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Jan 15

KI-gestützte Wissensvermittlung soll Konflikte um den Wald schneller lösen

  • 15. Januar 2026
  • Ausgabe 1/2026

Können Methoden aus dem Bereich der Mediation dabei helfen, festgefahrene Konflikte um die Nutzung von Wäldern in Deutschland zu lösen? Ja, hat das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt am Main herausgefunden. Der Schlüssel für die Konfliktlösung liegt laut Projektleiterin Deike Lüdtke in Dialogprozessen, in denen konstruktive, ergebnisoffene Gespräche gewährleistet sind. Eine besondere Rolle komme dabei der Person zu, die die Mediation moderiere. Sie sollte den reichen Methodenschatz der Mediation beherrschen und Erfahrung in der Moderation von Gruppen haben.

Besonders durch den Klimawandel haben Konflikte um die Waldnutzung zuletzt an Brisanz gewonnen und lokal wie regional viel Aufmerksamkeit erfahren – etwa, weil durch die Trockenheit der vergangenen Jahre vielerorts große Kahlflächen entstanden sind. Doch die verschiedenen kommunalen Interessengruppen wie Forstbetriebe, Tourismusämter, Umweltschutzverbände sowie Jagdgenossenschaften haben jeweils unterschiedliche Vorstellungen, wie in dieser Situation vorgegangen werden sollte. Dabei können sich die Fronten so verhärten, dass ein konstruktiver Dialog nicht mehr möglich ist.

Um den Transfer von Wissen zwischen Wissenschaft und Praxis zu den Konfliktthemen wie Biodiversität, Klimaschutz, Waldbewirtschaftung oder Waldgesundheit zu unterstützen, wurde im Projekt eine KI-gestützte Chat-Anwendung entwickelt. Sie soll Kommunen und weiteren Interessierten den Zugang zu den Projektergebnissen erleichtern. Über eine konversationsbasierte Schnittstelle können Förster und Försterinneninnen, Waldbesitzende, Kommunalverantwortliche, Umweltverbände oder Bürgerinnen und Bürger künftig direkt Fragen zur Bearbeitung von Waldkonflikten stellen.

Im Online-Chat „WaldDialog“ erhalten die Anwendenden passgenaue Antworten – ohne selbst lange in Dokumenten oder auf Webseiten suchen zu müssen. Die Anwendung nutzt Technologien der generativen Künstlichen Intelligenz, um Inhalte personalisiert und barrierearm bereitzustellen. So wird der Wissenstransfer zu Konflikten um den Wald der Zukunft noch wirksamer und praxisnäher gestaltet.

Quelle: Walddialog.isoe.de und idw Informationsdienst Wissenschaft v. 11.12.2025

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Redaktion ZKM

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