{"id":1126,"date":"2026-09-29T13:25:28","date_gmt":"2026-09-29T11:25:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=1126"},"modified":"2026-09-29T13:27:07","modified_gmt":"2026-09-29T11:27:07","slug":"massschneider-statt-konfektionsware-wann-hybride-adr-verfahren-lohnen-und-wann-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2026\/09\/29\/massschneider-statt-konfektionsware-wann-hybride-adr-verfahren-lohnen-und-wann-nicht\/","title":{"rendered":"Ma\u00dfschneider statt Konfektionsware? Wann hybride ADR-Verfahren lohnen \u2013 und wann nicht"},"content":{"rendered":"<p>Co-Autorin:<br \/>\n<strong>Christina Valdini, LL.M. (King&#8217;s College London)<\/strong><br \/>\nRechtsanw\u00e4ltin, DLA Piper, Hamburg<\/p>\n<p>___________<\/p>\n<p>Gerichtsverfahren, Schiedsverfahren, Mediation, Schlichtung, Adjudikation \u2013 die Palette der Streitbeilegungsmechanismen ist breit. Doch warum nur einen w\u00e4hlen? Hybride ADR-Verfahren kombinieren verschiedene Mechanismen, um f\u00fcr den konkreten Streitfall eine passgenaue L\u00f6sung zu finden. Der Weg dorthin ist allerdings anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint.<\/p>\n<p>Die aktuelle Queen Mary International Arbitration Survey 2025 zeigt: 87 % der Befragten bevorzugen die internationale Schiedsgerichtsbarkeit \u2013 aber 48 % davon w\u00fcnschen sich eine Kombination mit ADR-Verfahren. Der Bedarf an flexiblen, ma\u00dfgeschneiderten Konfliktl\u00f6sungen ist also evident. In unserem Beitrag \u201e<strong>Hybride ADR-Verfahren als Bestandteil des Konfliktmanagements<\/strong>&#8220; in der <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2026.00.o.s012.01.a\"><strong><a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/suche?q=%5B%7B%22txt%22:%22pubyear:2026%22%7D,%7B%22txt%22:%22source_page:192%22%7D,%7B%22txt%22:%22all_source_2:zkm%22%7D%20%5D\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ZKM 2026, 192<\/a> ff.<\/strong><\/a> gehen wir den Chancen und Risiken solcher Verfahrenskombinationen aus Praktikersicht nach.<\/p>\n<p>Der Grundgedanke ist \u00fcberzeugend: Durch die gezielte Kombination verschiedener Verfahrensarten \u2013 ob sequentiell oder parallel \u2013 lassen sich Synergieeffekte erzielen. Die Varianten reichen von Eskalationsklauseln \u00fcber eingebettete Verhandlungsphasen bis hin zu Kombinationen mit Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten oder Dispute Boards. Ziel ist stets die im Einzelfall richtige Balance aus Flexibilit\u00e4t, Verbindlichkeit und Vollstreckbarkeit.<\/p>\n<p>Doch die Praxis zeigt: Kreativit\u00e4t bei der Verfahrensgestaltung birgt erhebliche Stolperfallen. Anhand konkreter Beispielsf\u00e4lle illustrieren wir, wie rudiment\u00e4re oder unerprobte Klauseln die Streitbeilegung nicht beschleunigen, sondern in die L\u00e4nge ziehen \u2013 etwa wenn unklare Verfahrensregeln, fehlende Schnittstellen zwischen den Verfahrensstufen oder nicht praxiserprobte Ernennungsmechanismen den Weg zur eigentlichen Streitentscheidung blockieren. Hinzu kommen \u00fcbergreifende Herausforderungen wie Vertraulichkeitsschutz, Rollenkonflikte bei \u201eDoppelfunktionen\u201c und nicht zuletzt die Frage nach den Kosten.<\/p>\n<p>Unser Fazit: Hybride Verfahren sind besondere L\u00f6sungen f\u00fcr besondere F\u00e4lle. Sie k\u00f6nnen sich insbesondere bei strategisch bedeutsamen oder gro\u00dfvolumigen Streitigkeiten und bei Dauerschuldverh\u00e4ltnissen mit wiederkehrenden Konfliktmustern lohnen. Entscheidend ist, dass die Kombination nicht am gr\u00fcnen Tisch entworfen, sondern als Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen Parteien und spezialisierten Konfliktl\u00f6sungsanw\u00e4lten strukturiert wird \u2013 mit klaren Definitionen, sauberen Schnittstellen und realistischen Erwartungen. Wer hingegen \u201eexperimentiert&#8220;, ohne den Aufwand einzuplanen, f\u00e4hrt mit bew\u00e4hrten Standardverfahren besser.<\/p>\n<p>___________<\/p>\n<p><em>Die ausf\u00fchrliche Darstellung mit Praxisbeispielen und Gestaltungshinweisen finden Sie in: Lerch\/Valdini, \u201eHybride ADR-Verfahren als Bestandteil des Konfliktmanagements \u2013 Erw\u00e4gungen aus der Praxis zu Anwendungsfeldern und Stolperfallen&#8220;, <\/em><a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2026.00.o.s012.01.a\"><strong><em><a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/suche?q=%5B%7B%22txt%22:%22pubyear:2026%22%7D,%7B%22txt%22:%22source_page:192%22%7D,%7B%22txt%22:%22all_source_2:zkm%22%7D%20%5D\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ZKM 2026, 192<\/a> ff.<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Co-Autorin: Christina Valdini, LL.M. 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