{"id":2512,"date":"2023-04-25T15:26:30","date_gmt":"2023-04-25T13:26:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2512"},"modified":"2023-04-25T15:26:30","modified_gmt":"2023-04-25T13:26:30","slug":"olg-duesseldorf-zum-notwendigen-hinweis-auf-prozesskostenhilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/04\/25\/olg-duesseldorf-zum-notwendigen-hinweis-auf-prozesskostenhilfe\/","title":{"rendered":"OLG D\u00fcsseldorf zum notwendigen Hinweis auf Prozesskostenhilfe"},"content":{"rendered":"<p>Das OLG D\u00fcsseldorf (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.olgduesseldorf.20230228.24u335\/20\">Urt. v. 28.2.2023 \u2013 24 U 335\/20<\/a>) hat einmal mehr betont, dass ein Rechtsanwalt dazu verpflichtet ist, den Mandanten auf die M\u00f6glichkeit der Prozesskostenhilfe zu verweisen, wenn er \u00fcber die entsprechenden finanziellen Verh\u00e4ltnisse des Mandanten in Kenntnis gesetzt wird.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall vor einem LAG war dem Rechtsanwalt bekannt geworden, dass der Mandantin die finanziellen Mittel ausgegangen waren und sie demgem\u00e4\u00df f\u00fcr das Verfahren vor dem LAG sogar Anspruch auf ratenfreie Prozesskostenhilfe gehabt h\u00e4tte. Gleichwohl wurde das Mandat auf der Grundlage einer Stundenlohnvereinbarung durchgef\u00fchrt. Die anschlie\u00dfende Honorarklage in nicht unerheblicher H\u00f6he war im Wesentlichen erfolglos.<\/p>\n<p>Der Rechtsanwalt schuldet dem Mandanten aus dem Mandatsvertrag eine umfassende Aufkl\u00e4rung \u00fcber den gesamten Fall und muss alle Nachteile f\u00fcr den Mandanten verhindern. Das gilt auch im Hinblick auf die entstehenden Kosten. Dabei muss der Rechtsanwalt zur Not auch seine eigenen Verg\u00fctungsinteressen hinten anstellen. Erkennt er, dass der Mandant Anspruch auf die Bewilligung von Prozesskostenhilfe hat, muss er den Mandanten darauf hinweisen. Unterl\u00e4sst er dies, begr\u00fcndet dies einen Schadensersatzanspruch des Mandanten.<\/p>\n<p>Zwar gibt es im Dienstvertragsrecht keine K\u00fcrzung der Verg\u00fctung oder Minderung wegen einer schlechten Dienstleistung. Demgem\u00e4\u00df hat der Rechtsanwalt grunds\u00e4tzlich Anspruch auf sein Honorar. Der Mandant kann jedoch dem Rechtsanwalt die Belastung mit dieser Verbindlichkeit im Wegen der Einrede nach \u00a7 242 BGB entgegenhalten. Wie man dies im Einzelnen dogmatisch begr\u00fcndet, kann offenbleiben, denn jedenfalls f\u00fchrt dieser Gesichtspunkt dazu, dass der Mandant das Honorar nicht bezahlen muss. Bei der Bewilligung von Prozesskostenhilfe h\u00e4tte der Rechtsanwalt gegen den Mandanten n\u00e4mlich gem\u00e4\u00df \u00a7 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO keinen durchgreifenden Honoraranspruch gegen den Mandanten gehabt.<\/p>\n<p>Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass die vorstehenden Grunds\u00e4tze auch f\u00fcr die Beratungshilfe gelten (OLG Hamm, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=rs.olghamm.20150430.28u88\/14\">Urt. v. 30.4.2015 \u2013 28 U 88\/14<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das OLG D\u00fcsseldorf (Urt. v. 28.2.2023 \u2013 24 U 335\/20) hat einmal mehr betont, dass ein Rechtsanwalt dazu verpflichtet ist, den Mandanten auf die M\u00f6glichkeit der Prozesskostenhilfe zu verweisen, wenn er \u00fcber die entsprechenden finanziellen Verh\u00e4ltnisse des Mandanten in Kenntnis gesetzt wird. Im konkreten Fall vor einem LAG war dem Rechtsanwalt bekannt geworden, dass der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[2378,1740,2379,680],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2512"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2512"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2512\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2513,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2512\/revisions\/2513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}