{"id":1042,"date":"2026-02-11T12:33:55","date_gmt":"2026-02-11T11:33:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=1042"},"modified":"2026-02-11T12:33:55","modified_gmt":"2026-02-11T11:33:55","slug":"empirische-studie-oesterreichs-richterschaft-befuerwortet-mehr-durchlaessigkeit-zu-mediativen-angeboten-im-zivilverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2026\/02\/11\/empirische-studie-oesterreichs-richterschaft-befuerwortet-mehr-durchlaessigkeit-zu-mediativen-angeboten-im-zivilverfahren\/","title":{"rendered":"Empirische Studie: \u00d6sterreichs Richterschaft bef\u00fcrwortet mehr Durchl\u00e4ssigkeit zu mediativen Angeboten im Zivilverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Wer in \u00d6sterreich den Weg zu Gericht beschritten hat, wird nur in Ausnahmef\u00e4llen auf mediative Verfahrensalternativen hingewiesen. Selbst wenn ein Ehepaar mit gemeinsamen Kindern auf eine strittige Scheidung zusteuert, k\u00f6nnen sich die Streitparteien nicht darauf verlassen, seitens des Gerichts \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer Mediation informiert zu werden. Dabei k\u00e4me neben der Anwaltschaft auch den Gerichten eine wichtige Rolle dabei zu, auf diese alternative M\u00f6glichkeit der Konfliktl\u00f6sung aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Zur allgemein geringen Durchl\u00e4ssigkeit vom Gerichtsprozess in die Mediation tr\u00e4gt auch bei, dass in \u00d6sterreich bis dato kein mit Deutschland vergleichbares Modell des G\u00fcterichterverfahrens rechtlich und strukturell verankert ist. Die umfangreichen empirischen Befunde des zwischen 2023 und 2025 umgesetzten Forschungsprojekts MEDIAS<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> machen aber deutlich, dass sich neben Mediatorinnen und Mediatoren auch die Richterschaft mehrheitlich eine durchl\u00e4ssigere Schnittstelle zu mediativen Angeboten w\u00fcnscht, w\u00e4hrend sich die Rechtsanwaltschaft hier deutlich reservierter zeigt.<\/p>\n<p>Die Studie identifizierte spezifische Fall- oder Verfahrenskonstellationen, in denen der Mediation als alternative Konfliktl\u00f6sungsoption gro\u00dfe Bedeutung zugesprochen wird. Wenig \u00fcberraschend gewinnen solche Verfahren in den Augen der Richterschaft, aber auch der Rechtsanwaltschaft dann besondere Relevanz, wenn die Konfliktparteien auch weiterhin in Beziehung zueinander stehen werden bzw. m\u00fcssen. Aber auch in verschiedenen anderen Konstellationen bewerten viele der \u00f6sterreichweit Befragten aus beiden Berufsgruppen die Alternative Mediation als zumindest \u00fcberlegenswert \u2013 wenn auch Richterinnen und Richter jeweils in h\u00f6herem Ausma\u00df.<\/p>\n<p>Doch was br\u00e4uchte es, damit Konfliktparteien nicht vorschnell in Richtung Gerichtsverfahren \u201eabbiegen\u201c? Und was m\u00fcsste ver\u00e4ndert werden, um auch bei bereits gerichtsanh\u00e4ngigen Streitf\u00e4llen die Zug\u00e4nglichkeit zur Alternative Mediation (oder auch zu anderen ADR-Verfahren) in \u00d6sterreich ausreichend offenzuhalten? Die Studie liefert auch hierzu empirisch gepr\u00fcfte Erkenntnisse, die zugleich deutlich machen, dass die Richterschaft mit teils gro\u00dfer Mehrheit Ma\u00dfnahmen begr\u00fc\u00dft, die einen Wechsel in die Mediation erleichtern, solange diese alternativen Angebote der Konfliktbearbeitung auf Freiwilligkeit beruhen.<\/p>\n<p>Wenn Sie die Ergebnisse der Studie im Detail interessieren, lesen Sie den Beitrag \u201e<em>Ruf nach mehr Durchl\u00e4ssigkeit: Gerichtsverfahren und Mediation in \u00d6sterreich<\/em>\u201c von <em>Hemma Mayrhofer und Martina Neuwirth<\/em> in <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2026.01.i.0015.01.a\"><a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/suche?q=%5B%7B%22txt%22:%22pubyear:2026%22%7D,%7B%22txt%22:%22source_page:15%22%7D,%7B%22txt%22:%22all_source_2:zkm%22%7D%20%5D\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ZKM 2026, 15<\/a> ff<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Das Projekt MEDIAS wurde finanziert im Sicherheitsforschungs-F\u00f6rderprogramm KIRAS des Bundesministeriums f\u00fcr Finanzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in \u00d6sterreich den Weg zu Gericht beschritten hat, wird nur in Ausnahmef\u00e4llen auf mediative Verfahrensalternativen hingewiesen. 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