{"id":2498,"date":"2023-03-19T15:43:12","date_gmt":"2023-03-19T14:43:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2498"},"modified":"2023-03-19T15:43:12","modified_gmt":"2023-03-19T14:43:12","slug":"montagsblog-271","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/03\/19\/montagsblog-271\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die Folgen eines lange zur\u00fcck liegenden Versto\u00dfes gegen ein im Grundbuch eingetragenes Bauverbot.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erl\u00f6schen einer Grunddienstbarkeit durch Verj\u00e4hrung des Beseitigungsanspruchs<br \/>\n<\/strong>BGH, Urteil vom 20.\u00a0Januar 2023 &#8211; V\u00a0ZR\u00a065\/22<\/p>\n<p><em>Der V.\u00a0Zivilsenat befasst sich mit der Reichweite des \u00a7\u00a01028 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 BGB. <\/em><\/p>\n<p>Die Parteien sind Eigent\u00fcmer benachbarter Grundst\u00fccke. Zugunsten der jeweiligen Eigent\u00fcmer des Grundst\u00fccks der Beklagten ist im Grundbuch des Grundst\u00fccks der Kl\u00e4gerin seit \u00fcber hundert Jahren ein Bauverbot als Grunddienstbarkeit eingetragen. Auf dem Grundst\u00fcck der Kl\u00e4gerin wurde 1963 ein als Autohaus errichteter Geb\u00e4udekomplex mit Erd- und Obergeschoss errichtet. Die Kl\u00e4gerin lie\u00df das Geb\u00e4ude im Jahr 2019 abrei\u00dfen. Sie m\u00f6chte auf dem Grundst\u00fcck ein Wohnhaus mit Keller, Erdgeschoss und f\u00fcnf Obergeschossen errichten.<\/p>\n<p>Das LG hat die Beklagten unter Abweisung der weitergehenden Klage verurteilt, die L\u00f6schung der Grunddienstbarkeit zu bewilligen, soweit diese einer Bebauung mit der Grundfl\u00e4che und H\u00f6he des inzwischen abgerissenen Geb\u00e4udes entgegensteht. Das OLG hat die Beklagten verurteilt, die vollst\u00e4ndige L\u00f6schung der Grunddienstbarkeit zu bewilligen.<\/p>\n<p>Der BGH stellt das erstinstanzliche Urteil wieder her.<\/p>\n<p>Entgegen der Auffassung des OLG ist die Grunddienstbarkeit nicht vollst\u00e4ndig erloschen.<\/p>\n<p>Der Anspruch auf Beseitigung des im Jahr 1963 errichteten Geb\u00e4udes unterlag allerdings gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01028 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB der Verj\u00e4hrung. Die Verj\u00e4hrungsfrist von drei\u00dfig Jahren ist vor dem Abriss des Geb\u00e4udes abgelaufen. Dies hatte gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01028 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 BGB zur Folge, dass die Grunddienstbarkeit erloschen ist, soweit der Bestand der Anlage mit ihr in Widerspruch stand. Hieran hat sich durch den Abriss des Geb\u00e4udes nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Grunddienstbarkeit ist aber nur in dem Umfang erloschen, in dem sie beeintr\u00e4chtigt war. Im Streitfall k\u00f6nnen die Beklagten mithin eine Bebauung mit der Grundfl\u00e4che und H\u00f6he des im Jahr 1963 errichteten Geb\u00e4udes nicht mehr verbieten. Eine weitergehende Bebauung ist der Kl\u00e4gerin aber weiterhin verwehrt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp: <\/em><\/span>Wenn das herrschende Grundst\u00fcck in Wohnungseigentum aufgeteilt ist, steht das Eigentum daran und damit auch eine Grunddienstbarkeit nicht der Gemeinschaft der Wohnungseigent\u00fcmer zu, sondern den einzelnen Wohnungseigent\u00fcmern als Mitberechtigten. Die L\u00f6schungsklage ist mithin gegen die einzelnen Eigent\u00fcmer zu richten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die Folgen eines lange zur\u00fcck liegenden Versto\u00dfes gegen ein im Grundbuch eingetragenes Bauverbot. 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