{"id":280,"date":"2020-02-08T07:31:25","date_gmt":"2020-02-08T06:31:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=280"},"modified":"2020-03-17T16:09:22","modified_gmt":"2020-03-17T15:09:22","slug":"diversifizierung-der-streitbeilegung-in-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2020\/02\/08\/diversifizierung-der-streitbeilegung-in-japan\/","title":{"rendered":"Diversifizierung der Streitbeilegung in Japan"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 57px\">Ko-Autor:<br \/>\nChristian von Baumbach<br \/>\nMediator, Kommunikationsberater, studierter Japanologe<\/p>\n<p>Auf Einladung der Universit\u00e4t \u014csaka haben wir in Japan ein Mediationsseminar gegeben. Wir, das sind drei deutsche Mediatoren \u2013 Christoph C. Paul, Christian von Baumbach und Dr. Eva Schwittek. Japan ist ein Land mit einer langen Tradition der au\u00dfergerichtlichen Streitbeilegung. Warum wurden wir als deutsche Mediatoren dorthin eingeladen?<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die Einladung ist der Beitritt Japans 2014 zum Haager Kindesentf\u00fchrungs\u00fcbereinkommen. Das \u00dcbereinkommen sieht die Durchf\u00fchrung einer Mediation bei einem R\u00fcckf\u00fchrungsantrag vor, um die H\u00e4rten eines Gerichtsprozesses und insbesondere der gerichtlichen Vollstreckung eines Urteils f\u00fcr die betroffenen Kinder abzumildern oder gar zu vermeiden. Deutschland hat das \u00dcbereinkommen bereits 1990 umgesetzt. Ziel des seit 2015 in \u014csaka stattfindenden Seminars ist es, die Erfahrungen und methodischen Kompetenzen, die seitdem insbesondere bei\u00a0MiKK e.V. (Internationales Mediationszentrum f\u00fcr Familienkonflikte und Kindesentf\u00fchrung), gesammelt wurden, in Japan vorzustellen, auszuprobieren und einzu\u00fcben. Die traditionellen au\u00dfergerichtlichen Streitl\u00f6sungsverfahren in Japan sind nicht auf internationale F\u00e4lle ausgelegt und folgen teilweise anderen Verfahrensgrunds\u00e4tzen als die in Deutschland praktizierte und aus den USA rezipierte Mediation.<\/p>\n<p>\u00dcber den konkreten Anlass und das spezielle Thema hinaus haben wir eine gro\u00dfe Offenheit und ein starkes Interesse an dem methodischen Austausch und dem Ausprobieren neuer Gespr\u00e4chstechniken erlebt. Wir hatten Gelegenheit, das Japan International Mediation Center, JIMC,\u00a0in Kyoto zu besichtigen. Es ist auf internationale Wirtschaftsmediation spezialisiert und lose an die D\u014dshisha Universit\u00e4t angegliedert. Au\u00dferdem besteht eine Kooperation mit dem K\u014ddaiji-Tempel in Kyoto, wo Mediationen stattfinden k\u00f6nnen. Wir durften den Tempel besichtigen und waren von der altehrw\u00fcrdigen und friedlichen Atmosph\u00e4re tief beeindruckt.<\/p>\n<p>Die Neugier und Offenheit, mit der wir empfangen wurden, spiegelt den Wandel der japanischen Streitbeilegungsverfahren und des Diskurses hier\u00fcber wieder. Diese Diversifizierung der Streitbeilegungsverfahren in Japan haben wir zusammen mit Prof. Moritz B\u00e4lz, LL.M. (Harvard),\u00a0Professor f\u00fcr\u00a0japanisches Recht an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt,\u00a0in einem Artikel dargelegt, der in\u00a0<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2020.01.i.0009.01.a\">ZKM 1\/2020<\/a> erscheint und bereits heute online zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Einladung der Universit\u00e4t \u014csaka haben wir in Japan ein Mediationsseminar gegeben. Wir, das sind drei deutsche Mediatoren \u2013 Christoph C. Paul, Christian von Baumbach und Dr. Eva Schwittek. 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