{"id":2841,"date":"2023-12-06T11:12:17","date_gmt":"2023-12-06T10:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2841"},"modified":"2023-12-06T11:12:17","modified_gmt":"2023-12-06T10:12:17","slug":"blog-powered-by-zoeller-wiedereinsetzung-trotz-falschadressierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2023\/12\/06\/blog-powered-by-zoeller-wiedereinsetzung-trotz-falschadressierung\/","title":{"rendered":"Blog powered by Z\u00f6ller: Wiedereinsetzung trotz Falschadressierung"},"content":{"rendered":"<p>Es sollte nicht passieren, geschieht aber immer wieder: Der Rechtsanwalt sendet eine Berufungsschrift \u00fcber sein beA ans falsche Gericht, und zwar so sp\u00e4t, dass der Fehler nicht mehr korrigiert werden kann. Die Verwerfung der Berufung ist unumg\u00e4nglich, eine Wiedereinsetzung erscheint wegen eindeutigen Anwaltsverschuldens ausgeschlossen. Doch es gibt eine <strong>Rettungschance<\/strong>, auf die der <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=nz3e5b5c62eafe4cfc881f36e7974fc23c\">BGH im Beschluss v. 10.10.2023 \u2013 VIII ZB 60\/22<\/a> hingewiesen hat (obwohl sie im dortigen Verfahren nicht genutzt wurde).<\/p>\n<p>Denn nach \u00a7 130a Abs. 5 Satz 2 ZPO erh\u00e4lt der Absender eines elektronischen Schriftsatzes eine automatisierte Best\u00e4tigung \u00fcber den Zeitpunkt des Eingangs. Wie der BGH bereits wiederholt entschieden hat, muss der Erhalt dieser Best\u00e4tigung \u00fcberpr\u00fcft und dabei auch <strong>kontrolliert<\/strong> werden, ob der richtige Schriftsatz \u00fcbermittelt wurde und ob er beim richtigen Gericht eingegangen ist (n\u00e4her dazu Z\u00f6ller\/G<em>reger<\/em>, ZPO, 35. Aufl. 2024, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.zpo.k0130a\">\u00a7 130a ZPO Rn. 24<\/a> und <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.zpo.k0233\">\u00a7 233 ZPO Rn. 23.15<\/a>). Der Rechtsanwalt darf diese<strong> Pr\u00fcfung seinem Personal \u00fcberlassen<\/strong>, sofern er es entsprechend eingewiesen und \u00fcberwacht hat. Hat er dies aber getan und wurde der Fehler trotzdem nicht erkannt, liegt ein Mitarbeiterverschulden vor, welches der Prozesspartei nicht zugerechnet werden kann und zugleich die Kausalit\u00e4t des urspr\u00fcnglichen Anwaltsfehlers beseitigt. Wiedereinsetzung ist also m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Es ist daher dringend angeraten<\/strong>, die Kontrolle der Eingangsbest\u00e4tigung nach \u00a7 130a Abs. 5 Satz 2 ZPO entsprechend geschultem Personal zu \u00fcbertragen und mit dem Wiedereinsetzungsantrag glaubhaft zu machen, dass dies geschehen ist.<\/p>\n<h4>_______________________________________________________________________<\/h4>\n<p><strong>Hinweis: Die Entscheidung vom 10.10.2023 ist w\u00e4hrend der Drucklegung des neuen Z\u00f6ller ergangen, wird aber schon jetzt \u2013 wie alle k\u00fcnftigen Entscheidungen von gr\u00f6\u00dferer Praxisbedeutung \u2013 in der <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zpo.zpo.k0130a\">Online-Version des Kommentars<\/a> nachgewiesen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sollte nicht passieren, geschieht aber immer wieder: Der Rechtsanwalt sendet eine Berufungsschrift \u00fcber sein beA ans falsche Gericht, und zwar so sp\u00e4t, dass der Fehler nicht mehr korrigiert werden kann. Die Verwerfung der Berufung ist unumg\u00e4nglich, eine Wiedereinsetzung erscheint wegen eindeutigen Anwaltsverschuldens ausgeschlossen. Doch es gibt eine Rettungschance, auf die der BGH im Beschluss [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":648,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1305,2],"tags":[110,2607,2606,648,2486],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/648"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2841"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2868,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841\/revisions\/2868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}