{"id":1348,"date":"2019-06-07T17:41:02","date_gmt":"2019-06-07T15:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1348"},"modified":"2019-06-07T17:41:02","modified_gmt":"2019-06-07T15:41:02","slug":"montagsblog-138","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2019\/06\/07\/montagsblog-138\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die Abgrenzung zwischen schriftlichen und elektronischen Dokumenten. <\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcbersendung eines Schriftsatzes per E-Mail<br \/>\n<\/strong>Beschluss vom 8.\u00a0Mai 2019 \u2013 XI\u00a0ZB\u00a08\/19<\/p>\n<p><em>Mit dem Grenzbereich zwischen \u00a7\u00a0130 und \u00a7\u00a0130a ZPO befasst sich der XII.\u00a0Zivilsenat. <\/em><\/p>\n<p>In einer Familiensache hatte der Anwalt des in erster Instanz unterlegenen Antragsgegners am letzten Tag der Frist gegen 19 Uhr mehrfach erfolglos versucht, die Beschwerdebegr\u00fcndung per Telefax an das OLG zu \u00fcbermitteln. Schlie\u00dflich scannte er das unterschriebene Original in eine PDF-Datei ein und sandte diese per E-Mail an das Gericht. Dort wurde sie erst einige Tage sp\u00e4ter ausgedruckt und zu den Akten genommen. Das OLG verwarf die Beschwerde als unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Die Rechtsbeschwerde des Antragsgegners bleibt erfolglos. Der BGH tritt dem OLG darin bei, dass die Einreichung der PDF-Datei per E-Mail den in \u00a7\u00a0130a ZPO Abs.\u00a03 normierten (gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0113 Abs.\u00a01 S.\u00a02 FamFG auch in Familiensachen ma\u00dfgeblichen) Anforderungen an einen elektronischen Schriftsatz nicht gen\u00fcgt, weil die Datei keine qualifizierte elektronische Signatur enthielt und der Versand per E-Mail keinen sicheren \u00dcbertragungsweg im Sinne von \u00a7\u00a0130a Abs.\u00a04 ZPO darstellt. Nach der Rechtsprechung des BGH ist ein auf diesem Weg eingereichter Schriftsatz zwar als schriftliches Dokument im Sinne von \u00a7\u00a0130 ZPO zu behandeln, wenn die PDF-Datei im Gericht ausgedruckt wird. Im Streitfall erfolgte der Ausdruck aber erst nach Ablauf der Begr\u00fcndungsfrist. Der f\u00fcr Telefax-Einreichungen geltende Grundsatz, dass der Schriftsatz bereits dann bei Gericht eingegangen ist, wenn ihn das Empfangsger\u00e4t des Gerichts gespeichert hat, ist auf die vorliegende Konstellation nicht \u00fcbertragbar. Telefax-Sendungen werden vom Gesetz von vornherein wie schriftliche Dokumente behandelt. Eine per E-Mail \u00fcbersandte PDF-Datei erlangt diese rechtliche Qualit\u00e4t hingegen erst im Moment des Ausdrucks.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp: <\/em><\/span>Eine fristgerechte Einreichung kann in solchen (und allen anderen) Situationen mit Hilfe des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs bewirkt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die Abgrenzung zwischen schriftlichen und elektronischen Dokumenten. \u00dcbersendung eines Schriftsatzes per E-Mail Beschluss vom 8.\u00a0Mai 2019 \u2013 XI\u00a0ZB\u00a08\/19 Mit dem Grenzbereich zwischen \u00a7\u00a0130 und \u00a7\u00a0130a ZPO befasst sich der XII.\u00a0Zivilsenat. In einer Familiensache hatte der Anwalt des in erster Instanz unterlegenen Antragsgegners am letzten Tag der Frist gegen 19 Uhr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[1434,951,1436,123,1433,574,1435,398,1437],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1348"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1348"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1349,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1348\/revisions\/1349"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}