{"id":1848,"date":"2021-02-28T16:37:51","date_gmt":"2021-02-28T15:37:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1848"},"modified":"2021-03-01T16:50:23","modified_gmt":"2021-03-01T15:50:23","slug":"montagsblog-196","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2021\/02\/28\/montagsblog-196\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um den Anwendungsbereich des Wohnraummietrechts<\/em><\/p>\n<p><strong>Vermietung von Wohnr\u00e4umen an gewerblichen Zwischenmieter<br \/>\n<\/strong>Urteil vom 13.\u00a0Januar 2021 \u2013 VIII ZR 66\/19<\/p>\n<p><em>Mit den Voraussetzungen einer Einordnung als Wohnraummietvertrag befasst sich der VIII.\u00a0Zivilsenat. <\/em><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist Zwangsverwalter eines Grundst\u00fccks. Die Schuldnerin hatte acht dazu geh\u00f6rende Wohnungen an eine GmbH &amp; Co. KG vermietet. Der Vertrag tr\u00e4gt die \u00dcberschrift &#8222;Mietvertrag \u00fcber Wohnraum&#8220; und sieht unter anderem vor, dass sich die K\u00fcndigungsfristen nach der (f\u00fcr die Wohnraummiete geltenden) Regelung in \u00a7\u00a0573c BGB richten. Ferner ist vereinbart, dass der Mieter zu einer Untervermietung berechtigt ist. Im August 2011 k\u00fcndigte der Kl\u00e4ger den Mietvertrag mit der Gesellschaft. Diese vermietete kurz darauf &#8211; noch vor Ablauf der K\u00fcndigungsfrist &#8211; eine der Wohnungen an den Beklagten. Im Juni 2016 k\u00fcndigte der Kl\u00e4ger das Mietverh\u00e4ltnis mit dem Beklagten wegen Zahlungsverzugs fristlos, hilfsweise fristgem\u00e4\u00df. Das AG verurteilte den Beklagten antragsgem\u00e4\u00df zu R\u00e4umung und Herausgabe sowie zur Zahlung von r\u00fcckst\u00e4ndiger Miete und Nebenkosten. Das LG wies die Klage ab.<\/p>\n<p>Der BGH verweist die Sache an das LG zur\u00fcck. Entgegen der Auffassung des LG ist der Kl\u00e4ger gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0565 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB in das Mietverh\u00e4ltnis zwischen der Gesellschaft und dem Beklagten eingetreten. Die von ihm im August 2011 erkl\u00e4rte K\u00fcndigung war wirksam. Sie bedurfte nicht eines berechtigten Interesses im Sinne von \u00a7\u00a0573 BGB, weil der gek\u00fcndigte Vertrag nicht den Vorschriften \u00fcber die Wohnraummiete unterlag. Nach dem Gesetz sind diese Vorschriften nur dann anwendbar, wenn der Mieter die Wohnung zu Wohnzwecken nutzen will. Diese Voraussetzung liegt im Streitfall nicht vor, weil die Gesellschaft die Wohnungen zum Zwecke der Weitervermietung angemietet hat. Entgegen der Auffassung des LG ist dem Vertrag mit der Gesellschaft keine konkludente Einigung \u00fcber die Geltung der genannten Vorschriften zu entnehmen. Die Bezeichnung als Wohnraummietvertrag und die Vereinbarung der in \u00a7\u00a0573c BGB geltenden K\u00fcndigungsfristen reichen hierf\u00fcr nicht aus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp: <\/em><\/span>F\u00fcr den Untermieter hat die Beendigung des Hauptmietvertrags in solchen Konstellationen lediglich einen Vermieterwechsel gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0565 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB zur Folge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um den Anwendungsbereich des Wohnraummietrechts Vermietung von Wohnr\u00e4umen an gewerblichen Zwischenmieter Urteil vom 13.\u00a0Januar 2021 \u2013 VIII ZR 66\/19 Mit den Voraussetzungen einer Einordnung als Wohnraummietvertrag befasst sich der VIII.\u00a0Zivilsenat. Der Kl\u00e4ger ist Zwangsverwalter eines Grundst\u00fccks. Die Schuldnerin hatte acht dazu geh\u00f6rende Wohnungen an eine GmbH &amp; Co. KG vermietet. 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