{"id":932,"date":"2023-07-14T12:25:59","date_gmt":"2023-07-14T10:25:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=932"},"modified":"2023-07-14T12:25:59","modified_gmt":"2023-07-14T10:25:59","slug":"commercial-courts-manager-gehen-deutschen-gerichten-aus-dem-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2023\/07\/14\/commercial-courts-manager-gehen-deutschen-gerichten-aus-dem-weg\/","title":{"rendered":"Commercial Courts: Manager gehen deutschen Gerichten aus dem Weg"},"content":{"rendered":"<p>Barbara Mayer ist Partnerin der Kanzlei Advant Beiten. In einem Gastbeitrag f\u00fcr das Handelsblatt analysiert sie, warum die neu eingerichteten Commercial Courts f\u00fcr Unternehmen keinen echten Mehrwert darstellen. Um lange und kostspielige Prozesse zu vermeiden, setzen Unternehmen n\u00e4mlich laut Mayer verst\u00e4rkt auf die au\u00dfergerichtliche Streitbeilegung. Daran d\u00fcrften auch \u201eCommercial Courts\u201c nichts \u00e4ndern. Eine Befragung von 300 Unternehmen hat laut Mayer ergeben, dass 41,3 Prozent in den vergangenen zehn Jahren keine einzige zivilgerichtliche Auseinandersetzung hatten.<\/p>\n<p>Was zun\u00e4chst erfreulich klingt, l\u00e4sst dem Bundesjustizministerium keine Ruhe. Es sorgt sich um die Attraktivit\u00e4t der deutschen Justiz und damit um den Rechtsstandort Deutschland. Aus Sorge, die Unternehmen w\u00fcrden ihre Konflikte eher im Ausland oder in Schieds- und Mediationsverfahren austragen, sollen jetzt verst\u00e4rkt \u201eCommercial Courts\u201c eingerichtet werden, bei denen in englischer Sprache verhandelt werden kann. Ob das den deutschen Gerichten mehr Gesch\u00e4ft bringt, darf bezweifelt werden. Durch Commercial Courts wird sich eine Schiedsklausel oder ein ausl\u00e4ndischer Gerichtsstand kaum vermeiden lassen, da in der Gesch\u00e4ftswelt oft genug nicht die englische Sprache, sondern die Rechtsordnung der eigentliche Streitpunkt bei Vertragsverhandlungen ist.<\/p>\n<p>Ern\u00fcchterndes Fazit von Barbara Mayer: Die (wenigen) englischsprachigen Kammern, die in den letzten Jahren bei einigen Landgerichten eingerichtet wurden, haben bisher keine praktische Relevanz erlangt. Und Schiedsverfahren spielen quantitativ keine wesentliche Rolle. Dazu passe auch das Gutachten des Beratungsunternehmens InterVal im Auftrag des Bundesjustizministeriums: Die deutsche Justiz liefert nicht den \u201eService\u201c, den Unternehmen und Private sich w\u00fcnschen. Die Verfahren dauern lange, kosten Zeit und Geld, die Erfolgsaussichten sind oft unklar, die Richter werden \u2013 vor allem in komplexen Wirtschaftsstreitigkeiten \u2013 als zu wenig spezialisiert und daher nicht hinreichend kompetent wahrgenommen.<\/p>\n<p><em>Quelle: www.handelsblatt.de v. 29.5.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Barbara Mayer ist Partnerin der Kanzlei Advant Beiten. In einem Gastbeitrag f\u00fcr das Handelsblatt analysiert sie, warum die neu eingerichteten Commercial Courts f\u00fcr Unternehmen keinen echten Mehrwert darstellen. Um lange und kostspielige Prozesse zu vermeiden, setzen Unternehmen n\u00e4mlich laut Mayer verst\u00e4rkt auf die au\u00dfergerichtliche Streitbeilegung. Daran d\u00fcrften auch \u201eCommercial Courts\u201c nichts \u00e4ndern. Eine Befragung von 300 Unternehmen hat laut Mayer ergeben, dass 41,3 Prozent in den vergangenen zehn Jahren keine einzige zivilgerichtliche Auseinandersetzung hatten. Was zun\u00e4chst erfreulich klingt, l\u00e4sst dem Bundesjustizministerium keine Ruhe. Es sorgt sich um die Attraktivit\u00e4t der deutschen Justiz und damit um den Rechtsstandort Deutschland. Aus Sorge, die Unternehmen w\u00fcrden ihre Konflikte eher im Ausland oder in Schieds- und Mediationsverfahren austragen, sollen jetzt verst\u00e4rkt \u201eCommercial Courts\u201c eingerichtet werden, bei denen in englischer Sprache verhandelt werden kann. Ob das den deutschen Gerichten mehr Gesch\u00e4ft bringt, darf bezweifelt werden. Durch Commercial Courts wird sich eine Schiedsklausel oder ein ausl\u00e4ndischer Gerichtsstand kaum vermeiden lassen, da in der Gesch\u00e4ftswelt oft genug nicht die englische Sprache, sondern die Rechtsordnung der eigentliche Streitpunkt bei Vertragsverhandlungen ist. Ern\u00fcchterndes Fazit von Barbara Mayer: Die (wenigen) englischsprachigen Kammern, die in den letzten Jahren bei einigen Landgerichten eingerichtet wurden, haben bisher keine praktische Relevanz erlangt. Und Schiedsverfahren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":80,"featured_media":964,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[255],"tags":[40,8,6],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/932"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/users\/80"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=932"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":933,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/932\/revisions\/933"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/media\/964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}