{"id":809,"date":"2023-03-14T21:30:46","date_gmt":"2023-03-14T20:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=809"},"modified":"2023-03-14T21:30:46","modified_gmt":"2023-03-14T20:30:46","slug":"roland-rechtsreport-2023-immer-weniger-deutsche-ziehen-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2023\/03\/14\/roland-rechtsreport-2023-immer-weniger-deutsche-ziehen-vor-gericht\/","title":{"rendered":"Roland Rechtsreport 2023: Immer weniger Deutsche ziehen vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p>Wie steht es um das Vertrauen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in das deutsche Rechtssystem? Dieser und weiteren Fragen geht der ROLAND Rechtsreport auf den Grund, den das Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach im Auftrag von ROLAND Rechtsschutz durchf\u00fchrt. Im Hinblick auf die Gesetze und Gerichtsbarkeit zeigt sich auch in der diesj\u00e4hrigen, nunmehr dreizehnten Studie ein konstant hohes Niveau: 70 Prozent der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger haben sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die Gesetze, 69 Prozent in die Gerichte. Aber: Sie \u00e4u\u00dfern auch deutliche Kritik.<\/p>\n<p>So halten 75 Prozent der Befragten die deutschen Gerichte f\u00fcr \u00fcberlastet, 80 Prozent kritisieren die lange Dauer von Gerichtsverfahren. \u201eZudem haben sich die Probleme in der Wahrnehmung der Bev\u00f6lkerung versch\u00e4rft, denn vor zehn Jahren lagen die Werte hier noch bei 64 bzw. 77 Prozent\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ulrich Eberhardt, Vorstand von ROLAND Rechtsschutz. Weiterhin bem\u00e4ngeln die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger eine uneinheitliche Rechtsprechung und dass die Gesetze zu kompliziert und schwer zu verstehen sind. \u00dcber die H\u00e4lfte (59 Prozent) ist zudem der Meinung, dass man seine Chancen auf ein g\u00fcnstiges Gerichtsurteil erh\u00f6ht, wenn man sich einen bekannten Anwalt leisten kann.<\/p>\n<p>Den Weg vor Gericht schlagen jedoch mittlerweile deutlich weniger Menschen ein: Im ROLAND Rechtsreport 2023 geben 22 Prozent der Befragten an, in den letzten zehn Jahren als Zeuge, Kl\u00e4ger oder Beklagter an einem Gerichtsprozess beteiligt gewesen zu sein. Zwischen 2011 und 2015 waren es noch 29 Prozent. Dieser Befund deckt sich mit Zahlen aus offiziellen Statistiken, die belegen, dass die Fallzahlen vor deutschen Zivilgerichten seit vielen Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Die m\u00f6glichen\u00a0Ursachen hierf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig. So w\u00e4re es denkbar, dass viele B\u00fcrger heute bei kleineren Streitwerten nicht mehr vor Gericht ziehen oder dass sie au\u00dfergerichtliche Mechanismen der Streitbeilegung, etwa die Mediation, bevorzugen. Man k\u00f6nnte zudem vermuten, dass heute weniger B\u00fcrger \u00fcber eine Rechtsschutzversicherung verf\u00fcgen als fr\u00fcher, da Personen mit Rechtschutzversicherung wie gezeigt \u00fcberproportional an Gerichtsverfahren beteiligt sind.<\/p>\n<p>Das Gegenteil ist jedoch der Fall, hei\u00dft es dazu im neuen Rechtsreport: Aktuell besitzen 59 Prozent aller Haushalte eine Rechtsschutzversicherung. 2010 gab lediglich jeder Zweite an, dass es im eigenen Haushalt eine Rechtschutzversicherung gibt. Erwartungsgem\u00e4\u00df h\u00e4ngt der Besitz einer Rechtschutzversicherung eng mit dem Haushaltseinkommen zusammen: In den h\u00f6heren Einkommensgruppen verf\u00fcgen 70 Prozent der Haushalte \u00fcber eine Rechtsschutzversicherung, in den mittleren Einkommensgruppen 58 Prozent und in den unteren nur 34 Prozent.<\/p>\n<p>Ein m\u00f6glicher Grund f\u00fcr diese r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz ist die Sorge vor hohen Verfahrens- und auch Anwaltskosten. So sind bei einer mittleren Schadenssumme von 600 Euro nur vier von zehn B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern gewillt, vor Gericht zu ziehen. 27 Prozent w\u00fcrden es wahrscheinlich nicht tun und 33 Prozent sind unentschieden. Interessanterweise zeigt die Studie, dass das Einkommen diese Entscheidung nicht beeinflusst. Hingegen ist die Unterst\u00fctzung durch einen Rechtsschutz-Versicherer ein klarer Einflussfaktor: W\u00e4hrend 47 Prozent der Personen mit einer Rechtsschutz-Versicherung bei einem Schaden von 600 Euro prozessieren w\u00fcrden, sind es bei den Menschen ohne Rechtsschutz-Versicherung nur 29 Prozent.<\/p>\n<p><em>Quelle: Roland Rechtsreport 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie steht es um das Vertrauen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in das deutsche Rechtssystem? Dieser und weiteren Fragen geht der ROLAND Rechtsreport auf den Grund, den das Institut f\u00fcr Demoskopie Allensbach im Auftrag von ROLAND Rechtsschutz durchf\u00fchrt. Im Hinblick auf die Gesetze und Gerichtsbarkeit zeigt sich auch in der diesj\u00e4hrigen, nunmehr dreizehnten Studie ein konstant hohes Niveau: 70 Prozent der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger haben sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die Gesetze, 69 Prozent in die Gerichte. Aber: Sie \u00e4u\u00dfern auch deutliche Kritik. So halten 75 Prozent der Befragten die deutschen Gerichte f\u00fcr \u00fcberlastet, 80 Prozent kritisieren die lange Dauer von Gerichtsverfahren. \u201eZudem haben sich die Probleme in der Wahrnehmung der Bev\u00f6lkerung versch\u00e4rft, denn vor zehn Jahren lagen die Werte hier noch bei 64 bzw. 77 Prozent\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ulrich Eberhardt, Vorstand von ROLAND Rechtsschutz. Weiterhin bem\u00e4ngeln die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger eine uneinheitliche Rechtsprechung und dass die Gesetze zu kompliziert und schwer zu verstehen sind. \u00dcber die H\u00e4lfte (59 Prozent) ist zudem der Meinung, dass man seine Chancen auf ein g\u00fcnstiges Gerichtsurteil erh\u00f6ht, wenn man sich einen bekannten Anwalt leisten kann. 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