{"id":944,"date":"2025-03-07T15:01:53","date_gmt":"2025-03-07T14:01:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/?p=944"},"modified":"2025-03-07T15:01:53","modified_gmt":"2025-03-07T14:01:53","slug":"der-gender-negotiation-gap-wege-zum-erfolg-am-verhandlungstisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/mediation\/2025\/03\/07\/der-gender-negotiation-gap-wege-zum-erfolg-am-verhandlungstisch\/","title":{"rendered":"Der Gender Negotiation Gap \u2013 Wege zum Erfolg am Verhandlungstisch"},"content":{"rendered":"<p>Co-Autorin:<br \/>\n<strong>Nadine Vogt<br \/>\n<\/strong>Associate bei der Kanzlei White &amp; Case LLP in Frankfurt<\/p>\n<p>Frauen verhandeln nicht weniger als M\u00e4nner, erzielen jedoch oft schlechtere Ergebnisse. Dies spiegelt sich u.a. im Gender Pay Gap wider. 2023 lag dieser in Deutschland bei 18\u00a0% (unbereinigt) und 6\u00a0% (bereinigt). W\u00e4hrend der unbereinigte Gender Pay Gap auch solche Divergenzen enth\u00e4lt, die auf die Aus\u00fcbung von unterschiedlich bezahlten Berufen, abweichende berufliche Level oder Qualifikationen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, klammert der bereinigte Gender Pay Gap strukturelle Faktoren aus und betrachtet allein und absolut die Entgeltdifferenz. Dieser Unterschied l\u00e4sst sich nicht etwa darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass Frauen nicht \u00fcber ihre Geh\u00e4lter verhandeln. Die Forschung zeigt vielmehr, dass Frauen und M\u00e4nner in Verhandlungssituationen unterschiedlich wahrgenommen werden und Stereotype die Verhandlungsergebnisse beeinflussen.<\/p>\n<p>Gesetzliche Regelungen, wie Art.\u00a03 GG und das AGG, zielen darauf ab, die Gleichbehandlung der Geschlechter zu f\u00f6rdern. Das AGG verbietet ausdr\u00fccklich die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, w\u00e4hrend das EntgTranspG zum Ziel hat, die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und M\u00e4nnern zu f\u00f6rdern. Die Rechtsprechung, insbesondere des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts, unterst\u00fctzt und verst\u00e4rkt die gesetzlichen Vorgaben, indem sie Gehaltsunterschiede, die auf unterschiedlichem Verhandlungsgeschick basieren, als unzul\u00e4ssig einstuft. Trotz dieser Bem\u00fchungen, eine Gleichbehandlung von Frauen und M\u00e4nnern auch im Hinblick auf deren Verg\u00fctung sicherzustellen, hat sich bislang kein durchschlagender Erfolg eingestellt.<\/p>\n<p>Der aktuelle Stand der Wissenschaft zeigt, dass auch bei Anwendung identischer oder vergleichbarer Verhandlungsstrategien die Verhandlungsergebnisse von Frauen und M\u00e4nnern signifikant divergieren. Diese Diskrepanzen wurzeln h\u00e4ufig in Geschlechterstereotypen. Attribute, die in Verhandlungssituationen als positiv aufgefasst werden, wie Durchsetzungsst\u00e4rke und Rationalit\u00e4t, werden tendenziell M\u00e4nnern zugeschrieben, w\u00e4hrend Frauen vornehmlich als emotional und passiv wahrgenommen werden. Wenn Frauen versuchen, einen eher kompetitiven Verhandlungsstil anzuwenden und sich damit geschlechtsuntypisch verhalten, kann dies zu einem sog. \u201e<em>Backlash<\/em>\u201c f\u00fchren. Dieser <em>Backlash<\/em> beeinflusst die Verhandlungsergebnisse negativ und bewirkt h\u00e4ufig das Gegenteil des angestrebten Erfolgs.<\/p>\n<p>In einem aktuellen Beitrag in der ZKM (<a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2025.00.o.s005.01.a\">ZKM0076895<\/a>) analysieren wir diese Unterschiede und stellen Strategien vor, mit denen Frauen ihre Verhandlungsergebnisse verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Co-Autorin: Nadine Vogt Associate bei der Kanzlei White &amp; Case LLP in Frankfurt Frauen verhandeln nicht weniger als M\u00e4nner, erzielen jedoch oft schlechtere Ergebnisse. Dies spiegelt sich u.a. im Gender Pay Gap wider. 2023 lag dieser in Deutschland bei 18\u00a0% (unbereinigt) und 6\u00a0% (bereinigt). 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