{"id":826,"date":"2017-11-10T16:16:19","date_gmt":"2017-11-10T15:16:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=826"},"modified":"2017-11-10T16:16:19","modified_gmt":"2017-11-10T15:16:19","slug":"das-recht-der-parteien-auf-anhoerung-eines-sachverstaendigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2017\/11\/10\/das-recht-der-parteien-auf-anhoerung-eines-sachverstaendigen\/","title":{"rendered":"Das Recht der Parteien auf Anh\u00f6rung eines Sachverst\u00e4ndigen"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem in den Tatsacheninstanzen verlorenen <strong>Arzthaftungsprozess<\/strong> griff die Kl\u00e4gerin das Urteil des OLG mit einer <strong>Verfahrensr\u00fcge<\/strong> an. Entgegen ihrem Antrag sei der Sachverst\u00e4ndige weder vom LG noch vom OLG angeh\u00f6rt worden. Der <a href=\"http:\/\/portal.stbcenter.de\/Default.aspx?hitnr=0&amp;t=636428054628631250&amp;url=rn%3asteubis%5e%5efile%3a%2f%2fR%7c%2fDoc%2fRechtsprechung%2fBGH%2f2017%2f1399665.xml&amp;ref=hitlist_hl\">BGH, Beschl. v. 30.5.2017 \u2013 VI ZR 439\/16<\/a>, sieht darin eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>Entsprechend dem Wortlaut des Gesetzes (\u00a7\u00a7 397, 402 ZPO; \u00a7 402 verweist f\u00fcr den Sachverst\u00e4ndigenbeweis subsidi\u00e4r auf die Vorschriften des Zeugenbeweises, \u00a7 397\u00a0Abs. 1 ZPO\u00a0regelt das Fragerecht der Parteien an einen Zeugen) hat die <strong>Partei<\/strong> einen <strong>Anspruch<\/strong> darauf, den <strong>Sachverst\u00e4ndigen<\/strong> selbst zu <strong>befragen<\/strong>. Es kommt nicht darauf an, ob das Gericht noch Erl\u00e4uterungsbedarf sieht. Die Partei ist auch nicht dazu verpflichtet, die zu stellenden Fragen vorher mitzuteilen. Dieses Recht besteht unabh\u00e4ngig von einem Verfahren des Gerichts nach \u00a7 411\u00a0Abs. 3\u00a0ZPO.\u00a0Gibt das erstinstanzliche Gericht dieses Recht nicht, muss das Berufungsgericht diesem Antrag entsprechen. Geschieht dies nicht, ist der <strong>Grundsatz des rechtlichen Geh\u00f6rs<\/strong> verletzt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\">Fazit:<\/span> Rein vom Wortlaut her ist das Ergebnis zutreffend. Ob eine solche Vorgehensweise in der Praxis immer die <strong>richtige Taktik<\/strong> ist, muss sorgf\u00e4ltig erwogen werden.\u00a0Muss der Sachverst\u00e4ndige zur Beantwortung der Fragen m\u00f6glicherweise noch recherchieren, ist es sinnvoll, die Fragen vorher mitzuteilen, da sonst die Sache im Termin nicht vorankommen wird. Wer das Verfahren verschleppen oder Verwirrung stiften will, wird allerdings von diesem Recht gerne Gebrauch machen! Das Gericht muss dann gute Miene zu b\u00f6sem Spiel machen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\">Hinweis:<\/span> Zum Recht der Prozesspartei auf m\u00fcndliche Befragung des Sachverst\u00e4ndigen, s.a. BGH Beschl. v. 21.2.2017 \u2013 VI ZR 314\/15, <a href=\"http:\/\/portal.stbcenter.de\/Default.aspx?hitnr=1&amp;t=636428049989412500&amp;url=rn%3asteubis%5e%5efile%3a%2f%2fR%7c%2fDoc%2fMagazines%2fMDR%2f1340404.xml&amp;ref=hitlist_hl\">MDR 2017, 785 <\/a>und <a href=\"http:\/\/portal.stbcenter.de\/Default.aspx?hitnr=2&amp;t=636428049989412500&amp;url=rn%3asteubis%5e%5efile%3a%2f%2fR%7c%2fDoc%2fMagazines%2fMDR%2f1394570.xml&amp;ref=hitlist_hl\">MDR 2017, 933 (Laumen)<\/a> .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem in den Tatsacheninstanzen verlorenen Arzthaftungsprozess griff die Kl\u00e4gerin das Urteil des OLG mit einer Verfahrensr\u00fcge an. Entgegen ihrem Antrag sei der Sachverst\u00e4ndige weder vom LG noch vom OLG angeh\u00f6rt worden. Der BGH, Beschl. v. 30.5.2017 \u2013 VI ZR 439\/16, sieht darin eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r. 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