{"id":266,"date":"2022-02-27T11:10:15","date_gmt":"2022-02-27T10:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=266"},"modified":"2022-05-07T16:10:19","modified_gmt":"2022-05-07T14:10:19","slug":"bankgebuehren-ombudsstellen-der-banken-lassen-legal-tech-unternehmen-auflaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2022\/02\/27\/bankgebuehren-ombudsstellen-der-banken-lassen-legal-tech-unternehmen-auflaufen\/","title":{"rendered":"Bankgeb\u00fchren: Ombudsstellen der Banken lassen Legal Tech Unternehmen auflaufen"},"content":{"rendered":"<p>Wie in einem Bericht des Handelsblatt zu lesen ist, verweigern Schlichtungsstellen der Bankenwirtschaft die Bearbeitung von \u00fcber 1.000 Kundenbeschwerden, die durch ein Inkassodienstleister eingereicht wurden.<\/p>\n<p>Im April 2021 hatte der Bundesgerichtshof in einem Urteil die bis dahin branchenweit genutzten AGBs f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt, nach denen der Kunde Preis- und Vertrags\u00e4nderungen zustimmt, wenn er nicht aktiv widerspreche. Die Geldh\u00e4user m\u00fcssen die zu viel gezahlten Entgelte nun erstatten. Meist geht es um niedrige dreistellige Betr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Rechtsdienstleister wie Spreefels, Conny, Collectia, Hellogetright oder Justify haben das Thema f\u00fcr sich entdeckt. Diese Inkassounternehmen sind im Bereich Fluggastrechte l\u00e4ngst etabliert. Sie werben damit, notfalls bis vor Gericht zu ziehen, und leben von einer Erfolgsprovision. Um Kosten und Zeit zu sparen, wollte Spreefels die au\u00dfergerichtlichen Ombudsstellen der Geldh\u00e4user in Anspruch nehmen. In 1.850 F\u00e4llen, in denen die Geldinstitute den Forderungen nicht nach kam, verschickten die Berliner entsprechende Antr\u00e4ge an die zust\u00e4ndigen Schlichter.<\/p>\n<p>Doch die Ombudsleute der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie privaten Banken verweigern die Bearbeitung der von den Rechtshelfern eingereichten F\u00e4lle. Lediglich die Schlichter der \u00f6ffentlichen Banken haben die Spreefels-Beschwerden an die entsprechenden Institute weitergeleitet.<\/p>\n<p>Ob das Legal Tech gegen die Ombudsleute durch eine Beschwerde beim Bundesamt f\u00fcr Justiz vorgehen wird, ist allerdings offen. Denn es ist keineswegs ausgemacht, dass Legal Techs sich die kostenlosen Verbraucherschlichtungsstellen zunutze machen k\u00f6nnen. Antr\u00e4ge kann dort nur ein Verbraucher oder ein Rechtsanwalt in dessen Namen stellen. Legal Techs lassen sich jedoch die Anspr\u00fcche der Verbraucher regelm\u00e4\u00dfig abtreten und behalten im Gegenzug einen erheblichen Teil der berechtigten Forderung ein.<\/p>\n<p><em>Quelle: www.handelsblatt.com v. 14.12.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in einem Bericht des Handelsblatt zu lesen ist, verweigern Schlichtungsstellen der Bankenwirtschaft die Bearbeitung von \u00fcber 1.000 Kundenbeschwerden, die durch ein Inkassodienstleister eingereicht wurden. Im April 2021 hatte der Bundesgerichtshof in einem Urteil die bis dahin branchenweit genutzten AGBs f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt, nach denen der Kunde Preis- und Vertrags\u00e4nderungen zustimmt, wenn er nicht aktiv widerspreche. Die Geldh\u00e4user m\u00fcssen die zu viel gezahlten Entgelte nun erstatten. Meist geht es um niedrige dreistellige Betr\u00e4ge. Rechtsdienstleister wie Spreefels, Conny, Collectia, Hellogetright oder Justify haben das Thema f\u00fcr sich entdeckt. Diese Inkassounternehmen sind im Bereich Fluggastrechte l\u00e4ngst etabliert. Sie werben damit, notfalls bis vor Gericht zu ziehen, und leben von einer Erfolgsprovision. Um Kosten und Zeit zu sparen, wollte Spreefels die au\u00dfergerichtlichen Ombudsstellen der Geldh\u00e4user in Anspruch nehmen. In 1.850 F\u00e4llen, in denen die Geldinstitute den Forderungen nicht nach kam, verschickten die Berliner entsprechende Antr\u00e4ge an die zust\u00e4ndigen Schlichter. Doch die Ombudsleute der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie privaten Banken verweigern die Bearbeitung der von den Rechtshelfern eingereichten F\u00e4lle. Lediglich die Schlichter der \u00f6ffentlichen Banken haben die Spreefels-Beschwerden an die entsprechenden Institute weitergeleitet. Ob das Legal Tech gegen die Ombudsleute durch eine Beschwerde beim Bundesamt f\u00fcr Justiz vorgehen wird, ist allerdings offen. 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