{"id":1358,"date":"2019-06-21T19:46:22","date_gmt":"2019-06-21T17:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1358"},"modified":"2019-06-21T19:46:49","modified_gmt":"2019-06-21T17:46:49","slug":"montagsblog-140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2019\/06\/21\/montagsblog-140\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die Bedeutung von Angaben in einem Maklerexpos\u00e9 im Zusammenhang mit der Haftung f\u00fcr Sachm\u00e4ngel. <\/em><\/p>\n<p><strong>Beschaffenheitsangaben in Maklerexpos\u00e9<br \/>\n<\/strong>Urteil vom 25.\u00a0Januar 2019 \u2013 V\u00a0ZR\u00a038\/18<\/p>\n<p><em>Mit dem Verh\u00e4ltnis zwischen den S\u00e4tzen 1 und 3 von \u00a7\u00a0441 Abs.\u00a01 BGB befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat. <\/em><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin hatte von der Beklagten ein Grundst\u00fcck mit Wohnhaus gekauft. Im Verkaufsexpos\u00e9 des Maklers war angegeben, auf dem hinteren Teil des Grundst\u00fccks d\u00fcrften zwei bis drei Pferdeboxen errichtet werden. Im notariellen Kaufvertrag schlossen die Parteien die Gew\u00e4hrleistung f\u00fcr M\u00e4ngel aus. Ferner vereinbarten sie, dass die Zul\u00e4ssigkeit einer weiteren Bebauung oder bestimmten Verwendung nicht zur vereinbarten Beschaffenheit des Grundbesitzes geh\u00f6rt. Nach \u00dcbergabe stellte sich heraus, dass die Errichtung von Pferdeboxen auf dem Grundst\u00fcck baurechtlich weder genehmigt noch genehmigungsf\u00e4hig war und dass die Beklagte dies bei Vertragsschluss wusste. Das LG gab der auf R\u00fcckzahlung des Kaufpreises gerichteten Klage im Wesentlichen statt. Das OLG wies die Berufung als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Revision der Beklagten bleibt ebenfalls erfolglos. Der BGH sieht die Ausf\u00fchrungen in dem Verkaufsexpos\u00e9 als \u00f6ffentliche \u00c4u\u00dferungen in der Werbung im Sinne von \u00a7\u00a0434 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 BGB an. Die M\u00f6glichkeit, Pferdeboxen zu errichten, geh\u00f6rt deshalb zu der vertraglich geschuldeten <em>\u00fcblichen<\/em> Beschaffenheit im Sinne von \u00a7\u00a0434 Abs.\u00a01 Satz 2 Nr.\u00a02 BGB. Mit der im Kaufvertrag enthaltenen Klausel, wonach die Zul\u00e4ssigkeit einer weiteren Bebauung oder bestimmten Verwendung nicht zur vereinbarten Beschaffenheit geh\u00f6rt, wurde die unzutreffende Aussage im Expos\u00e9 nicht korrigiert. Dieser Klausel ist lediglich zu entnehmen, dass die Bebaubarkeit nicht zur <em>vereinbarten<\/em> Beschaffenheit im Sinne von \u00a7\u00a0434 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB geh\u00f6rt. Mangels einer Vereinbarung ist aber die \u00fcbliche Beschaffenheit ma\u00dfgeblich. Das Grundst\u00fcck weist deshalb einen Mangel auf. Der vereinbarte Haftungsausschluss ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0444 BGB unwirksam, weil die Beklagte arglistig gehandelt hat.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp: <\/em><\/span>F\u00fcr die Pr\u00fcfung, ob eine gekauftes Grundst\u00fcck mangelhaft ist, sollten neben dem Kaufvertrag stets die vor Vertragsschluss erfolgten \u00c4u\u00dferungen in Verkaufsexpos\u00e9s, Zeitungsanzeigen und \u00e4hnlichem herangezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die Bedeutung von Angaben in einem Maklerexpos\u00e9 im Zusammenhang mit der Haftung f\u00fcr Sachm\u00e4ngel. Beschaffenheitsangaben in Maklerexpos\u00e9 Urteil vom 25.\u00a0Januar 2019 \u2013 V\u00a0ZR\u00a038\/18 Mit dem Verh\u00e4ltnis zwischen den S\u00e4tzen 1 und 3 von \u00a7\u00a0441 Abs.\u00a01 BGB befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat. 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