{"id":1883,"date":"2026-05-12T16:06:06","date_gmt":"2026-05-12T14:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=1883"},"modified":"2026-05-12T16:06:06","modified_gmt":"2026-05-12T14:06:06","slug":"commercial-courts-sind-den-qualitaetsnachweis-noch-schuldig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2026\/05\/12\/commercial-courts-sind-den-qualitaetsnachweis-noch-schuldig\/","title":{"rendered":"Commercial Courts sind den Qualit\u00e4tsnachweis noch schuldig"},"content":{"rendered":"<p>Ein halbes Jahr nach der Etablierung beeindruckt das Bundesland Hessen mit 60 neuen Verfahren und 840 Millionen Euro Streitwert am Frankfurter Commercial Court und der Commercial Chamber nach knapp einem halben Jahr als \u201eErfolg\u201c. Zuvor hatte Hamburg verk\u00fcndet, das bundesweit erste Urteil eines Commercial Courts gesprochen zu haben.<\/p>\n<p>Mit dem am 1. April 2025 in Kraft getretenen Justizstandort-St\u00e4rkungsgesetz erm\u00e4chtigte der Gesetzgeber die Bundesl\u00e4nder, an Land- und Oberlandesgerichten spezialisierte Spruchk\u00f6rper f\u00fcr Wirtschafts- und Handelsstreitigkeiten als sogenannte Commercial Chambers oder Commercial Courts einzurichten. Schon elf von 16 Bundesl\u00e4ndern haben davon Gebrauch gemacht. Doch Marcus Jung, Redakteur der FAZ, legt in einem Kommentar die Finger in die Wunde. Ob Deutschland wirklich so viele unterschiedliche Spezialkammern brauche, werde sich fr\u00fcher stellen, als mancher Justizverwaltung lieb sei.<\/p>\n<p>Der Innovationsdruck sei vor allem dem massiven R\u00fcckgang an Zivilklagen geschuldet. Unternehmen seien zu privaten Schiedsgerichten abgewandert und das internationale Angebot sehr gro\u00df. Vielleicht w\u00e4re es besser gewesen, wenn sich die Justiz ein Beispiel an den Patentgerichten M\u00fcnchen, Mannheim und D\u00fcsseldorf orientiert h\u00e4tten, statt sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Wegen der gro\u00dfen Qualit\u00e4t der deutschen Patentgerichte suchten auch ausl\u00e4ndische Unternehmen den deutschen Justizstandort auf. Diesen Qualit\u00e4tsnachweis m\u00fcssen sich laut Jung die Commercial Courts unabh\u00e4ngig von der Bedarfsfrage erst noch erarbeiten. Andererseits sei es zu begr\u00fc\u00dfen, dass sich auch deutsche Richter in die Unternehmenswelt einbringen und eine Alternative zu den Schiedsverfahren anbieten.<\/p>\n<p>Quelle: faz.net v. 21.3.2026<\/p>\n<p>Bild: klauscook \/ shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein halbes Jahr nach der Etablierung beeindruckt das Bundesland Hessen mit 60 neuen Verfahren und 840 Millionen Euro Streitwert am Frankfurter Commercial Court und der Commercial Chamber nach knapp einem halben Jahr als \u201eErfolg\u201c. Zuvor hatte Hamburg verk\u00fcndet, das bundesweit erste Urteil eines Commercial Courts gesprochen zu haben. Mit dem am 1. April 2025 in Kraft getretenen Justizstandort-St\u00e4rkungsgesetz erm\u00e4chtigte der Gesetzgeber die Bundesl\u00e4nder, an Land- und Oberlandesgerichten spezialisierte Spruchk\u00f6rper f\u00fcr Wirtschafts- und Handelsstreitigkeiten als sogenannte Commercial Chambers oder Commercial Courts einzurichten. Schon elf von 16 Bundesl\u00e4ndern haben davon Gebrauch gemacht. Doch Marcus Jung, Redakteur der FAZ, legt in einem Kommentar die Finger in die Wunde. Ob Deutschland wirklich so viele unterschiedliche Spezialkammern brauche, werde sich fr\u00fcher stellen, als mancher Justizverwaltung lieb sei. Der Innovationsdruck sei vor allem dem massiven R\u00fcckgang an Zivilklagen geschuldet. Unternehmen seien zu privaten Schiedsgerichten abgewandert und das internationale Angebot sehr gro\u00df. Vielleicht w\u00e4re es besser gewesen, wenn sich die Justiz ein Beispiel an den Patentgerichten M\u00fcnchen, Mannheim und D\u00fcsseldorf orientiert h\u00e4tten, statt sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Wegen der gro\u00dfen Qualit\u00e4t der deutschen Patentgerichte suchten auch ausl\u00e4ndische Unternehmen den deutschen Justizstandort auf. 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