{"id":1917,"date":"2021-05-07T17:08:49","date_gmt":"2021-05-07T15:08:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=1917"},"modified":"2021-05-07T17:08:49","modified_gmt":"2021-05-07T15:08:49","slug":"montagsblog-206","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2021\/05\/07\/montagsblog-206\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die H\u00f6he der Rechtsanwaltsverg\u00fctung f\u00fcr den Entwurf eines gemeinschaftlichen Testaments<\/em><\/p>\n<p><strong>Keine Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr f\u00fcr den Entwurf eines gemeinschaftlichen Testaments<br \/>\n<\/strong>Urteil vom 15.\u00a0April 2021 \u2013 IX\u00a0ZR\u00a0143\/20<\/p>\n<p><em>Eine bislang ausdr\u00fccklich offen gelassene Frage beantwortet der IX.\u00a0Zivilsenat. <\/em><\/p>\n<p>Die klagenden Eheleute lie\u00dfen sich vom beklagten Rechtsanwalt wegen eines Testaments beraten. Der Beklagte entwarf ein gemeinschaftliches Testament, in dem sich die Kl\u00e4ger gegenseitig zu Erben einsetzten. Nach K\u00fcndigung des Mandats rechnete der Beklagte eine 1,0 Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr nebst Auslagenpauschale und Umsatzsteuer ab. Die Kl\u00e4ger zahlten den Rechnungsbetrag von rund 3.700 Euro. Nunmehr machen sie geltend, anstelle der Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr seien nur eine Beratungsgeb\u00fchr von 250 Euro und eine 0,3 Mehrgeb\u00fchr f\u00fcr die Beauftragung durch zwei Mandanten angefallen. Ihre Klage auf R\u00fcckzahlung von rund 3.400 Euro war in zweiter Instanz erfolgreich.<\/p>\n<p>Die Revision des beklagten Rechtsanwalts bleibt ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Der BGH hat die in Literatur und Rechtsprechung umstrittene Frage, ob der Entwurf eines gemeinschaftlichen Testaments eine Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr ausl\u00f6st, bislang offen gelassen. Er verneint sie nunmehr und f\u00fchrt zur Begr\u00fcndung drei Argumente an: Mit der Anfertigung des Entwurfs wird der Rechtsanwalt nicht nach au\u00dfen t\u00e4tig, weil die T\u00e4tigkeit nur die Eheleute betrifft, die beide seine Mandanten sind. Er wirkt auch nicht bei der Gestaltung eines Vertrages mit, weil die Erkl\u00e4rungen in einem gemeinschaftlichen Testament nicht im Sinne der \u00a7\u00a7\u00a0145\u00a0ff. BGB aufeinander bezogen sind. Eine erweiternde Auslegung des zuletzt genannten Geb\u00fchrentatbestands verbietet sich, weil er Ausnahmecharakter hat.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000\">Praxistipp:<\/span> <\/em>Bereits nach der bisherigen Rechtsprechung f\u00e4llt eine Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr auch dann nicht an, wenn ein Rechtsanwalt im Auftrag von zwei Eheleuten zwei aufeinander abgestimmte Einzeltestamente entwirft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die H\u00f6he der Rechtsanwaltsverg\u00fctung f\u00fcr den Entwurf eines gemeinschaftlichen Testaments Keine Gesch\u00e4ftsgeb\u00fchr f\u00fcr den Entwurf eines gemeinschaftlichen Testaments Urteil vom 15.\u00a0April 2021 \u2013 IX\u00a0ZR\u00a0143\/20 Eine bislang ausdr\u00fccklich offen gelassene Frage beantwortet der IX.\u00a0Zivilsenat. Die klagenden Eheleute lie\u00dfen sich vom beklagten Rechtsanwalt wegen eines Testaments beraten. Der Beklagte entwarf ein gemeinschaftliches [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[67],"tags":[1903,1905,1902,779,1904,1906],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1917"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1917"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1918,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1917\/revisions\/1918"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}