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Sep 14

Ehe, Familie und Lebensführung im Spiegel der Statistik

  • 14. September 2026
  • Ausgabe 5/2026

Aktuelle Mitteilungen des Statistischen Bundesamts rücken Entwicklungen der persönlichen und sozialen Verhältnisse ins Blickfeld, aus denen sich auch Konsequenzen für Art und Häufigkeit von Konflikten im Privatbereich ergeben können.

In Deutschland wird immer weniger geheiratet. 2025 wurden 348.800 Ehen geschlossen.  Die Zahl der Eheschließungen erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950. Während damals auf 1.000 Einwohner 11 Eheschließungen pro Jahr entfielen, waren es 2025 nur noch 4,2.

Auch die Zahl der Neugeborenen nimmt rapide ab. Sie sank gegenüber dem Vorjahr von 677.117 auf 654.241 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1946.

Rund 130.100 Ehen wurden 2025 geschieden, etwas mehr als im Vorjahr (plus 0,6 %). Langfristig betrachtet geht die Zahl der Scheidungen aber (mit Ausnahme weniger Jahre) seit gut 20 Jahren zurück: 2025 waren es 39,2 % weniger Scheidungen als 2003. Bei etwas mehr als der Hälfte der Scheidungen im Jahr 2025 waren minderjährige Kinder betroffen.

Im Jahr 2025 gab es in Deutschland rund 1,62 Millionen Alleinerziehende. Damit gab es in knapp jeder fünften Familie mit Kindern unter 18 Jahren (19,4 %) nur ein Elternteil. Der Anteil der Väter unter den Alleinerziehenden lag (mit steigender Tendenz) bei 11,1 %. Von den alleinerziehenden Müttern mit Kindern unter 18 Jahren waren 69,8 % erwerbstätig, von den Vätern 82,8 %. Alleinerziehende Mütter arbeiteten häufiger in Vollzeit als Mütter mit einem Partner oder einer Partnerin, bei alleinerziehenden Vätern ist es umgekehrt.

Bei Alleinerziehenden, die die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch genommen haben, war in rund 23 % der Fälle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners bzw. der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung. Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen belief sich auf 34.650 Euro.

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist 2025 das vierte Mal in Folge auf einen neuen Höchststand gestiegen. Bei rund 79.800 Kindern oder Jugendlichen haben die Jugendämter in Deutschland eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt; das waren 10 % oder rund 7.000 Fälle mehr als 2024. Damit hat sich die Fallzahl seit Beginn der Zählung im Jahr 2012 mehr als verdoppelt.

Mehr als ein Drittel (36,3 %) der gesamten Konsumausgaben wendeten deutsche Haushalte 2025 für das Wohnen auf, gefolgt von den Ausgaben für Nahrungsmittel (14,0 %) sowie für Verkehr (13,8 %). Den viertgrößten Bereich bilden die Ausgaben für Freizeit, Sport und Kultur: im Durchschnitt 9,5 % (309 Euro).

Der Anteil junger Menschen, die nicht in Ausbildung oder Beschäftigung sind, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Von den 20- bis 24-Jährigen standen 2025 rund 10 % nicht in einem Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis; im Jahr 2022 waren es noch 8,8 %.

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten, obwohl sie bereits eine Altersrente beziehen. 2025 waren 14 % der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren erwerbstätig. Im Jahr zuvor hatte ihr Anteil noch bei 13 % gelegen. 73 % der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner arbeiteten als abhängig Beschäftigte, 27 % waren selbstständig tätig. Von Letzteren arbeiteten 28 % mehr als 40 Stunden in der Woche, von den abhängig Beschäftigten 8 %.

Quellen: Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts v. 26.6., 1.7., 15.7., 23.7., 11.8., 13.8. und 17.8.2026

Foto: ©jackfrog – stock.adobe.com

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Redaktion ZKM

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