00a7\u00a01004 Abs.\u00a02 BGB unter dem Gesichtspunkt der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit hinnehmen muss, l\u00e4sst der BGH offen. Er tritt dem LG darin bei, dass der geltend gemachte Anspruch jedenfalls nach \u00a7\u00a0195 und \u00a7\u00a0199 BGB verj\u00e4hrt ist. Ein Beseitigungsanspruch unterliegt \u2013 anders als Anspr\u00fcche auf Unterlassung einer Dauerhandlung \u2013 grunds\u00e4tzlich der Verj\u00e4hrung. Die Sonderregelung in \u00a7\u00a026 Abs.\u00a03 des baden-w\u00fcrttembergischen Nachbarrechtsgesetzes, wonach Anspr\u00fcche auf Beseitigung her\u00fcberragender Zweige nicht verj\u00e4hren, betrifft nur Anspr\u00fcche aus diesem Gesetz, nicht aber einen Anspruch, der sich aus \u00a7\u00a01004 Abs.\u00a01 BGB ergibt. Eine landesrechtliche Regelung, die die Verj\u00e4hrung eines solchen Anspruchs erleichtern, erschweren oder ausschlie\u00dfen w\u00fcrde, w\u00e4re wegen fehlender Gesetzgebungskompetenz des Landes unwirksam.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp: <\/em><\/span>Der Kl\u00e4ger sollte stets klarstellen, ob er seinen Anspruch auf das BGB, die landesrechtlichen Vorschriften \u00fcber das Nachbarrecht oder beide Regelungen st\u00fctzen will. Hierzu geh\u00f6rt der Vortrag eines die jeweilige Regelung ausf\u00fcllenden Lebenssachverhalts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P\u00fcnktlich zum Beginn der Wachstumsperiode hat der BGH einen Nachbarstreit entschieden. Anspruch auf Zur\u00fcckschneiden her\u00fcberragender \u00c4ste Urteil vom 22.\u00a0Februar 2019 \u2013 V\u00a0ZR\u00a0136\/18 Mit der Prozessf\u00fchrungsbefugnis auf Seiten des Beklagten und der Verj\u00e4hrung befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat in einem Nachbarstreit. 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