{"id":1990,"date":"2026-09-14T16:42:17","date_gmt":"2026-09-14T14:42:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=1990"},"modified":"2026-09-14T16:42:17","modified_gmt":"2026-09-14T14:42:17","slug":"ehe-familie-und-lebensfuehrung-im-spiegel-der-statistik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2026\/09\/14\/ehe-familie-und-lebensfuehrung-im-spiegel-der-statistik\/","title":{"rendered":"Ehe, Familie und Lebensf\u00fchrung im Spiegel der Statistik"},"content":{"rendered":"<p>Aktuelle Mitteilungen des Statistischen Bundesamts r\u00fccken Entwicklungen der pers\u00f6nlichen und sozialen Verh\u00e4ltnisse ins Blickfeld, aus denen sich auch Konsequenzen f\u00fcr Art und H\u00e4ufigkeit von Konflikten im Privatbereich ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Deutschland wird immer weniger geheiratet. 2025 wurden 348.800\u00a0Ehen geschlossen. \u00a0Die Zahl der <strong>Eheschlie\u00dfungen<\/strong> erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr\u00a01950. W\u00e4hrend damals auf 1.000 Einwohner 11 Eheschlie\u00dfungen pro Jahr entfielen, waren es 2025 nur noch 4,2.<\/p>\n<p>Auch die Zahl der <strong>Neugeborenen<\/strong> nimmt rapide ab. Sie sank gegen\u00fcber dem Vorjahr von 677.117 auf 654.241 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1946.<\/p>\n<p>Rund 130.100\u00a0Ehen wurden 2025 geschieden, etwas mehr als im Vorjahr (plus 0,6\u00a0%). Langfristig betrachtet geht die Zahl der <strong>Scheidungen<\/strong> aber (mit Ausnahme weniger Jahre) seit gut 20\u00a0Jahren zur\u00fcck: 2025 waren es 39,2\u00a0% weniger Scheidungen als 2003. Bei etwas mehr als der H\u00e4lfte der Scheidungen im Jahr\u00a02025 waren minderj\u00e4hrige Kinder betroffen.<\/p>\n<p>Im Jahr\u00a02025 gab es in Deutschland rund 1,62\u00a0Millionen\u00a0<strong>Alleinerziehende<\/strong>. Damit gab es in knapp jeder f\u00fcnften Familie mit Kindern unter 18\u00a0Jahren (19,4\u00a0%) nur ein Elternteil. Der Anteil der V\u00e4ter unter den Alleinerziehenden lag (mit steigender Tendenz) bei 11,1\u00a0%. Von den alleinerziehenden M\u00fcttern mit Kindern unter 18\u00a0Jahren waren 69,8\u00a0% erwerbst\u00e4tig, von den V\u00e4tern 82,8\u00a0%. Alleinerziehende M\u00fctter arbeiteten h\u00e4ufiger in Vollzeit als M\u00fctter mit einem Partner oder einer Partnerin, bei alleinerziehenden V\u00e4tern ist es umgekehrt.<\/p>\n<p>Bei Alleinerziehenden, die die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch genommen haben, war in rund 23\u00a0% der F\u00e4lle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners bzw. der Partnerin der Hauptausl\u00f6ser der \u00dcberschuldung. Die durchschnittliche Schuldenh\u00f6he aller beratenen Personen belief sich auf 34.650\u00a0Euro.<\/p>\n<p>Die Zahl der <strong>Kindeswohlgef\u00e4hrdungen<\/strong> ist 2025 das vierte Mal in Folge auf einen neuen H\u00f6chststand gestiegen. Bei rund 79.800 Kindern oder Jugendlichen haben die Jugend\u00e4mter in Deutschland eine Kindeswohlgef\u00e4hrdung durch Vernachl\u00e4ssigung, psychische, k\u00f6rperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt; das waren 10\u00a0% oder rund 7.000 F\u00e4lle mehr als 2024. Damit hat sich die Fallzahl seit Beginn der Z\u00e4hlung im Jahr 2012 mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>Mehr als ein Drittel (36,3\u00a0%) der gesamten <strong>Konsumausgaben<\/strong> wendeten deutsche Haushalte 2025 f\u00fcr das Wohnen auf, gefolgt von den Ausgaben f\u00fcr Nahrungsmittel (14,0\u00a0%) sowie f\u00fcr Verkehr (13,8\u00a0%). Den viertgr\u00f6\u00dften Bereich bilden die Ausgaben f\u00fcr Freizeit, Sport und Kultur: im Durchschnitt 9,5\u00a0% (309 Euro).<\/p>\n<p>Der Anteil junger Menschen, die <strong>nicht in Ausbildung oder Besch\u00e4ftigung<\/strong> sind, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Von den 20- bis 24-J\u00e4hrigen standen 2025 rund 10\u00a0% nicht in einem Ausbildungs- oder Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis; im Jahr 2022 waren es noch 8,8\u00a0%.<\/p>\n<p>Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten, obwohl sie bereits eine Altersrente beziehen. 2025 waren 14\u00a0% der <strong>Rentnerinnen und Rentner<\/strong> im Alter von 65 bis 74\u00a0Jahren erwerbst\u00e4tig. Im Jahr zuvor hatte ihr Anteil noch bei 13\u00a0% gelegen. 73\u00a0% der erwerbst\u00e4tigen Rentnerinnen und Rentner arbeiteten als abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte, 27\u00a0% waren selbstst\u00e4ndig t\u00e4tig. Von Letzteren arbeiteten 28\u00a0% mehr als 40\u00a0Stunden in der Woche, von den abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten 8\u00a0%.<\/p>\n<p><em>Quellen: Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts v. 26.6., 1.7., 15.7., 23.7., 11.8., 13.8. und 17.8.2026<\/em><\/p>\n<p>Foto:\u00a0\u00a9jackfrog &#8211; stock.adobe.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Mitteilungen des Statistischen Bundesamts r\u00fccken Entwicklungen der pers\u00f6nlichen und sozialen Verh\u00e4ltnisse ins Blickfeld, aus denen sich auch Konsequenzen f\u00fcr Art und H\u00e4ufigkeit von Konflikten im Privatbereich ergeben k\u00f6nnen. In Deutschland wird immer weniger geheiratet. 2025 wurden 348.800\u00a0Ehen geschlossen. \u00a0Die Zahl der Eheschlie\u00dfungen erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr\u00a01950. W\u00e4hrend damals auf 1.000 Einwohner 11 Eheschlie\u00dfungen pro Jahr entfielen, waren es 2025 nur noch 4,2. Auch die Zahl der Neugeborenen nimmt rapide ab. Sie sank gegen\u00fcber dem Vorjahr von 677.117 auf 654.241 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1946. Rund 130.100\u00a0Ehen wurden 2025 geschieden, etwas mehr als im Vorjahr (plus 0,6\u00a0%). Langfristig betrachtet geht die Zahl der Scheidungen aber (mit Ausnahme weniger Jahre) seit gut 20\u00a0Jahren zur\u00fcck: 2025 waren es 39,2\u00a0% weniger Scheidungen als 2003. Bei etwas mehr als der H\u00e4lfte der Scheidungen im Jahr\u00a02025 waren minderj\u00e4hrige Kinder betroffen. Im Jahr\u00a02025 gab es in Deutschland rund 1,62\u00a0Millionen\u00a0Alleinerziehende. Damit gab es in knapp jeder f\u00fcnften Familie mit Kindern unter 18\u00a0Jahren (19,4\u00a0%) nur ein Elternteil. Der Anteil der V\u00e4ter unter den Alleinerziehenden lag (mit steigender Tendenz) bei 11,1\u00a0%. Von den alleinerziehenden M\u00fcttern mit Kindern unter 18\u00a0Jahren waren 69,8\u00a0% erwerbst\u00e4tig, von den V\u00e4tern 82,8\u00a0%. 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