{"id":235,"date":"2020-04-08T15:02:04","date_gmt":"2020-04-08T13:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/erbschaftsteuerrecht\/?p=235"},"modified":"2020-04-08T15:02:04","modified_gmt":"2020-04-08T13:02:04","slug":"coronakrise-und-lohnsummenkontrolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/2020\/04\/08\/coronakrise-und-lohnsummenkontrolle\/","title":{"rendered":"Coronakrise und Lohnsummenkontrolle"},"content":{"rendered":"<p>Ein Mandant macht im Rahmen der \u00dcbertragung eines Betriebes mit mehr als 15 Arbeitnehmern die <strong>Vollverschonung<\/strong> geltend. Er muss also sieben Jahre lang <strong>100\u00a0% der Lohnsumme<\/strong> einhalten. Nun musste er auf Grund von Corona Kurzarbeit anmelden und macht sich Sorgen, dass er die 100\u00a0%-Grenze rei\u00dft. Die Erbschaftsteuerrichtlinien sind in Sachen Kurzarbeitergeld (KuG) sehr eindeutig (A\u00a013a.5 Satz\u00a04 ErbStR). Lohnaufwand ist der in der GuV ausgewiesene Aufwand f\u00fcr L\u00f6hne und Geh\u00e4lter. Er wird zwar nicht um das durch die Arbeitsagentur ausgezahlte KuG gek\u00fcrzt. Allerdings wird auch nicht auf das Bruttoarbeitsentgelt (das mit dem Arbeitgeber vereinbarte Gehalt), auf das f\u00fcr KuG ma\u00dfgebliche fiktive (und vom Arbeitgeber zu verbeitragende) Arbeitsentgelt abgestellt.<\/p>\n<p>Die <strong>Auswirkungen<\/strong> sollen anhand des folgenden Beispiels dargestellt werden: Ein Arbeitnehmer ohne Kinder (Lohnsteuerklasse 1 und Leistungssatz 2 = 60 %) verursacht bei einem Bruttoarbeitsentgelt von 3.250\u00a0EUR und einer Arbeitszeitreduzierung auf 0 Lohnkosten i.H.v. 1.264,76\u00a0EUR. Das ist eine Minderung um 1.985,24\u00a0EUR oder 61,08\u00a0%.<\/p>\n<p>Das klingt zwar zun\u00e4chst sehr dramatisch. Man muss aber ber\u00fccksichtigen, dass die Corona-Krise hoffentlich nur 2-3 Monate anh\u00e4lt, so dass ihre Auswirkungen bei einer <strong>Lohnsummenfrist von 7 Jahren<\/strong> (84 Monate) kaum ins Gewicht fallen werden. Au\u00dferdem ist zu ber\u00fccksichtigen, dass bei einer angenommenen Lohnsteigerung von 2\u00a0% pro Jahr ein \u201eLohnpuffer\u201c von \u00fcber 20\u00a0% (jeweils 2\u00a0% auf das im Vorjahr bereits erh\u00f6hte Gehalt) bezogen auf einen Zeitraum von 7 Jahren besteht.<\/p>\n<p>Sollte die Coronakrise allerdings l\u00e4nger anhalten, w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, wenn sich die Verwaltung hinsichtlich der Lohnsumme kulant verhalten w\u00fcrde. Sehr viel Hoffnung kann man seinen Mandanten dabei aber wohl nicht machen, denn auch bei der Frage des Versto\u00dfes gegen die Behaltensfristen ber\u00fccksichtigt die Finanzverwaltung die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Betriebsaufgabe nicht (A\u00a013a.11 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 ErbStR) so dass auch eine Insolvenz auf Grund h\u00f6herer Gewalt (z.B. wegen Corona) zu einer Nachversteuerung f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Mandant macht im Rahmen der \u00dcbertragung eines Betriebes mit mehr als 15 Arbeitnehmern die Vollverschonung geltend. Er muss also sieben Jahre lang 100\u00a0% der Lohnsumme einhalten. Nun musste er auf Grund von Corona Kurzarbeit anmelden und macht sich Sorgen, dass er die 100\u00a0%-Grenze rei\u00dft. Die Erbschaftsteuerrichtlinien sind in Sachen Kurzarbeitergeld (KuG) sehr eindeutig (A\u00a013a.5 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=235"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":236,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235\/revisions\/236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/steuerrecht\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}