{"id":398,"date":"2020-11-16T08:59:23","date_gmt":"2020-11-16T07:59:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=398"},"modified":"2020-11-16T08:59:23","modified_gmt":"2020-11-16T07:59:23","slug":"mediation-in-zivilverfahren-ist-auch-eine-kostenfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2020\/11\/16\/mediation-in-zivilverfahren-ist-auch-eine-kostenfrage\/","title":{"rendered":"Mediation in Zivilverfahren ist auch eine Kostenfrage!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Cambria',serif\"><span style=\"color: #000000\">Konsensuale Streitbeilegungsverfahren haben sich trotz wiederholter Gesetzesinitiativen bislang nicht wie erhofft in unserem Rechtsschutzsystem etabliert. Was ist zu tun, um das zu \u00e4ndern? Wissenschaft und Praxis sind sich weitestgehend einig, dass die Verfahrenskosten f\u00fcr die Konfliktparteien ein wesentliches Kriterium bei der Verfahrenswahl sind. Gerade im Bereich des Kostenrechts werden konsensuale Streitbeilegungsverfahren aber nach wie vor benachteiligt. Der Gesetzgeber hat zwar in \u00a7\u00a069b GKG und \u00a7 61a FamFG \u00d6ffnungsklauseln f\u00fcr die L\u00e4nder zur Reduktion der Gerichtskosten geschaffen. \u201eBelohnt\u201c wird aber nur der erfolgreiche Abschluss einer den Konflikt vollst\u00e4ndig l\u00f6senden Mediationsvereinbarung. Das Risiko eines \u2013 auch nur teilweisen \u2013 Misslingens einer einvernehmlichen Konfliktbeilegung hat der Gesetzgeber vollst\u00e4ndig bei den Konfliktparteien belassen. Bislang hat nur Niedersachsen von der \u00d6ffnungsklausel Gebrauch gemacht. Es darf trotzdem bezweifelt werden, dass konsensuale Streitbeilegungsverfahren dort k\u00fcnftig eine merklich h\u00f6here Akzeptanz erfahren. Dabei lie\u00dfen sich die kostenrechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr konsensuale Streitbeilegungsverfahren ohne nennenswerten gesetzgeberischen Aufwand grundlegend verbessern. Die Gesetzessystematik im Bereich der Gerichtskosten b\u00f6te ausreichend Spielraum f\u00fcr eine Regelung, die dem erfolgreichen ebenso wie dem erfolglosen Versuch einer einvernehmlichen Konfliktl\u00f6sung differenziert Rechnung tr\u00fcge. Auch die Gew\u00e4hrung einer \u2013 gerade von Mediatoren und Mediatorinnen vehement bef\u00fcrworteten \u2013 Mediationskostenhilfe lie\u00dfe sich problemlos in die Pr\u00fcfung einer Entscheidung nach \u00a7 278a ZPO und \u00a7\u00a7\u00a036a, 135, 156 FamFG integrieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Cambria',serif\"><span style=\"color: #000000\">Zweifelsohne w\u00e4re eine solch\u2018 grundlegende Verbesserung der kostenrechtlichen Rahmenbedingungen konsensualer Streitbeilegungsverfahren nicht zum Nulltarif zu haben. Die finanzielle Mehrbelastung f\u00fcr die Justizhaushalte lie\u00dfe sich aber in einem \u00fcberschaubaren Rahmen halten, wenn die Verg\u00fctung der im gerichtlichen Kontext t\u00e4tigen Mediatoren \u2013 entsprechend \u00a7 9 JEVG \u2013 nach gesetzlich festgesetzten, sachgebietsbezogenen Stundens\u00e4tzen erfolgte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Cambria',serif\"><span style=\"color: #000000\">Eine ausf\u00fchrliche Diskussion der vorgeschlagenen Regelungsvorschl\u00e4ge finden sich in\u00a0<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2020.04.i.0145.01.a\">ZKM 4\/2020, 145 ff.<\/a>\u00a0und ZKM 6\/2020, 232 ff. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konsensuale Streitbeilegungsverfahren haben sich trotz wiederholter Gesetzesinitiativen bislang nicht wie erhofft in unserem Rechtsschutzsystem etabliert. Was ist zu tun, um das zu \u00e4ndern? 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