Die Gesellschafterkonflikte der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) bleiben ungelöst. Die im vergangenen Jahr gestartete Mediation ist ohne Ergebnis beendet worden. Damit setzt sich ein seit Jahren schwelender Streit um Anteilsverkäufe und Unternehmensbewertung fort, der die Gruppe erneut in ein gerichtliches Verfahren führt.
Im Kern geht es um die Frage, zu welchen Bedingungen Minderheitsgesellschafter ihre Anteile veräußern können und wie der Unternehmenswert realistisch zu bestimmen ist. Während interne Bewertungen den Wert der ZGO bei rund 15 Millionen Euro sehen, forderten zwei Gesellschafter für zusammen gut zwei Drittel der Anteile rund 30 Millionen Euro. Die Hauptgesellschafterfamilie Dunkmann berief sich auf ihr Vorkaufsrecht, lehnte die geforderten Preise jedoch ab.
Die gescheiterte Mediation zeigt, wie schnell Gesellschafterstreitigkeiten in Familien- und Medienunternehmen eskalieren können, wenn Bewertungsfragen, strategische Interessen und persönliche Beziehungen ineinandergreifen. Für die außergerichtliche Streitbeilegung bleibt der Fall ein Beispiel dafür, wie anspruchsvoll Verfahren werden, wenn ökonomische und familiendynamische Faktoren gleichzeitig wirken.
Quelle: nwzonline.de v. 11.2.2026

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