{"id":995,"date":"2023-09-14T11:54:28","date_gmt":"2023-09-14T09:54:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/?p=995"},"modified":"2023-09-14T11:54:28","modified_gmt":"2023-09-14T09:54:28","slug":"weniger-negative-trigger-bei-mediation-im-virtuellen-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.otto-schmidt.de\/zkm-report\/2023\/09\/14\/weniger-negative-trigger-bei-mediation-im-virtuellen-raum\/","title":{"rendered":"Weniger negative Trigger bei Mediation im virtuellen Raum"},"content":{"rendered":"<p>Mediation im Online-Setting etabliert sich seit der Coronakrise immer mehr. Welche Vor- und Nachteile virtuelle Mediationen haben, hat Anne Rickert k\u00fcrzlich im Gespr\u00e4ch mit Springer Online anschaulich erl\u00e4utert. Anne Rickert befasst sich seit vielen Jahren mit Online-Mediation und eLearning, siehe etwa <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2009.06.a.02\">ZKM 2009, 168<\/a> und betreibt in Stuttgart ein Institut f\u00fcr Online Mediation und Moderation. (Im Fr\u00fchjahr ist ihr Titel \u201eOnline-Mediation: Konfliktkl\u00e4rung im virtuellen Raum\u201c erschienen, besprochen in <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=zkm.2023.04.i.0145.03.a&amp;q=Rickert\">ZKM 2023, 145<\/a>)<\/p>\n<p>In der Praxis sch\u00e4tzen viele Menschen die M\u00f6glichkeit, online zu kommunizieren. Dennoch kommen technische St\u00f6rungen vor. Rickert empfiehlt daher, Medianden anzuleiten, die \u00fcbertragene Datenmenge weitest m\u00f6glich zu reduzieren, und bereits mit der Einladung Hinweise f\u00fcr gute Tonqualit\u00e4t und optimale Ausleuchtung in der Webcam zu geben. Und \u2013 f\u00fcr den Fall, dass die Technik doch einmal versagt \u2013 sollte bereits im Vorfeld, das hei\u00dft vor der Auftragserteilung, ein Plan B vereinbart werden, z.B. eine Telefonkonferenz oder ein alternatives Webkonferenz-Tool.<\/p>\n<p>Um auch nonverbalen Signale anderer Personen und Nuancen in der Stimme ausreichend wahrnehmen und einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, sei eine gute technische Ausstattung erforderlich. Idealerweise sei auch der Raum, in dem sie sitzt, zu sehen, um auf diese Weise pers\u00f6nliche Informationen zu teilen und eine angenehme Atmosph\u00e4re durch Wandfarbe, Bilder oder Blumen im virtuellen Raum zu \u00fcbertragen. Dar\u00fcber hinaus geschehe Vertrauensaufbau durch eine empathische Stimmf\u00fchrung, eine innere zugewandte Haltung, die Schulung des Geh\u00f6rs auf Zwischent\u00f6ne sowie eine professionelle Online-Moderation, das hei\u00dft Verl\u00e4sslichkeit und Stringenz in der Durchf\u00fchrung der Sitzung.<\/p>\n<p>Die eingeschr\u00e4nkte Sichtbarkeit nonverbaler Signale f\u00fchrt laut Rickert zu einem langsameren Vertrauensaufbau und erschwert es, die emotionale Gestimmtheit der Parteien einzusch\u00e4tzen. Das erfordere im Zusammenspiel mit der Technik und Kommunikation eine erh\u00f6hte Aufmerksamkeit und einen besonders konzentrierten Einsatz von Stimme und Sprache sowie eine aktive, energievolle Haltung vor der Kamera.<\/p>\n<p>Als wesentliche Vorteile der Online-Mediation f\u00fchrt Rickert unter anderem an, dass die Mediation im virtuellen Raum auf Kommunikations- und Beziehungsebene oft eine h\u00f6here Effizienz durch konsequentere Moderation und disziplinierteres Redeverhalten verspreche. In bestimmten F\u00e4llen, wie T\u00e4ter-Opfer-Ausgleich, Mobbing-Probleme, starkem Hierarchiegef\u00e4lle, Wiedereingliederung nach langer Krankheit, erm\u00f6gliche der Verzicht auf physische Konfrontation oftmals \u00fcberhaupt erst die Teilnahme an der Mediation. In den eigenen vier W\u00e4nden entstehe hier ein gesch\u00fctztes Gef\u00fchl. Das Selbst werde gest\u00e4rkt, was wiederum Eigenverantwortung und Klarheit im Selbstausdruck erh\u00f6he. Auch negative Trigger wie Augenrollen oder abwertende Gesten kommen im Online-Setting weniger zum Tragen, was zur Deeskalation beitr\u00e4gt, betont Rickert.<\/p>\n<p><em>Quelle: www.springerprofessional.de v. 9.8.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mediation im Online-Setting etabliert sich seit der Coronakrise immer mehr. Welche Vor- und Nachteile virtuelle Mediationen haben, hat Anne Rickert k\u00fcrzlich im Gespr\u00e4ch mit Springer Online anschaulich erl\u00e4utert. Anne Rickert befasst sich seit vielen Jahren mit Online-Mediation und eLearning, siehe etwa ZKM 2009, 168 und betreibt in Stuttgart ein Institut f\u00fcr Online Mediation und Moderation. (Im Fr\u00fchjahr ist ihr Titel \u201eOnline-Mediation: Konfliktkl\u00e4rung im virtuellen Raum\u201c erschienen, besprochen in ZKM 2023, 145) In der Praxis sch\u00e4tzen viele Menschen die M\u00f6glichkeit, online zu kommunizieren. Dennoch kommen technische St\u00f6rungen vor. Rickert empfiehlt daher, Medianden anzuleiten, die \u00fcbertragene Datenmenge weitest m\u00f6glich zu reduzieren, und bereits mit der Einladung Hinweise f\u00fcr gute Tonqualit\u00e4t und optimale Ausleuchtung in der Webcam zu geben. Und \u2013 f\u00fcr den Fall, dass die Technik doch einmal versagt \u2013 sollte bereits im Vorfeld, das hei\u00dft vor der Auftragserteilung, ein Plan B vereinbart werden, z.B. eine Telefonkonferenz oder ein alternatives Webkonferenz-Tool. Um auch nonverbalen Signale anderer Personen und Nuancen in der Stimme ausreichend wahrnehmen und einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, sei eine gute technische Ausstattung erforderlich. 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