{"id":2022,"date":"2021-08-29T12:11:12","date_gmt":"2021-08-29T10:11:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2022"},"modified":"2021-08-29T12:11:12","modified_gmt":"2021-08-29T10:11:12","slug":"montagsblog-217","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2021\/08\/29\/montagsblog-217\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die Formbed\u00fcrftigkeit eines Auftrags zum Erwerb eines Grundst\u00fccks <\/em><\/p>\n<p><strong>Treuh\u00e4nderischer Auftrag zum Erwerben und Halten eines Grundst\u00fccks<br \/>\n<\/strong>Urteil vom 25.\u00a0Juni 2021 \u2013 V\u00a0ZR\u00a0218\/19<\/p>\n<p><em>Mit der Reichweite von \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat. <\/em><\/p>\n<p>Die Beklagte schloss im Oktober 1992 einen notariellen Kaufvertrag \u00fcber eine Wohnung in \u00d6sterreich. Im November 1992 vereinbarte sie mit dem Kl\u00e4ger in einem privatschriftlichen Vertrag, dass sie die Wohnung treuh\u00e4nderisch f\u00fcr den Kl\u00e4ger kauft und \u00fcbernimmt und dass sie auf Verlangen des Kl\u00e4gers an einer Ver\u00e4u\u00dferung der Wohnung mitwirkt. Sp\u00e4ter verlangte der Kl\u00e4ger, ihm die Wohnung zu \u00fcbereignen. Die darauf gerichtete Klage blieb in den beiden ersten Instanzen ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof verweist die Sache an das OLG zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof nimmt Bezug auf seine Rechtsprechung, wonach ein Treuhandauftrag \u00fcber den Erwerb eines Grundst\u00fccks nur unter dem Gesichtspunkt der Erwerbspflicht des Beauftragten der Form des \u00a7\u00a0313 Satz\u00a01 BGB a.F. (jetzt: \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB) unterliegt. Ein diesbez\u00fcglicher Formmangel ist im Streitfall gegebenenfalls gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0313 Satz\u00a02 BGB a.F. (jetzt: \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a02 BGB) geheilt, weil die Beklagte Eigent\u00fcmerin der Wohnung geworden ist.<\/p>\n<p>Die Pflicht des Beauftragten, das Grundst\u00fcck an den Auftraggeber herauszugeben, beruht demgegen\u00fcber nicht auf dem Vertrag, sondern auf der gesetzlichen Regelung in \u00a7\u00a0667 BGB. Sie begr\u00fcndet deshalb nicht das Formerfordernis des \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB (so zuletzt BGH, U. v. 15.1.2021 &#8211; V ZR 210\/19 &#8211; MDR 2021, 609). Etwas anderes g\u00e4lte nur dann, wenn die Beklagte bei Abschluss des Treuhandvertrags bereits Eigent\u00fcmerin der Wohnung gewesen w\u00e4re oder durch Stellung eines Umschreibungsantrags oder Eintrag einer Vormerkung ein Anwartschaftsrecht gehabt h\u00e4tte. Hierzu muss das OLG im wieder er\u00f6ffneten Berufungsverfahren noch Feststellungen treffen.<\/p>\n<p>Sollte der Vertrag danach wirksam sein, steht dem Kl\u00e4ger gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0667 BGB ein Anspruch auf \u00dcbereignung der Wohnung zu. Das im Treuhandvertrag vorgesehene Recht, die Mitwirkung an einer Ver\u00e4u\u00dferung zu verlangen, ist nicht an die Stelle dieses Anspruchs getreten. Es stellt nur eine besondere Auspr\u00e4gung dieses Anspruchs f\u00fcr eine bestimmte, hier nicht gegebene Konstellation dar.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp:<\/em> <\/span>Die Verpflichtung, einen Anspruch auf \u00dcbereignung eines Grundst\u00fccks abzutreten, unterliegt ebenfalls nicht dem Formerfordernis des \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die Formbed\u00fcrftigkeit eines Auftrags zum Erwerb eines Grundst\u00fccks Treuh\u00e4nderischer Auftrag zum Erwerben und Halten eines Grundst\u00fccks Urteil vom 25.\u00a0Juni 2021 \u2013 V\u00a0ZR\u00a0218\/19 Mit der Reichweite von \u00a7\u00a0311b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB befasst sich der V.\u00a0Zivilsenat. Die Beklagte schloss im Oktober 1992 einen notariellen Kaufvertrag \u00fcber eine Wohnung in \u00d6sterreich. 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