{"id":2438,"date":"2023-02-08T12:42:28","date_gmt":"2023-02-08T11:42:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2438"},"modified":"2023-02-08T12:42:28","modified_gmt":"2023-02-08T11:42:28","slug":"blog-powered-by-zoeller-%c2%a7-68-famfg-niederschrift-bei-geschaeftsstelle-nicht-fuer-rechtsanwaelte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/02\/08\/blog-powered-by-zoeller-%c2%a7-68-famfg-niederschrift-bei-geschaeftsstelle-nicht-fuer-rechtsanwaelte\/","title":{"rendered":"Blog powered by Z\u00f6ller: \u00a7 68 FamFG &#8211; Niederschrift bei Gesch\u00e4ftsstelle? Nicht f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Entscheiden sich Rechtsanw\u00e4lte, schriftlich Beschwerde gem\u00e4\u00df \u00a7 68 FamFG\u00a0einzulegen, muss die \u00dcbermittlung ans Gericht per beA erfolgen. Die M\u00f6glichkeit der Einlegung zur Niederschrift der Gesch\u00e4ftsstelle entbindet Rechtsanw\u00e4lte davon nicht.<\/strong><\/p>\n<p>Die Pflicht zur Nutzung des elektronischen Rechtsverkehrs f\u00fchrt neben den allgemeinen (zu diesen z.B. der <a href=\"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/\">Beitrag im \u201eBlog powered by Z\u00f6ller\u201c von Prof. Dr. Reinhard Greger vom 30.1.2023<\/a>) zu speziellen Anwendungsproblemen und Haftungsrisiken im Bereich des FamFG. Dieses enth\u00e4lt in \u00a7 14b FamFG eine \u00a7 130d ZPO vergleichbare Regelung. Danach sind insbesondere von Rechtsanw\u00e4lten \u201ebei Gericht schriftlich einzureichende Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen\u201c als elektronisches Dokument zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Welche Erkl\u00e4rungen von dem Begriff \u201eschriftlich einzureichende\u201c erfasst sind, ist im Verfahren des FamFG nicht unproblematisch, da die Beteiligten in den vielen FamFG-Verfahren, in denen eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt nicht erforderlich ist, gem\u00e4\u00df \u00a7 25 Abs. 1 FamFG Antr\u00e4ge und Erkl\u00e4rungen auch zur Niederschrift der Gesch\u00e4ftsstelle abgeben k\u00f6nnen. Besondere Bedeutung erlangt dies f\u00fcr die Einlegung der Beschwerde. Gem\u00e4\u00df \u00a7 64 Abs. 2 Satz 1 FamFG kann diese &#8211; au\u00dfer in Ehe- und Familienstreitsachen (\u00a7 64 Abs. 2 Satz 2 FamFG) sowie in Scheidungsfolgesachen, auch der freiwilligen Gerichtsbarkeit (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.bgh.20170426.xiizb3\/16\">BGH, Beschl. v. 26.4.2017 \u2013 XII ZB 3\/16<\/a>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=famrz.2017.14.r.24\">FamRZ 2017, 1151<\/a> [Anm. Fischer] = <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=famrb.2017.08.r.02\">FamRB 2017, 290<\/a> [Anm. Stockmann]) \u2013 auch durch entsprechende Erkl\u00e4rung zur Niederschrift der Gesch\u00e4ftsstelle eingelegt werden.<\/p>\n<p>Dies darf aber nicht so verstanden werden, dass auch ein Rechtsanwalt von der Form des \u00a7 14b FamFG freigestellt ist und z.B. eine Beschwerde schriftlich oder per Telefax einlegen darf, wenn das Verfahren keinem Anwaltszwang unterliegt. Das hat der BGH mit einer aktuellen Entscheidung klargestellt, in der in einem (nicht dem Anwaltszwang unterliegenden) Sorgerechtsverfahren durch einen Rechtsanwalt die Beschwerdeschrift per Post eingereicht wurde (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.bgh.20221207.xiizb200\/22\">BGH, Beschl. v. 7.12.2022 \u2013 XII ZB 200\/22<\/a>; ohne n\u00e4here Begr\u00fcndung auch schon <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.bgh.20220921.xiizb264\/22\">BGH, Beschl. v. 21.9.2022 \u2013 XII ZB 264\/22<\/a>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=mdr.2022.22.i.1426.02.e\">MDR 2022, 1426<\/a> [<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=mdr.2023.01.i.0019.01.e\">Anm. Vossler<\/a>] in einer Betreuungssache). Der BGH hat die die Beschwerde verwerfende Entscheidung des OLG best\u00e4tigt. Denn die M\u00f6glichkeit einer Einlegung der Beschwerde zur Niederschrift der Gesch\u00e4ftsstelle solle anwaltlich nicht vertretenen Beteiligten einen erleichterten Zugang zur Beschwerdeinstanz verschaffen. Werde die Beschwerde aber schriftlich eingelegt, muss sie den entsprechenden Formerfordernissen gen\u00fcgen, wozu auch die Einreichung als elektronisches Dokument gem\u00e4\u00df \u00a7 14b FamFG durch die von der Nutzungspflicht des elektronischen Rechtsverkehrs erfassten Personen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Nutzungspflichtig in diesem Sinn sind im \u00dcbrigen gem\u00e4\u00df \u00a7 14b Abs. 1 Satz 1 FamFG nicht nur Rechtsanw\u00e4lte, sondern auch Beh\u00f6rden. Dazu geh\u00f6ren insbesondere auch die \u201eStaatskasse\u201c, z.B. bei Einlegung einer sofortigen Beschwerde im Verfahren der Verfahrenskostenhilfe (OLG Bamberg v. 4.11.2022 \u2013 2 WF 167\/22, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=famrz.2023.03.i.0210.01.e\">FamRZ 2023, 210<\/a>), die Deutsche Rentenversicherung in Versorgungsausgleichssachen (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.olgbamberg.20220217.2uf8\/22\">OLG Bamberg v. 17.2.2022 \u2013 2 UF 8\/22<\/a>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=famrz.2022.13.i.1049.01.e\">FamRZ 2022, 1049<\/a> = <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=mdr.2022.12.i.0789.01.e\">MDR 2022, 789<\/a>) und das Jugendamt (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.olgfrankfurt.20220215.4uf8\/22\">OLG Frankfurt v. 15.2.2022 \u2013 4 UF 8\/22<\/a>, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=famrz.2022.10.i.0802.03.e\">FamRZ 2022, 802<\/a> [Anm. M\u00fcther], <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=ffg.famfg.k0014b.x02x.x01x.x03x\">dazu auch Ahn-Roth in Pr\u00fctting\/Helms, FamFG, 6. Aufl. 2023, \u00a7 14b FamFG Rz. 15<\/a> ).<\/p>\n<p><strong>Mehr dazu und topaktuell im Z\u00f6ller<\/strong>: <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.famfg.k0014bhttps:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.zpo.k0130d\">\u00a7 14b FamFG Rn. 2<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entscheiden sich Rechtsanw\u00e4lte, schriftlich Beschwerde gem\u00e4\u00df \u00a7 68 FamFG\u00a0einzulegen, muss die \u00dcbermittlung ans Gericht per beA erfolgen. Die M\u00f6glichkeit der Einlegung zur Niederschrift der Gesch\u00e4ftsstelle entbindet Rechtsanw\u00e4lte davon nicht. 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