{"id":759,"date":"2023-12-18T08:41:26","date_gmt":"2023-12-18T07:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=759"},"modified":"2023-12-18T08:49:59","modified_gmt":"2023-12-18T07:49:59","slug":"beteiligung-unter-strom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2023\/12\/18\/beteiligung-unter-strom\/","title":{"rendered":"\u201eBeteiligung unter Strom\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Co-Autor:in:<br \/>\nDr. Carolin Holtkamp<br \/>\nDr. Malte Steinbach<\/p>\n<h1><strong>Crossmedialit\u00e4t erweitert Gestaltungsspielraum f\u00fcr das prozessuale Konfliktmanagement<\/strong><\/h1>\n<h2>Digitalisierung als Treiber<\/h2>\n<p>Partizipation ist Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels. Die dialogisch-konsultative Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit hat in den letzten Jahrzehnten immer weiter an Bedeutung gewonnen. Es wird (an)erkannt, dass aufgrund der zunehmenden Komplexit\u00e4t der zu l\u00f6senden Aufgaben, etwa in der Stadtentwicklung, eine Erweiterung des Ideen- und Perspektivenpools hilfreich ist, um Probleme besser oder \u00fcberhaupt verstehen und um zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sungen entwickeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jedoch verl\u00e4uft Partizipation zumeist nicht reibungslos. Vielmehr m\u00fcssen Partizipationsverfahren in komplexen Umfeldern Raum geben f\u00fcr die konstruktive Aushandlung von Konflikten. Durch den zunehmenden Einfluss sozialer Medien sind \u00f6ffentliche Diskussionen inzwischen h\u00e4ufig gepr\u00e4gt durch Wut und Emp\u00f6rung sowie einer zunehmenden Intoleranz gegen\u00fcber anderen Meinungen. Dialog wird daher eine immer wertvollere Ressource. Und partizipative Verfahren erm\u00f6glichen Austausch, Perspektivwechsel und einen zivilen Umgang mit Konflikten.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass die Digitalisierung eine transformative Wirkung auf nahezu alle Aspekte des menschlichen Lebens hat. Einerseits entstehen v\u00f6llig neue Beteiligungsanl\u00e4sse und Beteiligungsgegenst\u00e4nde, wie beispielsweise in den Smart-City-Kommunen. Andererseits werden Partizipationsverfahren selbst unter Ver\u00e4nderungsdruck gesetzt: Soziale Medien oder andere digitale Plattformen, sorgen daf\u00fcr, dass sich Akteure umfassend vernetzen, Informationen austauschen, sich \u00fcber \u00f6ffentliche Angelegenheiten informieren und ihre Anliegen und Forderungen formulieren und effektiv Unterst\u00fctzung organisieren. (Elektronische) Partizipation steht also im doppelten Sinne \u201eunter Strom\u201c.<\/p>\n<h2>Crossmedialit\u00e4t als Chance<\/h2>\n<p>In der Mehrzahl der Partizipationsverfahren werden strategisch analoge und digitale Informations- und Dialogkan\u00e4le miteinander verkn\u00fcpft. Diese crossmediale Gestaltung birgt viele Chancen f\u00fcr die Verfahrenstr\u00e4ger:innen:<\/p>\n<ul>\n<li>Sie k\u00f6nnen mehr und mehr unterschiedliche Menschen erreichen, d.h. crossmediale Verfahren erm\u00f6glichen eine gr\u00f6\u00dfere Diversifizierung der Teilnehmenden eines Beteiligungsverfahrens.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>In analogen Formaten verweisen sie auf dazugeh\u00f6rige digitale Beteiligungsangebote und umgekehrt: So f\u00fcr eine Mobilisierung zur verst\u00e4rkten Teilnahme an den Verfahren gesorgt. Die so erzielte gr\u00f6\u00dfere Teilnehmerzahl erh\u00f6ht wiederum die Legitimit\u00e4t der erarbeiteten Ergebnisse.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Der zus\u00e4tzliche Einsatz von digitalen Beteiligungsplattformen unterst\u00fctzt die Qualifizierung der Teilnehmenden: Informationen k\u00f6nnen im Vorfeld einer Beteiligung digital bereitgestellt werden und gem\u00e4\u00df dem individuellen Informationsbedarf genutzt werden. Dies sorgt f\u00fcr eine qualitative Vertiefung der Verfahren.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Parallele und sequentielle Verfahrensgestaltung<\/h2>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bringt die Erweiterung der Beteiligungsbausteine durch die E-Partizipation neue Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Verfahrensarchitekturen und damit auch f\u00fcr das prozessuale Konfliktmanagement.<\/p>\n<ul>\n<li>Beim parallelen Einsatz von analogen und digitalen Angeboten werden auch die gleichen Fragen zu identischen Beteiligungsgegenst\u00e4nden gestellt. Ziel ist, mehr und mehr unterschiedliche Akteure zu rekrutieren und gleichen Akteuren durch Kanalwechseloption(en) mehr Beteiligungsm\u00f6glichkeiten zu geben. Parallele Verfahrensgestaltung kann sowohl synchrone als auch asynchrone Formen der Beteiligung erm\u00f6glichen. Zum einen kann eine Besch\u00e4ftigung und Diskussion vor Ort (synchron) zur gleichen Zeit im Dialog von Angesicht zu Angesicht mit anderen Menschen erm\u00f6glicht werden. Zum anderen wird, zus\u00e4tzlich oder alternativ zu den Vor-Ort Dialogen, ein Zeitraum gew\u00e4hrt, innerhalb dessen man sich zeit- und ortsunabh\u00e4ngig und (weitestgehend) unabh\u00e4ngig von anderen Akteuren (asynchron) einbringen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Neben parallelen Verfahrensarchitekturen haben sich sequenzielle Architekturen bew\u00e4hrt. \u201ePartizipation ohne E\u201c und E-Partizipation werden hintereinander verkn\u00fcpft, um zu unterschiedlichen Frage- und Aufgabenstellungen das geeignetste Format anzubieten. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen in jeder Sequenz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Sequenzielle Verfahren werden h\u00e4ufig f\u00fcr Planungsprozesse durchgef\u00fchrt, die mehrere und fachlich unterschiedliche Phasen aufweisen. Durch den sequenziellen Wechsel zwischen Online und Vor-Ort, zwischen \u00d6ffnung und Einsehbarkeit und Schlie\u00dfung und Vertraulichkeit wird ein prozessuales Konfliktmanagement m\u00f6glich, dass die \u00f6ffentlichen und spezifischen Interessen involvierter Stakeholder ausbalanciert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In unserem Beitrag \u201eBeteiligung unter Strom\u201c in <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2023.06.i.0192.01.a\"><a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/suche?q=%5B%7B%22txt%22:%22pubyear:2023%22%7D,%7B%22txt%22:%22source_page:192%22%7D,%7B%22txt%22:%22all_source_2:zkm%22%7D%20%5D\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ZKM 2023, 192<\/a><\/a> zeigen wir anhand einiger Beispiele aus unserer Praxis, welche neuen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten die elektronische Partizipation er\u00f6ffnet und wie sie zur Institutionalisierung und Verankerung der \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung insgesamt beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Co-Autor:in: Dr. Carolin Holtkamp Dr. Malte Steinbach Crossmedialit\u00e4t erweitert Gestaltungsspielraum f\u00fcr das prozessuale Konfliktmanagement Digitalisierung als Treiber Partizipation ist Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels. 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