Faire Wettbewerbsbedingungen sind die zentrale Grundlage für eine stabile Lebensmittelversorgung. Das Landwirtschaftsministerium in Österreich hat deshalb 2022 das weisungsfreie Fairness-Büro eingerichtet. Seither hat sich das Büro als Dreh- und Angelpunkt für die Sicherstellung fairer Handelspraktiken entlang der Lebensmittelkette etabliert und ist EU-weit ein Vorzeigemodell. Der Jahresbericht 2025 zeigt, dass rund 500 Fälle bearbeitet wurden.
Laut Bundesminister Norbert Totschnig hat sich das Fairnessbüro in den vergangenen vier Jahren zu einem Brückenbauer zwischen Produzenten und Handel entwickelt. Es helfe, Konflikte frühzeitig zu lösen und Strafen zu vermeiden. Das stärke Vertrauen und gibt unseren landwirtschaftlichen Betrieben und Lebensmittelproduzenten die nötige Planungssicherheit. Österreich nutze diese Erfahrungen, um die Überarbeitung der EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken auf EU-Ebene voranzutreiben.
Besonders in Österreich, wo vier Handelsketten fast 95 Prozent des Lebensmittelmarktes kontrollieren, ist Vertrauen entscheidend. Lieferanten können im Fairness-Büro ihre Anliegen ohne Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen ansprechen. Als vertrauliche Erstanlaufstelle prüft es Hinweise, vermittelt zwischen den Vertragsparteien und gibt – wenn notwendig – Fälle an die Bundeswettbewerbsbehörde weiter. Österreich gilt dabei EU-weit als Musterschüler und wird von der Kommission für diesen kooperativen Präventionsansatz gelobt. Daher wurde das Fairness-Büro Anfang März von Kommissar Hansen zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen.
Der aktuelle Fairness-Bericht zeigt, dass durch vertrauliche Beratung, Mediation und klare rechtliche Orientierung Konflikte zwischen Lieferanten und Handel in vielen Fällen frühzeitig entschärft werden konnten. Das stärkt stabile Geschäftsbeziehungen und sorgt für mehr Fairness entlang der Lebensmittelkette. Im Jahr 2025 wurden 255 Beschwerden sowie 220 weitere Anfragen bearbeitet. Insgesamt waren mehr als 750 Marktteilnehmer unmittelbar oder mittelbar betroffen. In 65 Fällen wurde durch Mediationsgespräche aktiv vermittelt und eine positive Lösung herbeigeführt.
Der Bericht ist auf der Webseite des Fairness-Büros (www.fairness-buero.gv.at) abrufbar.
Quelle: Österreichisches Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Pressemitteilung v. 16.3.2026

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