Das allgemeine Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen erfasst auch die Justiz. Das Ansehen des Bundesverfassungsgerichts sinkt, wie eine Allensbach-Umfrage für die F.A.Z. ergibt. Danach gaben 42 Prozent der Bürger an, sie hätten sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in den Bundesrat, beim Bundestag sind es 36 Prozent. 28 Prozent gaben an, dass sie Vertrauen in die Bundesregierung hätten, den Medien vertrauten 22 Prozent, den Parteien 17 Prozent. Das Bundesverfassungsgericht steht deutlich besser da: Bei ihm liegt dieser Wert bei 63 Prozent. Allerdings ist das ein erheblicher Rückgang gegenüber 2021, als noch 81 Prozent dem Bundesverfassungsgericht sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen entgegenbrachten, schreibt Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach in einem Gastbeitrag für die FAZ.
In der aktuellen Umfrage wurde zum ersten Mal die Frage gestellt: „Wenn ich manche Gerichtsurteile mitbekomme, denke ich mir oft, die Richter haben keine Ahnung, das könnte ich besser als die.“ Ergebnis: 48 Prozent der Befragten glaubten im November/Dezember 2025, sie könnten besser Recht sprechen als die Richter. Man erkennt: Auch die Justiz ist nicht gefeit vor dem negativen Blick der Bürger. Dies gilt auch für das Bundesverfassungsgericht. So groß sein Ansehen auch immer noch ist, es ist nicht abgekoppelt von den anderen Institutionen des Staates und damit auch kein Bollwerk mehr gegen den allgemeinen Trend zur Institutionenskepsis, kommentiert Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach die Zahlen.
Quelle: faz.net v. 11.12.2026

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