{"id":998,"date":"2018-04-21T16:32:11","date_gmt":"2018-04-21T14:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/?p=998"},"modified":"2018-04-21T16:32:11","modified_gmt":"2018-04-21T14:32:11","slug":"montagsblog-083","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/2018\/04\/21\/montagsblog-083\/","title":{"rendered":"Montagsblog: Neues vom BGH"},"content":{"rendered":"<p><em>Mit den Anforderungen an die Form eines l\u00e4ngerfristigen Grundst\u00fccksmietvertrags befasst sich der XII.\u00a0Zivilsenat.<\/em><\/p>\n<p><strong>Formwirksamer Mietvertrag in zwei Urkunden mit je einer Unterschrift<\/strong><br \/>\nUrteil vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2018 \u2013 XII\u00a0ZR\u00a0129\/16<\/p>\n<p><em>Der XII.\u00a0Zivilsenat baut seine Rechtsprechung zur zweckorientierten Auslegung des Formerfordernisses in \u00a7\u00a0550 BGB aus.<\/em><\/p>\n<p>Die Parteien stritten \u00fcber den Fortbestand eines Vertrags \u00fcber Errichtung und Betrieb einer Photovoltaikanlage. Der Vertrag sah eine Laufzeit von drei\u00dfig Jahren und ein einmaliges Nutzungsentgelt von einem Euro vor. Er wurde in zwei Ausfertigungen niedergelegt, von denen jede Vertragspartei nur diejenige unterschrieb, die in ihrem Besitz verblieb. Sieben Monate nach Abschluss k\u00fcndigte der Vermieter den Vertrag. Kurz darauf ver\u00e4u\u00dferte er das Grundst\u00fcck an die Beklagte. Diese verweigerte dem Mieter den weiteren Zutritt. Die unter anderem auf Feststellung des Fortbestands des Vertrags gerichtete Klage des Mieters blieb in den ersten beiden Instanzen erfolglos.<\/p>\n<p>Der BGH verweist die Sache an das OLG zur\u00fcck. Er billigt zwar die von der Rechtsprechung anderer Oberlandesgerichte abweichende Auffassung der Vorinstanz, dass es sich nicht um einen Pacht- sondern um einen Mietvertrag handelt. Anders als das OLG kommt er jedoch zu dem Ergebnis, dass die f\u00fcr die Vereinbarung der Laufzeit erforderliche Form des \u00a7\u00a0550 BGB eingehalten ist. Wenn ein Vertrag in zwei Ausfertigungen erstellt wird, von denen jede Partei nur eine unterschreibt, gen\u00fcgt dies zwar der gesetzlichen Schriftform nach \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 BGB nur dann, wenn jeder Partei die vom jeweils anderen Teil unterschriebene Ausfertigung zugegangen ist. Die besondere Formvorschrift in \u00a7\u00a0550 BGB dient aber anderen Zwecken, im Wesentlichen der Dokumentation des Mietverh\u00e4ltnisses f\u00fcr den Fall einer Ver\u00e4u\u00dferung des Grundst\u00fccks. Hierf\u00fcr reicht es nach Auffassung des BGH aus, wenn jede Partei die von ihr unterschriebene Ausfertigung beh\u00e4lt.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000\">Praxistipp:<\/span> Wegen des unterschiedlichen Zwecks von \u00a7\u00a0126 und \u00a7\u00a0550 BGB darf Rechtsprechung zur einen Vorschrift nie unbesehen auf die anderen \u00fcbertragen werden \u2013 weder in die eine Richtung noch in die andere.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den Anforderungen an die Form eines l\u00e4ngerfristigen Grundst\u00fccksmietvertrags befasst sich der XII.\u00a0Zivilsenat. Formwirksamer Mietvertrag in zwei Urkunden mit je einer Unterschrift Urteil vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2018 \u2013 XII\u00a0ZR\u00a0129\/16 Der XII.\u00a0Zivilsenat baut seine Rechtsprechung zur zweckorientierten Auslegung des Formerfordernisses in \u00a7\u00a0550 BGB aus. Die Parteien stritten \u00fcber den Fortbestand eines Vertrags \u00fcber Errichtung und Betrieb einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,61,794,60],"tags":[1077,1078,419,1075,1076,25,1080,1079,900],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/998"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=998"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":999,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/998\/revisions\/999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mdr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}