{"id":2978,"date":"2024-02-11T10:24:45","date_gmt":"2024-02-11T09:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=2978"},"modified":"2024-02-11T10:24:45","modified_gmt":"2024-02-11T09:24:45","slug":"montagsblog-311","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2024\/02\/11\/montagsblog-311\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Diese Woche geht es um die Voraussetzungen f\u00fcr die fristlose K\u00fcndigung eines Mietvertrags \u00fcber Wohnraum.<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Zerr\u00fcttungsprinzip gilt nicht im Mietrecht<br \/>\n<\/strong>BGH, Urteil vom 29.\u00a0November 2023 \u2013 VIII\u00a0ZR\u00a0211\/22<\/p>\n<p><em>Der VIII.\u00a0Zivilsenat befasst sich mit den Tatbestandvoraussetzungen von \u00a7\u00a0543 Abs.\u00a01 BGB. <\/em><\/p>\n<p>Die Beklagten sind seit 2011 Mieter einer im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses gelegenen Wohnung der Kl\u00e4ger. Die Kl\u00e4ger wohnen im Erdgeschoss desselben Hauses. Seit 2014 kam es zwischen den Parteien zu regelm\u00e4\u00dfigen Auseinandersetzungen wegen angeblicher Vertragsverletzungen, etwa Verst\u00f6\u00dfen gegen die Haus- und Reinigungsordnung, L\u00e4rmbel\u00e4stigungen, fehlerhaftem Bef\u00fcllen und Abstellen von M\u00fclltonnen sowie Zuparken von Einfahrten. Im Mai 2020 erstatteten die Beklagten eine Strafanzeige, in der sie unter anderem angaben, die Kl\u00e4ger h\u00e4tten behauptet, die Beklagten h\u00e4tten sich rassistisch \u00fcber t\u00fcrkischst\u00e4mmige Mitb\u00fcrger ge\u00e4u\u00dfert. Wegen dieser Anzeige und wegen Zerr\u00fcttung des Mietverh\u00e4ltnisses erkl\u00e4rten die Kl\u00e4ger die fristlose K\u00fcndigung des Mietverh\u00e4ltnisses. Die auf R\u00e4umung und Herausgabe gerichtete Klage hatte in den beiden ersten Instanzen keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Die Revision der Kl\u00e4ger bleibt ebenfalls ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Die Strafanzeige stellt keinen hinreichenden Grund f\u00fcr die fristlose K\u00fcndigung dar, weil sie nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des Berufungsgerichts inhaltlich zutrifft.<\/p>\n<p>Die unstreitig vorliegende Zerr\u00fcttung des Mietverh\u00e4ltnisses reicht f\u00fcr eine fristlose K\u00fcndigung ebenfalls nicht aus. Ein wichtiger Grund zur K\u00fcndigung von Dauerschuldverh\u00e4ltnissen ist im Allgemeinen nur dann gegeben, wenn der Grund, auf den die K\u00fcndigung gest\u00fctzt wird, im Risikobereich des anderen Vertragsteils liegt. Eine Zerst\u00f6rung der das Schuldverh\u00e4ltnis tragenden Vertrauensgrundlage kommt deshalb nur dann als zureichender K\u00fcndigungsgrund in Betracht, wenn sie zumindest auch durch ein pflichtwidriges Verhalten des anderen Vertragsteils verursacht worden ist. Diese Voraussetzung ist nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des Berufungsgerichts im Streitfall nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><em>Praxistipp:<\/em><\/span> Damit eine fristlose K\u00fcndigung auf die Verletzung einer Pflicht aus dem Mietvertrag gest\u00fctzt werden kann, ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0543 Abs.\u00a03 BGB grunds\u00e4tzlich eine vorherige Abmahnung erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche geht es um die Voraussetzungen f\u00fcr die fristlose K\u00fcndigung eines Mietvertrags \u00fcber Wohnraum. 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