{"id":2399,"date":"2023-01-30T14:59:10","date_gmt":"2023-01-30T13:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2399"},"modified":"2023-01-30T14:59:10","modified_gmt":"2023-01-30T13:59:10","slug":"blog-powered-by-zoeller-%c2%a7-130d-zpo-wohltat-oder-fallgrube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/01\/30\/blog-powered-by-zoeller-%c2%a7-130d-zpo-wohltat-oder-fallgrube\/","title":{"rendered":"Blog powered by Z\u00f6ller: \u00a7 130d ZPO &#8211; Wohltat oder Fallgrube?"},"content":{"rendered":"<p>Dass es beim elektronischen Rechtsverkehr <strong>technische Probleme<\/strong> geben kann und dass diese bei fristgebundenen Schrifts\u00e4tzen zu fatalen Folgen f\u00fchren k\u00f6nnen, hat der Gesetzgeber bedacht. Deshalb hat er in \u00a7 130d ZPO zugelassen, dass ein Schriftsatz in einem solchen Fall auf herk\u00f6mmlichem Wege (z.B. schriftlich oder per Telefax) \u00fcbermittelt wird. Doch diese im Kleide der Wohlt\u00e4terin daherkommende Vorschrift ist t\u00fcckisch. Sie bewirkt n\u00e4mlich, dass der von der Technik im Stich gelassene Anwalt sich nicht mit dem Gedanken an eine Wiedereinsetzung beruhigen oder seinen von der Elektronik verweigerten Schriftsatz einfach aufs Faxger\u00e4t legen darf. Eine Wiedereinsetzung scheidet vielmehr aus, wenn er die Frist noch mittels einer solchen Ersatzeinreichung wahren k\u00f6nnte \u2013 und wenn er von dieser M\u00f6glichkeit Gebrauch macht, darf er nicht vers\u00e4umen, die technische St\u00f6rung <strong>gleichzeitig<\/strong> mit dieser glaubhaft zu machen. Dies folgt aus Satz 3 der Vorschrift, wonach die St\u00f6rung \u201ebei der Ersatzeinreichung oder unverz\u00fcglich danach\u201c glaubhaft zu machen ist.<\/p>\n<p>Zwar klingt das so, als st\u00fcnde es ihm frei, ob er die Glaubhaftmachung <strong>sogleich beif\u00fcgt <em>oder<\/em> \u2013 ohne schuldhafte Verz\u00f6gerung \u2013 nachreicht<\/strong>. So ist es aber nicht zu verstehen, hat der BGH vor kurzem entschieden (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.bgh.20221117.ixzb17\/22\">Beschl. v. 17.11.2022 \u2013 IX ZB 17\/22<\/a>). Die M\u00f6glichkeit der unverz\u00fcglichen Nachreichung wollte der Gesetzgeber n\u00e4mlich, wie sich aus den Materialien ergibt, nur f\u00fcr den Fall einr\u00e4umen, dass die Glaubhaftmachung zum Zeitpunkt der Einreichung des Schriftsatzes <em>noch nicht m\u00f6glich<\/em> war. In dem vom BGH zu entscheidenden Fall war die St\u00f6rung aber schon lange vor Fristablauf bekannt, sodass der Anwalt dem Schriftsatz einen Beleg hierf\u00fcr, etwa durch eidesstattliche Versicherung, h\u00e4tte beif\u00fcgen k\u00f6nnen. Die nachgereichte Glaubhaftmachung konnte das Rechtsmittel nicht mehr retten. So kann die Wohltat des \u00a7 130d ZPO zur Fallgrube werden.<\/p>\n<p><strong>Pluspunkt<\/strong> <strong>im Online-Auftritt des Z\u00f6ller<\/strong>: Diesen Hinweis finden Sie jetzt schon bei <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.zpo.k0130d\">\u00a7 130d ZPO Rn. 2<\/a>. \u2013 ebenso wie andere Hinweise zu aktueller Rechtsprechung an vielen anderen einschl\u00e4gigen Z\u00f6ller-Stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es beim elektronischen Rechtsverkehr technische Probleme geben kann und dass diese bei fristgebundenen Schrifts\u00e4tzen zu fatalen Folgen f\u00fchren k\u00f6nnen, hat der Gesetzgeber bedacht. Deshalb hat er in \u00a7 130d ZPO zugelassen, dass ein Schriftsatz in einem solchen Fall auf herk\u00f6mmlichem Wege (z.B. schriftlich oder per Telefax) \u00fcbermittelt wird. 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