{"id":807,"date":"2017-09-22T15:05:15","date_gmt":"2017-09-22T13:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=807"},"modified":"2017-09-22T15:05:15","modified_gmt":"2017-09-22T13:05:15","slug":"montagsblog-057","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2017\/09\/22\/montagsblog-057\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><strong>Divergenz innerhalb eines Oberlandesgerichts<br \/>\n<\/strong>Beschluss vom 15.\u00a0August 2017 \u2013 X\u00a0ARZ\u00a0204\/17<\/p>\n<p><em>Eine Detailfrage zur Vorlagepflicht im Verfahren zur Gerichtstandbestimmung nach \u00a7\u00a036 Abs.\u00a03 ZPO entscheidet der X.\u00a0Zivilsenat.<\/em><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger nahmen die Beklagten auf der Grundlage des Anfechtungsgesetzes auf Duldung der Zwangsvollstreckung in zwei Grundst\u00fccke in Anspruch. Das zuerst angerufene LG am Sitz der Beklagten erkl\u00e4rte sich f\u00fcr unzust\u00e4ndig, weil es den ausschlie\u00dflichen dinglichen Gerichtsstand des \u00a7\u00a024 ZPO f\u00fcr einschl\u00e4gig hielt, und verwies die Sache auf Antrag der Kl\u00e4ger an das nach dieser Vorschrift zust\u00e4ndige LG. Dieses hielt \u00a7\u00a024 ZPO f\u00fcr nicht einschl\u00e4gig und ersuchte das OLG Hamm um Bestimmung des zust\u00e4ndigen Gerichts gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a036 Abs.\u00a01 Nr.\u00a05 ZPO. Das OLG hielt \u00a7\u00a024 ZPO ebenfalls f\u00fcr nicht einschl\u00e4gig und die abweichende Auffassung des zuerst angerufenen LG mangels detaillierter Begr\u00fcndung f\u00fcr willk\u00fcrlich, sah sich aber an einer Zust\u00e4ndigkeitsbestimmung gehindert, weil ein anderer Zivilsenat desselben OLG in einer fr\u00fcheren Entscheidung \u00a7\u00a024 ZPO in einer vergleichbaren Konstellation f\u00fcr einschl\u00e4gig erachtet hatte.<\/p>\n<p>Der BGH entscheidet, dass weiterhin das LG zust\u00e4ndig ist, an das der Rechtsstreit verwiesen wurde. Er h\u00e4lt die Vorlage der Sache durch das OLG f\u00fcr zul\u00e4ssig, obwohl der Wortlaut des \u00a7\u00a036 Abs.\u00a03 ZPO hierf\u00fcr eine Abweichung von der Entscheidung eines anderen OLG vorsieht. Der Sinn und Zweck der Vorschrift erfordert eine Vorlage auch bei drohender Divergenz innerhalb eines OLG. Die vom zuerst angerufenen LG ausgesprochene Verweisung beurteilt der BGH als inhaltlich unzutreffend, weil eine auf das Anfechtungsgesetz gest\u00fctzte Klage auf Duldung der Zwangsvollstreckung keine Klage ist, durch die das Eigentum oder eine dingliche Belastung geltend gemacht wird. Dennoch h\u00e4lt der BGH die Verweisung f\u00fcr wirksam. Das verweisende LG hat seine Auffassung zwar nur kurz begr\u00fcndet, aber erkennen lassen, dass es der damals ver\u00f6ffentlichten OLG-Rechtsprechung folgen wollte; dies kann nicht als willk\u00fcrlich angesehen werden.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000\">Praxistipp:<\/span> Wenn der BGH das im Rechtszug zun\u00e4chst h\u00f6here Gericht im Sinne von \u00a7\u00a036 Abs.\u00a01 ZPO ist, hat an dessen Stelle nach \u00a7\u00a036 Abs.\u00a02 ZPO das OLG zu entscheiden, zu dessen Bezirk das mit der Sache zuerst befasste Gericht geh\u00f6rt. Der BGH kann in solchen Sachen nur aufgrund einer Divergenzvorlage nach \u00a7\u00a036 Abs.\u00a03 ZPO entscheiden. Diese Regelung gilt seit 01.04.1998, wird in der Praxis dennoch mitunter \u00fcbersehen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Divergenz innerhalb eines Oberlandesgerichts Beschluss vom 15.\u00a0August 2017 \u2013 X\u00a0ARZ\u00a0204\/17 Eine Detailfrage zur Vorlagepflicht im Verfahren zur Gerichtstandbestimmung nach \u00a7\u00a036 Abs.\u00a03 ZPO entscheidet der X.\u00a0Zivilsenat. Die Kl\u00e4ger nahmen die Beklagten auf der Grundlage des Anfechtungsgesetzes auf Duldung der Zwangsvollstreckung in zwei Grundst\u00fccke in Anspruch. Das zuerst angerufene LG am Sitz der Beklagten erkl\u00e4rte sich f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[837,448,836,835,838,834,839,841,833,840],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/807"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=807"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/807\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":808,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/807\/revisions\/808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}