Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Toten und über 100 Verletzten stockt die geplante außergerichtliche Entschädigungslösung des Bundesrats. Der angekündigte runde Tisch, der eine schnelle und unbürokratische Vergleichslösung ermöglichen sollte, ist bis heute nicht zusammengetreten; bislang fanden lediglich vorbereitende Gespräche mit Bund, Kantonen, Gemeinden, Opfervertretern und Versicherern statt. Konkrete Ergebnisse liegen nicht vor.
Nationalrat und Opferanwalt Jean-Luc Addor kritisiert die Verzögerungen und schlägt als Alternative ein Schiedsgericht vor, das verbindliche Entscheidungen treffen und damit rasch Entschädigungen – einschließlich Vorschusszahlungen – ermöglichen könnte. Ziel wäre es langfristige Zivilprozesse zu vermeiden und den Betroffenen zeitnah Rechtssicherheit zu verschaffen. Ob sich der Bund an den Vergleichslösungen beteiligen wird, ist weiterhin offen; eine Entscheidung wird in der Sommerpause erwartet. Der Kanton Wallis hat bereits den Auftrag erhalten, pro Opfer 50.000 Franken auszuzahlen, hat aber bislang nur 88 von 125 Zahlungen geleistet.
Die Debatte verdeutlicht, wie stark die Erwartungen an schnelle, verbindliche und faire außergerichtliche Lösungen gestiegen sind. Zugleich zeigt der Vorschlag eines Schiedsgerichts, dass in komplexen Schadenslagen die Wahl des geeigneten ADR-Verfahrens – Mediation, runder Tisch, Schiedsgericht – nicht nur eine organisatorische, sondern eine rechtspolitische Entscheidung ist.
Quelle: blick.ch v. 21.06.2026
Bild: D.Marti – stock.adobe.com

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