{"id":606,"date":"2022-07-05T09:50:54","date_gmt":"2022-07-05T07:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=606"},"modified":"2022-07-10T15:04:51","modified_gmt":"2022-07-10T13:04:51","slug":"internationale-studie-zur-zukunft-digitaler-justiz-online-adr-und-online-verhandlungen-kommt-weichenstellende-bedeutung-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2022\/07\/05\/internationale-studie-zur-zukunft-digitaler-justiz-online-adr-und-online-verhandlungen-kommt-weichenstellende-bedeutung-zu\/","title":{"rendered":"Internationale Studie zur Zukunft digitaler Justiz: Online-ADR und Online-Verhandlungen kommt weichenstellende Bedeutung zu"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) und dem Legal Tech Verband Deutschland (LTV) hat die Bucerius Law School anhand von knapp f\u00fcnfzig Experteninterviews den Stand der Digitalisierung der Justiz in Deutschland mit den Vorreiter-Nationen Singapur, Kanada, Gro\u00dfbritannien und \u00d6sterreich verglichen.<\/p>\n<p>Das Fazit des L\u00e4ndervergleichs: Deutschlands Politik muss die Strategie in Sachen Digitalisierung neu ordnen und Tempo aufnehmen. Wenn Deutschland es schafft, die Justiz systemisch zu digitalisieren statt Insell\u00f6sungen zu entwickeln, kann es die Akzeptanz und Effizienz des Rechtssystems massiv erh\u00f6hen. Partielle \u00dcberlastung w\u00fcrde so \u00fcberwunden und der Zugang zum Recht deutlich verbessert. Dazu geh\u00f6rt auch, alternative Streitbeilegungsverfahren und Online-Verhandlungen an den Anfang der Prozesskette zu stellen.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass Deutschland bei der Digitalisierung der Justiz noch einen weiten Weg vor sich hat. Die in Deutschland eingesetzten technischen L\u00f6sungen sind vergleichsweise wenig vertreten, veraltet und nicht ausreichend nutzerorientiert. Zudem werden sie uneinheitlich in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern, Gerichten und Fachgerichtsbarkeiten umgesetzt.<\/p>\n<p>\u201eDie Digitalisierung der Justiz hinkt hinter den f\u00fchrenden L\u00e4ndern hinterher, w\u00e4hrend die \u00dcberlastung der Gerichte, der Kostendruck und die bevorstehende Pensionierungswelle (\u00fcber 25 Prozent aller Richter werden bis 2030 in den Ruhestand gehen) den Druck zur Modernisierung und Digitalisierung der Gerichte erh\u00f6hen&#8220;, sagt Christian Veith, Senior Advisor bei BCG und Co-Autor der Studie.<\/p>\n<p>Zu Beginn m\u00fcsse sich Deutschland das Ziel setzen, eine f\u00fchrende Rolle im Bereich der digitalen Justiz zu \u00fcbernehmen. Klar definierte F\u00fchrungsstrukturen \u2013 idealerweise auf Ministerebene \u2013 seien dabei unerl\u00e4sslich. Ebenso solle auf die Erfahrungen des Privatsektors zur\u00fcckgegriffen werden, um schneller zu Ergebnissen zu gelangen, erg\u00e4nzt Dr. Philipp Plog vom Legal Tech Verband Deutschland (LTV).<\/p>\n<p>Die Umsetzung k\u00f6nnte sich an drei Elementen orientieren: der Steigerung der Effizienz der Gerichte, einschlie\u00dflich der Beschleunigung von Verfahren; einem klaren Bekenntnis zur Nutzerorientierung, einschlie\u00dflich moderner Software und Prozessentwicklung und einer zeitnahen Einf\u00fchrung von Datenanalyse, um die relevanten Informationen zur Ermittlung und L\u00f6sung der dringendsten Probleme bereitzustellen. Dazu erg\u00e4nzend Dirk Hartung, Executive Director am Bucerius Centre for Legal Technology and Data Science: &#8222;Wenn Deutschland seine derzeitige Digitalisierungsstrategie fortsetzt, werden wir wom\u00f6glich die n\u00e4chsten Jahre mit der Digitalisierung bestehender Gerichtsverfahren und der Verbesserung bestehender L\u00f6sungen verbringen. Damit sorgen wir aber weder f\u00fcr einen besseren Zugang zum Recht, noch steigern wir die Effizienz oder setzen neue Technologien sinnvoll ein. Ein Weitermachen wie bisher ist daher keine gute Option.&#8220;<\/p>\n<p>Die Studie ist abrufbar unter: https:\/\/ottosc.hm\/IZDKI<\/p>\n<p><em>Quelle: www.law-school.de v. 10.6.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) und dem Legal Tech Verband Deutschland (LTV) hat die Bucerius Law School anhand von knapp f\u00fcnfzig Experteninterviews den Stand der Digitalisierung der Justiz in Deutschland mit den Vorreiter-Nationen Singapur, Kanada, Gro\u00dfbritannien und \u00d6sterreich verglichen. Das Fazit des L\u00e4ndervergleichs: Deutschlands Politik muss die Strategie in Sachen Digitalisierung neu ordnen und Tempo aufnehmen. Wenn Deutschland es schafft, die Justiz systemisch zu digitalisieren statt Insell\u00f6sungen zu entwickeln, kann es die Akzeptanz und Effizienz des Rechtssystems massiv erh\u00f6hen. Partielle \u00dcberlastung w\u00fcrde so \u00fcberwunden und der Zugang zum Recht deutlich verbessert. Dazu geh\u00f6rt auch, alternative Streitbeilegungsverfahren und Online-Verhandlungen an den Anfang der Prozesskette zu stellen. Die Studie zeigt, dass Deutschland bei der Digitalisierung der Justiz noch einen weiten Weg vor sich hat. Die in Deutschland eingesetzten technischen L\u00f6sungen sind vergleichsweise wenig vertreten, veraltet und nicht ausreichend nutzerorientiert. 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