{"id":33,"date":"2017-11-23T16:49:24","date_gmt":"2017-11-23T15:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=33"},"modified":"2017-11-23T16:49:24","modified_gmt":"2017-11-23T15:49:24","slug":"wer-wenn-nicht-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2017\/11\/23\/wer-wenn-nicht-wir\/","title":{"rendered":"Wer, wenn nicht wir&#8230;?"},"content":{"rendered":"<p>Mitten im Sommerloch 2017 wurde der <a href=\"http:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/StudienUntersuchungenFachbuecher\/Evaluationsbericht_Mediationsgesetz.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">\u201eEvaluierungsbericht der Bundesregierung \u00fcber die Auswirkungen des Mediationsgesetzes auf die Entwicklung der Mediation in Deutschland und \u00fcber die Situation der Aus- und Fortbildung der Mediatoren\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht und hat die sommerliche Stimmung merklich eingetr\u00fcbt.<\/p>\n<p>Die beauftragten ExpertInnen kamen u.a. zu dem Ergebnis, dass die Mediation als alternative Streitbeilegungsmethode zwar bekannt sei und sich eines festen Platzes in der Gesellschaft erfreuen w\u00fcrde, die Zahl der tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrten Mediationen jedoch auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau stagnieren w\u00fcrde und nur wenigen MediatorInnen als verl\u00e4ssliche Einnahmequelle dienen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der Bericht und seine R\u00fcckschl\u00fcsse schlugen ein wie ein heftiger Blitz w\u00e4hrend des Sturmtiefs Xavier in diesem Jahr \u2013 seit diesem Zeitpunkt rei\u00dfen die Diskussionen \u00fcber die Interpretation der Erkenntnisse nicht ab. In nahezu allen Fachzeitschriften und Medien, die sich mit Mediation besch\u00e4ftigen, werden Stellungnahmen ver\u00f6ffentlicht, wie mit diesen Ergebnissen umgegangen werden kann.<\/p>\n<p>Als Handlungsempfehlung wird z.B. die Anordnung von Mediationsverfahren (z.B. seitens der Gerichte) diskutiert; flankiert wird diese Idee von der Einf\u00fchrung einer Mediationskostenhilfe, die finanziell schlechter gestellten Mediationsparteien zumindest die Sorge vor finanziellen Belastungen nehmen k\u00f6nnte. Zudem m\u00fcsse Mediation bereits fr\u00fchzeitig und niedrigschwellig als Angebot zur Verf\u00fcgung stehen \u2013 begonnen werden k\u00f6nne in Kitas, Schulen, \u00f6ffentlichen Institutionen und nicht zuletzt als ernstzunehmendes Angebot in Wirtschaftsunternehmen.<\/p>\n<p>Konnotiert scheint die Diskussion von einer etwas pessimistischer gewordenen Grundhaltung \u2013 es scheint, als w\u00e4ren viele der Ideen bereits ausgesch\u00f6pft und als sei es so schwierig, an die Mediationsparteien heranzukommen und sie zu \u00fcberzeugen, als w\u00e4re der rote Teppich bereits lange schon ausgerollt und die Mediationsparteien m\u00fcssten diesen nur noch betreten&#8230;.<\/p>\n<p>Gern w\u00fcrde ich an dieser Stelle eine Beobachtung mit Ihnen teilen: Vor kurzem befand ich mich mit verschiedenen MediatorInnen mit diversen Quellberufen in einem Seminar und tauschte mich mit ihnen dar\u00fcber aus, wie sich Einstiegsh\u00fcrden abbauen lie\u00dfen und man Konfliktparteien in eine Mediation begleiten k\u00f6nne. `Welchen Beitrag k\u00f6nnten wir als MediatorInnen dazu leisten?`, war eine der inhaltlichen Leitfragen unseres Austausches.<\/p>\n<p>Ganz zu Beginn fragte ich die Teilnehmenden, wer von Ihnen bereits an einer Mediation als Partei teilgenommen habe. F\u00fcr mich v\u00f6llig \u00fcberraschend war au\u00dfer mir noch keine\/r der Anwesenden jemals selbst Konfliktpartei in einem Mediationsverfahren.<\/p>\n<p>Erlauben Sie mir daher die nachstehende Frage: Was w\u00e4re, wenn wir \u2013 inzwischen mehrere tausend MediatorInnen allein in Deutschland \u2013 unsere eigene Leistung in Anspruch n\u00e4hmen? Wer, wenn nicht wir selbst, k\u00f6nnte WegbereiterIn einer ver\u00e4nderten Streitkultur sein?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Sommerloch 2017 wurde der \u201eEvaluierungsbericht der Bundesregierung \u00fcber die Auswirkungen des Mediationsgesetzes auf die Entwicklung der Mediation in Deutschland und \u00fcber die Situation der Aus- und Fortbildung der Mediatoren\u201c ver\u00f6ffentlicht und hat die sommerliche Stimmung merklich eingetr\u00fcbt. 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