{"id":2465,"date":"2023-04-03T13:33:25","date_gmt":"2023-04-03T11:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2465"},"modified":"2023-04-03T13:33:25","modified_gmt":"2023-04-03T11:33:25","slug":"kg-konkurrierende-sonderzustaendigkeiten-nach-dem-gvg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/04\/03\/kg-konkurrierende-sonderzustaendigkeiten-nach-dem-gvg\/","title":{"rendered":"KG: Konkurrierende Sonderzust\u00e4ndigkeiten nach dem GVG"},"content":{"rendered":"<p>Das KG hatte \u00fcber die Zust\u00e4ndigkeit einer \u201eBaukammer\u201c bzw. \u201eInsolvenzkammer\u201c (\u00a7 72a Abs. 1 Nr. 2, Nr. 7 GVG) zu entscheiden und zur Aufl\u00f6sung des Konflikts auf den Schwerpunkt des Rechtsstreit abgestellt (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.kg.20230116.2ar2\/23\">Beschl. v. 16.1.2023 \u2013 2 AR 2\/23<\/a>).<\/p>\n<p>Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Kl\u00e4ger schlossen mit einer GmbKG, H &amp; Co. KG einen Grundst\u00fcckskaufvertrag mit Bauverpflichtung. Aufgrund des Vertrages wurden zu Gunsten der Kl\u00e4ger Auflassungsvormerkungen eingetragen. Die GmbH &amp; Co. KG wurde insolvent. Die Kl\u00e4ger verlangten im hiesigen Verfahren vom Insolvenzverwalter mit der Klage die Erkl\u00e4rung der Auflassungen sowie Bewilligung der Eintragungen der Kl\u00e4ger als Eigent\u00fcmer. Die Sache wurde bei der \u201eBaukammer\u201c des LG eingetragen (\u00a7 72a Abs. 1 Nr. 2 GVG). Der Insolvenzverwalter erhob eine Widerklage, womit er die Kl\u00e4ger zur L\u00f6schung der Vormerkungen verurteilen lassen wollte. Dies st\u00fctzte er auf den rechtlichen Gesichtspunkt der Insolvenzanfechtung.<\/p>\n<p>Die Frage ist nunmehr, ob die \u201eBaukammer\u201c oder die \u201eInsolvenzkammer\u201c (\u00a7 72a Abs. 1 Nr. 7 GVG) zust\u00e4ndig ist. Das KG ermittelte \u2013 sachgerecht \u2013 dazu folgendes: F\u00fcr die Entscheidung derartiger Streitigkeiten ist in entsprechender Anwendung des \u00a7 36 Nr. 6 ZPO das \u00fcbergeordnete Gericht zust\u00e4ndig. Auf Bestimmungen in der Gesch\u00e4ftsverteilung des LG kann es hier nicht ankommen. Die Auslegung der \u00a7\u00a7 72a, 119a GVG kann nicht durch das jeweilige Gerichtspr\u00e4sidium erfolgen. Der Gesichtspunkt der perpetuatio fori (\u00a7 261 Abs. 3 Nr. 2 ZPO) kann gleichfalls keine Rolle spielen, weil sich durch die Widerklage der Streitgegenstand ge\u00e4ndert hat (bzw. erg\u00e4nzt wurde). Bei m\u00f6glichen Missbrauchsf\u00e4llen ist im \u00dcbrigen eine Abtrennung der Widerklage m\u00f6glich (\u00a7 145 ZPO). Da das Gesetz f\u00fcr derartige F\u00e4lle keine direkte L\u00f6sung vorsieht, bleibt damit nur noch, auf den Schwerpunkt des Rechtsstreites abzustellen.<\/p>\n<p>Im hiesigen Fall kam das KG zu dem Schluss, dass bauvertragliche Gesichtspunkte im Laufe des Rechtsstreites aller Voraussicht nach keine besondere Rolle mehr spielen werden. Vielmehr wird es ma\u00dfgeblich um insolvenzrechtliche Fragestellungen gehen. Letztlich ist damit die \u201eInsolvenzkammer\u201c f\u00fcr dieses Verfahren zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Dem KG ist es damit gelungen, ein sachgerechtes Abgrenzungskriterium zu finden. Man sieht hier wieder einmal, dass gut gemeinte Neuregelungen immer wieder zu neuen Schwierigkeiten und Abgrenzungsproblemen f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das KG hatte \u00fcber die Zust\u00e4ndigkeit einer \u201eBaukammer\u201c bzw. \u201eInsolvenzkammer\u201c (\u00a7 72a Abs. 1 Nr. 2, Nr. 7 GVG) zu entscheiden und zur Aufl\u00f6sung des Konflikts auf den Schwerpunkt des Rechtsstreit abgestellt (Beschl. v. 16.1.2023 \u2013 2 AR 2\/23). Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Kl\u00e4ger schlossen mit einer GmbKG, H &amp; Co. 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