{"id":837,"date":"2017-10-11T18:37:12","date_gmt":"2017-10-11T16:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=837"},"modified":"2017-10-11T18:40:30","modified_gmt":"2017-10-11T16:40:30","slug":"koennen-glaeubiger-auf-die-pokale-eines-sportlers-zugreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2017\/10\/11\/koennen-glaeubiger-auf-die-pokale-eines-sportlers-zugreifen\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen Gl\u00e4ubiger auf die Pokale eines Sportlers zugreifen?"},"content":{"rendered":"<p><em>Aus gegebenem Anlass<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pokale eines Sportlers geh\u00f6ren zu dessen beweglichen Verm\u00f6gen. Dieses ist grunds\u00e4tzlich in vollem Umfang pf\u00e4ndbar. Die Pf\u00e4ndung erfolgt durch den Gerichtsvollzieher, anschlie\u00dfend werden die gepf\u00e4ndeten Gegenst\u00e4nde versteigert oder anderweitig verwertet. Es gibt allerdings, vorausgesetzt das Verfahren l\u00e4uft nach deutschem Recht, eine Reihe von Pf\u00e4ndungsverboten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach wie vor aktuell ist etwa das Verbot der Pf\u00e4ndung von Gegenst\u00e4nden, die Personen f\u00fcr die Fortsetzung ihrer k\u00f6rperlichen oder geistigen Erwerbst\u00e4tigkeit ben\u00f6tigen (\u00a7 811 Abs. 1 Nr. 5 ZPO). Dazu w\u00fcrde wohl der Tennisschl\u00e4ger, kaum aber der Pokal des Sportlers geh\u00f6ren. Sind Pokale aber vielleicht Orden oder Ehrenzeichen? Diese genie\u00dfen ebenfalls Pf\u00e4ndungsschutz nach \u00a7 811 Abs. 1 Nr. 11 ZPO, \u00fcbrigens gemeinsam mit den Haushaltungs- und Gesch\u00e4ftsb\u00fcchern, den Familienpapieren sowie den (in Gebrauch befindlichen) Trauringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nur die von einer inl\u00e4ndischen oder ausl\u00e4ndischen <em>staatlichen Gewalt<\/em> verliehenen Auszeichnungen sind aber nach dieser Regel unpf\u00e4ndbar (Kindl\/Meller-Hannich\/Wolf\/<em>Kindl<\/em> ZPO \u00a7 811, Rn 29 mwN). Soweit es sich um eine <em>private Auszeichnung<\/em> handelt, sind Pokale sehr wohl pf\u00e4ndbar. Und das ist der Regelfall: Hinter Wimbledon steht ein privater Tennisclub, ebenso sind FIFA und DFB private Verb\u00e4nde. Daran \u00e4ndert sich auch dadurch nichts, dass etwa die Troph\u00e4en von Wimbledon traditionell durch ein Mitglied der k\u00f6niglichen Familie \u00fcberreicht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Pf\u00e4ndung eines Pokals wird f\u00fcr den Sportler auch keine sittenwidrige H\u00e4rte darstellen (\u00a7 765 a ZPO). Es ist dann nur noch daran zu denken, ob aus der Verwertung der zu pf\u00e4ndenden Gegenst\u00e4nde ein \u00dcberschuss \u00fcber die Kosten der Zwangsvollstreckung zu erwarten ist (\u00a7 803 Abs. 2 ZPO). Daf\u00fcr wird es auf den Sportler und den Troph\u00e4engeber ankommen. F\u00fcr die Pokale eines sechsfachen Grandslamtourniersiegers gilt dann anderes als f\u00fcr das Stadtteiltournier im Torwandschie\u00dfen. Erstere werden einigen Ertrag bringen. Grunds\u00e4tzlich sind damit Pokale und Troph\u00e4en eines Sportlers pf\u00e4ndbar. Damit unterfallen sie <em>auch dem Insolvenzbeschlag <\/em>(\u00a7 36 Abs. 1 S. 1 InsO<em>)<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus gegebenem Anlass &nbsp; Pokale eines Sportlers geh\u00f6ren zu dessen beweglichen Verm\u00f6gen. Dieses ist grunds\u00e4tzlich in vollem Umfang pf\u00e4ndbar. Die Pf\u00e4ndung erfolgt durch den Gerichtsvollzieher, anschlie\u00dfend werden die gepf\u00e4ndeten Gegenst\u00e4nde versteigert oder anderweitig verwertet. Es gibt allerdings, vorausgesetzt das Verfahren l\u00e4uft nach deutschem Recht, eine Reihe von Pf\u00e4ndungsverboten. &nbsp; Nach wie vor aktuell ist etwa [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":57,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/837"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/57"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=837"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/837\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":840,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/837\/revisions\/840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}