{"id":542,"date":"2017-02-08T15:11:05","date_gmt":"2017-02-08T14:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=542"},"modified":"2017-02-08T15:11:05","modified_gmt":"2017-02-08T14:11:05","slug":"automatisiertes-fahren-und-wenns-rummst-dann-wars-diesmal-wirklich-keiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2017\/02\/08\/automatisiertes-fahren-und-wenns-rummst-dann-wars-diesmal-wirklich-keiner\/","title":{"rendered":"Automatisiertes Fahren: Und wenn\u2019s rummst, dann war\u2019s diesmal wirklich keiner?!"},"content":{"rendered":"<p>Eine Vision wie aus einem Science-Fiction-Film: Fahrzeuge, die wie von Geisterhand gesteuert auf unsichtbaren Schienen durch die Luft zwischen riesigen Geb\u00e4uden gleiten, Fahrg\u00e4ste und Piloten, die sich inzwischen mit weitaus angenehmeren Dingen als der Fahrzeugf\u00fchrung besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen\u2026 ganz soweit hat es die moderne Verkehrstechnik zwar noch nicht gebracht. Doch mit der computergesteuerten Elektronik des autonomen Fahrens dringt das Automobil in Sph\u00e4ren vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.<\/p>\n<p>So wie \u2013 einem Sprichwort nach \u2013 in jedem Risiko zugleich eine Chance liegt, liegt in jeder Chance aber auch ein Risiko. Im modernen Rechtsstaat ist es die Aufgabe des Gesetzgebers, durch neue Technologien bedingte Risiken im Rahmen des M\u00f6glichen und Zumutbaren zu minimieren und abzufedern.<\/p>\n<p>Einen aktuellen Versuch dazu hat nun Bundesverkehrsminister <em>Dobrindt<\/em> unternommen: Ein Gesetzentwurf sieht die Zulassung von Fahrzeugen vor, in denen \u201eKollege Computer\u201c f\u00fcr eine bestimmte Zeit und in bestimmten Situationen die Kontrolle \u00fcber das Fahrzeug \u00fcbernimmt. Damit soll der Sprung von reinen Fahrerassistenzsystemen zum teilautomatisierten Fahren (Der Fahrer muss das System dauerhaft \u00fcberwachen und jederzeit zur vollst\u00e4ndigen \u00dcbernahme der Fahraufgabe bereit sein) und dann zum hochautomatisierten Fahren (Der Fahrer muss das System nicht dauerhaft \u00fcberwachen. Das System warnt den Fahrer aber rechtzeitig, wenn dieser eingreifen muss) geschafft werden. Als n\u00e4chste Stufen sollen folgen:<\/p>\n<ul>\n<li>das vollautomatisierte Fahren: Der Fahrer muss das System nicht \u00fcberwachen. Das System ist in allen Situationen in der Lage, einen &#8222;risikominimalen&#8220; Zustand herzustellen<\/li>\n<\/ul>\n<p>und zu guter Letzt:<\/p>\n<ul>\n<li>das autonome (&#8222;fahrerloses&#8220;) Fahren: Das System \u00fcbernimmt das Fahrzeug vollst\u00e4ndig vom Start bis zum Ziel; alle im Fahrzeug befindlichen Personen sind nur Passagiere.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das voll-autonome Fahren soll nicht vor 2030 Realit\u00e4t werden. So bleibt vorerst noch der Mensch verantwortlich. Er bestimmt, wann und in welchen Situationen er dem Computer \u201edas Steuer \u00fcberl\u00e4sst\u201c. Und er muss auch jederzeit dazu in der Lage sein, in kritischen Situationen die Kontrolle wieder an sich zu rei\u00dfen. Zwar darf sich der Fahrer w\u00e4hrend der Fahrt mit anderen Dingen besch\u00e4ftigen \u2013 wie eine traurige Bilanz es allerdings beweist, tun dies viele Handy- und Smartphone-Nutzer ohnehin schon jetzt \u2013 im Falle eines Falles muss aber er \u201esofort und unverz\u00fcglich\u201c das Heft wieder selbst in die Hand nehmen. Daran entz\u00fcndet sich auch ein Gro\u00dfteil der Kritik: wie abgelenkt darf der Fahrer und wie aufmerksam muss er sein? Und kann er sich auf ein Versagen der Technik berufen? Um eine Abgrenzung zur Produzentenhaftung zu erm\u00f6glichen, soll \u2013 wie im Flugzeug \u2013 eine \u201eBlackbox\u201c die wesentlichen Daten der Fahrt aufzeichnen. Eine wirkliche L\u00f6sung scheint das Gesetz nicht zu bieten; damit bleibt wohl f\u00fcr die Rechtsprechung viel zu tun. Eindeutig sind nur die F\u00e4lle, in denen entweder der Mensch oder der Computer die alleinige Verantwortung tr\u00e4gt: sonst wird\u2019s immer der eine auf den anderen schieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Vision wie aus einem Science-Fiction-Film: Fahrzeuge, die wie von Geisterhand gesteuert auf unsichtbaren Schienen durch die Luft zwischen riesigen Geb\u00e4uden gleiten, Fahrg\u00e4ste und Piloten, die sich inzwischen mit weitaus angenehmeren Dingen als der Fahrzeugf\u00fchrung besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen\u2026 ganz soweit hat es die moderne Verkehrstechnik zwar noch nicht gebracht. 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