{"id":1634,"date":"2025-05-14T17:08:25","date_gmt":"2025-05-14T15:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=1634"},"modified":"2025-05-14T17:08:25","modified_gmt":"2025-05-14T15:08:25","slug":"wie-konflikte-um-die-waldnutzung-mittels-mediation-entschaerft-werden-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2025\/05\/14\/wie-konflikte-um-die-waldnutzung-mittels-mediation-entschaerft-werden-koennen\/","title":{"rendered":"Wie Konflikte um die Waldnutzung mittels Mediation entsch\u00e4rft werden k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit mehren sich Konflikte um den bedrohten Lebensraum der W\u00e4lder. Auch in Deutschland versch\u00e4rfen sich Debatten um die Waldnutzung. Sie werden nicht zuletzt durch den Klimawandel angefeuert. Das ISOE \u2013 Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung hat jetzt mit Ans\u00e4tzen der Mediation eine Methode entwickelt und erprobt, um solche Konflikte um den Wald konstruktiv zu bearbeiten: Sie bringt alle Interessengruppen an einen Tisch.<\/p>\n<p>Streit statt Waldidylle: \u00dcber die Zukunft der deutschen W\u00e4lder wird immer h\u00e4ufiger heftig gerungen. Denn der Klimawandel setzt die \u00d6kosysteme unter Druck. Trockenperioden und Hitzestress machen die W\u00e4lder anf\u00e4llig, Sch\u00e4dlinge haben leichtes Spiel. In zahlreichen W\u00e4ldern finden sich deshalb mittlerweile ausgedehnte Schadfl\u00e4chen, in denen viele B\u00e4ume abgestorben sind \u2013 ein Anblick, der Spazierg\u00e4nger genauso bewegt wie Forstleute.<\/p>\n<p>Wie genau Waldbesitzende, Fortwirtschaft und Kommunen darauf am besten reagieren sollten, dar\u00fcber gehen die Vorstellungen allerdings oft weit auseinander. Sollen tote B\u00e4ume beispielsweise entfernt werden, oder sollen sie an Ort und Stelle bleiben? Sollen die Schadfl\u00e4chen nachbepflanzt werden oder \u00fcberl\u00e4sst man sie sich selbst? Je nachdem, wer Stellung zum Wald nimmt, ob Erholungsuchende oder J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger, Mitarbeitende im Forst oder Umweltsch\u00fctzerInnen \u2013 die Vorstellungen unterscheiden sich. Und manchmal verh\u00e4rten sich die Positionen so sehr, dass Gruppen einander geradezu feindselig gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Wie sich solche Interessenkollisionen erfolgreich bearbeiten lassen, hat das ISOE \u2013 Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung jetzt in zwei Fallregionen untersucht. F\u00fcr die Entscheidungsfindung seien die oftmals verh\u00e4rteten Positionen doppelt problematisch. Einerseits werde unter Umst\u00e4nden nicht alles Wissen einbezogen, etwa \u00fcber Ursachen und Folgen von Waldsch\u00e4den. Gehen Informationen verloren, seien in der Folge die getroffenen Entscheidungen auch nicht optimal. Andererseits drohten nicht nur Blockaden, wenn Entscheidungen von Protesten begleitet werden oder Klagen nach sich ziehen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Fallstudien haben die ExpertInnen Methoden aus der Mediation unter einer sozial-\u00f6kologischen Perspektive kombiniert. Das bedeutet: Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen zur Entwicklung eines Waldst\u00fccks tauschen sich dar\u00fcber in einem professionell geleiteten Prozess aus. Die WissenschaftlerInnen haben diese systematisch auf die komplizierten Konflikte rund um die Waldnutzung angewandte Methode wissenschaftlich begleitet und allgemein \u00fcbertragbare Erkenntnisse abgeleitet.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Forschungsprojekt \u201eKonflikte um den Wald der Zukunft \u2013 Analyse und kooperative Bearbeitung von waldbezogenen Aushandlungsprozessen im Kontext des Klimawandels\u201c, das vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des F\u00f6rderprogramms \u201eNachwachsende Rohstoffe\u201c aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gef\u00f6rdert wird, finden sich unter: <a href=\"https:\/\/www.waldkonflikte.de\">https:\/\/www.waldkonflikte.de<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: Nachrichten Informationsdienst Wissenschaft v. 17.3.2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit mehren sich Konflikte um den bedrohten Lebensraum der W\u00e4lder. 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