{"id":653,"date":"2022-09-13T18:39:25","date_gmt":"2022-09-13T16:39:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=653"},"modified":"2022-09-13T18:39:25","modified_gmt":"2022-09-13T16:39:25","slug":"buergerinitiative-in-brandenburg-gibt-auf-warum-die-windrad-mediation-gescheitert-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2022\/09\/13\/buergerinitiative-in-brandenburg-gibt-auf-warum-die-windrad-mediation-gescheitert-ist\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerinitiative in Brandenburg gibt auf: Warum die Windrad-Mediation gescheitert ist"},"content":{"rendered":"<p>Nach nunmehr vier Jahren ist das 2018 von der B\u00fcrgerinitiative Carzig initiierte und durch die Agentur KNE Kompetenzzentrum Natur und Energiewende gef\u00fchrte Mediationsverfahren mit den Windkraftbetreibern im nahegelegenen Windeignungsgebiet 10 gescheitert. Carzig ist ein kleiner Ort mit gerade 75 Einwohnern im Osten Brandenburgs und, eingeklemmt zwischen dem Windeignungsgebiet (WEG) 10 im Westen und dem WEG 19 im Osten, umgeben von insgesamt elf Windr\u00e4dern. \u201eDie beschallen die Ortslage nahezu 24\/7\u201c, so Stefan Hellert, Sprecher der B\u00fcrgerinitiative Carzig. Daher suchten die Carziger im Rahmen einer Mediation das Gespr\u00e4ch mit den Verantwortlichen.<\/p>\n<p>Messungen durch das Landesamt f\u00fcr Umwelt h\u00e4tten die enorme Ger\u00e4uschbelastung zuvor bereits mehrfach deutlich belegt, betont Hellert. Er spricht von einem z\u00e4hen Anfang. Zun\u00e4chst hatte sich nur der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Windm\u00fcllerei BLU Projekt GmbH bereit erkl\u00e4rt. Das Ziel einer sp\u00fcrbaren Entlastung der Bewohner von Carzig konnte aber durch Zugest\u00e4ndnisse von nur einer der drei Betreibergesellschaften nicht erreicht werden. Erst der von KNE beauftragte Mediator dann auch die Verantwortlichen von e.disnatur und von der BLU Cottbus GmbH dazu, in den Mediationsprozess einzutreten.<\/p>\n<p>Die viele Zeit, die zwischen den vereinbarten Mediationssitzungen immer wieder verstrich, habe den Prozess sehr in die L\u00e4nge gezogen, berichtet Hellert gegen\u00fcber der M\u00e4rkischen Oderzeitung MOZ.de. W\u00e4hrend die Seite der B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen immer wieder neue Vorschl\u00e4ge und Ideen einbracht habe, sei die Betreiberseite haupts\u00e4chlich damit befasst gewesen, durch umfangreiche Berechnungen darzulegen, dass f\u00fcr die Menschen wirklich sp\u00fcrbare Entlastungen mit f\u00fcr die Betreiberseite unzumutbaren wirtschaftlichen Einbu\u00dfen einhergingen und daher nicht umsetzbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Der Sprecher der B\u00fcrgerinitiative kritisiert, dass e.disnatur und UKA Cottbus \u00fcber den gesamten Mediationsprozess hinweg jenseits einer etwaigen finanziellen Kompensation nicht einen einzigen Vorschlag zur Ger\u00e4uschminderung gemacht h\u00e4tten. BLU habe immerhin ein sogenanntes Trailing Edge Serrations System (TES) eingebaut, welches durch Zacken an den Fl\u00fcgeln der Windr\u00e4der f\u00fcr eine Ger\u00e4uschminderung sorgen soll. Wenig sp\u00e4ter sei jedoch bekannt geworden, dass diese Ma\u00dfnahme lediglich erfolgte, um eine drohende Stilllegung durch das LfU zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrgerinitiative Carzig gibt deswegen nun voller Entt\u00e4uschung das Scheitern des durch KNE moderierten Mediationsverfahrens bekannt. \u201eKeiner unserer Vorschl\u00e4ge wurde aufgegriffen. Stattdessen wurden neue Bauvorhaben mit h\u00f6heren Schallbelastungen bekannt.\u201c Hellert kritisiert, dass einmal mehr \u201eB\u00fcrgerinteressen unter Verweis auf die grunds\u00e4tzliche Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Anlagen vom Tisch gewischt\u201c wurden. Der Sprecher der B\u00fcrgerinitiative sagt au\u00dferdem: \u201eUnd KNE hat sich letztlich als Papiertiger erwiesen, der von der Michael-Otto-Stiftung finanziert als Feigenblatt f\u00fcr den Anspruch der Bundesregierung herh\u00e4lt, auf Interessenausgleich und echte Vermittlung Wert zu legen.\u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: www.moz.de v. 6.8.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach nunmehr vier Jahren ist das 2018 von der B\u00fcrgerinitiative Carzig initiierte und durch die Agentur KNE Kompetenzzentrum Natur und Energiewende gef\u00fchrte Mediationsverfahren mit den Windkraftbetreibern im nahegelegenen Windeignungsgebiet 10 gescheitert. Carzig ist ein kleiner Ort mit gerade 75 Einwohnern im Osten Brandenburgs und, eingeklemmt zwischen dem Windeignungsgebiet (WEG) 10 im Westen und dem WEG 19 im Osten, umgeben von insgesamt elf Windr\u00e4dern. \u201eDie beschallen die Ortslage nahezu 24\/7\u201c, so Stefan Hellert, Sprecher der B\u00fcrgerinitiative Carzig. Daher suchten die Carziger im Rahmen einer Mediation das Gespr\u00e4ch mit den Verantwortlichen. Messungen durch das Landesamt f\u00fcr Umwelt h\u00e4tten die enorme Ger\u00e4uschbelastung zuvor bereits mehrfach deutlich belegt, betont Hellert. Er spricht von einem z\u00e4hen Anfang. Zun\u00e4chst hatte sich nur der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Windm\u00fcllerei BLU Projekt GmbH bereit erkl\u00e4rt. Das Ziel einer sp\u00fcrbaren Entlastung der Bewohner von Carzig konnte aber durch Zugest\u00e4ndnisse von nur einer der drei Betreibergesellschaften nicht erreicht werden. Erst der von KNE beauftragte Mediator dann auch die Verantwortlichen von e.disnatur und von der BLU Cottbus GmbH dazu, in den Mediationsprozess einzutreten. Die viele Zeit, die zwischen den vereinbarten Mediationssitzungen immer wieder verstrich, habe den Prozess sehr in die L\u00e4nge gezogen, berichtet Hellert gegen\u00fcber der M\u00e4rkischen Oderzeitung MOZ.de. 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